Klarer Sieg für Benjamin Boml: Nittenaus Rathauschef holte 64 Prozent der Stimmen

Von Cornelia Lorenz · 8. März 2026 um 22:15

Benjamin Boml (FW) hat es erneut geschafft: Mit 64 Prozent sicherte er sich für weitere sechs Jahre den Chefsessel im Nittenauer Rathaus – und ließ seine Konkurrenz weit hinter sich. Der 43-Jährige zeigte sich emotional.

Boml ist wie bereits 2020 gleich im ersten Wahlgang durchmarschiert. Damals hatte er den langjährigen Amtsinhaber Karl Bley (SPD) für viele überraschend mit 51,16 Prozent aus dem Rennen geworfen.

Am Sonntag versammelten sich um kurz nach 18 Uhr alle vier Bürgermeisterkandidaten im Rathaus, um die Auszählung live auf einer Leinwand mitzuverfolgen. Dabei zeichnete sich schnell ab, dass Boml weit vor der Konkurrenz lag: In allen 17 Wahllokalen bewegten sich seine Ergebnisse zwischen 54 und 71 Prozent.

Dank für „grandioses Vertrauen“ der Nittenauer

Gegen 19 Uhr stand bereits fest, dass Boml am 1. Mai in seine zweite Amtszeit starten kann. „Ich bin völlig überwältigt von diesem großartigen Ergebnis, das hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen“, sagte der 43-Jährige, nachdem er zahlreiche Glückwünsche entgegengenommen hatte. Er werde alles daran setzen, um sich in den kommenden sechs Jahren für das „grandiose Vertrauen“ , das die Nittenauer in ihn gesetzt hätten, zu bedanken, so Boml.

„Ich bin völlig überwältigt von diesem großartigen Ergebnis, das hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen.Benjamin Boml, alter und neuer Bürgermeister

Nun hoffe er noch auf ein für die Freien Wähler erfreuliches Ergebnis bei der Stadtratswahl. Es sei wichtig, angesichts der vielen anstehenden Projekte in Nittenau auch in Zukunft besonnen zu bleiben und die begonnene Arbeit fortzusetzen.

CSU-Konkurrent landete auf dem zweiten Platz

Für Boml war es die dritte Kandidatur: 2014 war er zum ersten Mal angetreten. Damals hatte er einen Achtungserfolg erzielt und 20,44 Prozent der Stimmen geholt – und war damit hinter CSU-Kandidatin Tina Schmidt (23,78 Prozent) und Amtsinhaber Bley (52,29 Prozent) auf Platz drei gelandet. Nun hat sich Boml unangefochten seine zweite Amtszeit gesichert. Auf Platz zwei landete Albert Meierhofer (CSU) mit 22,7 Prozent der Stimmen.

Der 60-jährige Zollbeamte war mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen ins Rathaus gekommen, um den Wahlausgang mitzuverfolgen. Für den amtierenden 2. Bürgermeister war es der dritte Versuch, in Nittenau Rathauschef zu werden. Bereits 2002 und 2008 hatte Meierhofer kandidiert und war dabei jeweils seinem SPD-Konkurrenten Karl Bley unterlegen. Der CSU-Wahlkampf sei in den vergangenen Wochen optimal gelaufen, lautete Meierhofers Fazit nun. Deshalb sei er mit jeglichem Wahlergebnis zufrieden. Eine konkrete Prozentzahl habe er sich ohnehin nicht als Ziel gesetzt.

Glückwünsche gab es auch von der Konkurrenz, hier von SPD-Kandidat Fabian Kammer (l.). - Foto: Cornelia Lorenz

Auch SPD-Newcomer Fabian Kammer war mit seiner Familie im Nittenauer Rathaus präsent und blickte immer wieder gespannt auf die Leinwand. Doch gegen Boml war der 25-jährige Verwaltungsfachangestellte ebenso chancenlos wie die Konkurrenten. Im Vorfeld hatte sich Kammer erhofft, mindestens zehn bis 15 Prozent der Wählerstimmen zu ergattern.

Grünen-Kandidatin zeigte sich zufrieden

Am Ende musste sich der SPD-Kandidat mit 8,2 Prozent zufrieden geben. Mit seinem Wahlkampf sei er zufrieden, erklärte er. Er habe die Erfahrung gemacht, dass Wahlkampfveranstaltungen in Wirtshäusern bei den Wählern nicht mehr so gefragt seien wie früher. Stattdessen müsse man direkt auf sie zugehen oder versuchen, die Bürger über die sozialen Medien zu erreichen.

Grünen-Kandidatin Claudia Müller-Völkl landete mit 5,1 Prozent der Stimmen hinter ihren drei Mitbewerbern. Von Enttäuschung war bei ihr aber nichts zu spüren. Die 50-Jährige hatte vor sechs Jahren bereits einmal kandidiert und damals 4,4 Prozent der Stimmer geholt.

„Stabile grüne Wählerschaft“ in Nittenau

Diesmal waren es am Ende 0,7 Prozentpunkte mehr. „Ich bin im Großen und Ganzen eigentlich ganz zufrieden“, kommentierte sie ihr Wahlergebnis. Dass sie im Vergleich zur letzten Kommunalwahl an Stimmen hinzugewonnen habe, zeige, dass es in Nittenau offenbar eine stabile grüne Wählerschaft gebe, lautete Müller-Völkls Fazit.