Sebastian Koch sitzt weiter im Chefsessel: Bürgermeister holt 68,9 Prozent

Der SPD-Politiker blickt auf sechs anstrengende Jahre zurück und feiert am Wahlabend gemeinsam mit seinen Herausforderern Emanuel Heinrich (CSU) und Carola Adlhoch von den Freien Wählern. Nun will sich Koch erstmal mehr Zeit für seine Familie nehmen.
Mit 68,9 Prozent Zustimmung bleibt Sebastian Koch von der SPD aus Wenzenbach Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Das Ergebnis liegt damit nur knapp unter dem Wert von 2020, wo Koch 70,94 Prozent für sich verbuchen konnte. „Der Wahlkampf war härter als vor sechs Jahren“, sagt er. „Ich habe damit gerechnet, dass ich wiedergewählt werde, aber dass es so deutlich ausfällt, ist für mich nun doch überraschend.“
Sein Herausforderer Emanuel Heinrich fuhr 21,8 Prozent für die CSU ein, Carola Adlhoch von den Freien Wählern kam auf 9,3 Prozent. Wie hoch die Wahlbeteiligung ausfiel, ließ sich am Wahlabend nicht mehr genau bestätigen, da auf den offiziellen Seiten eine falsche Angabe zu lesen war. Koch schätzt die Wahlbeteiligung ähnlich wie 2020 auf knapp 70 Prozent ein. Wahlberechtigt waren in Wenzenbach 14 068 Menschen.
Umstrittene Projekte
Die letzten sechs Jahre seien für ihn härter gewesen als seine ersten sechs Jahre, erklärt der Rathaus-Chef. Herausforderungen ergaben sich durch den Bau des umstrittenen Umspannwerks, durch die Pläne für Windräder und das Wärme-Aus am Roither Berg. Auch das Nachversorgungszentrum ließ sich nicht so schnell realisieren, wie erhofft. „Nicht jeder steht hinter dem 60-Millionen-Euro-Projekt Schulbau“, ergänzt Koch. Das alles habe dazu geführt, dass er gewusst habe, seine Wiederwahl sei kein Selbstläufer.
Umso mehr freue er sich nun über die Bestätigung für seine Arbeit. Eine Rolle spiele, dass er sich immer für einstimmige oder von großen Mehrheiten getragene Beschlüsse einsetze. „Ich denke, das spiegelt sich im Wahlergebnis wider.“ In den nächsten Tagen wolle er es etwas ruhiger angehen. Vor allem seine Familie sei im Wahlkampf zu kurz gekommen. Daher stehe nun auch erst mal mit Barbie-Puppen zu spielen auf seiner To-do-Liste ganz oben.
Auch der Verlierer ist zufrieden
Den Wahlabend verbrachte Koch mit Parteikollegen und seinen Herausforderern in einer Pizzeria zum gemeinsamen Essen. „Ich denke, das ist ein schönes Zeichen“, betont er. „Wir arbeiten zusammen.“ Beide Herausforderer zeigten sich als faire Verlierer. „Bis vor sechs Wochen hat mich noch kaum jemand im Ort gekannt“, erklärt Emanuel Heinrich. Daher sei er mit seinem Ergebnis zufrieden, auch wenn er verloren habe. Da er noch jung sei, sei mit ihm in den nächsten Jahren zu rechnen. „Sofern das auch die Partei möchte“, schränkt der CSU-ler ein. „Sebastian Koch hat in den vergangenen Jahren eine gute Arbeit geleistet“, betont Adlhoch. „Er sitzt fest im Sattel.“