Frühling im Garten: Fachberater für die Region Regensburg gibt Tipps, was jetzt zu tun ist

Von Marion Neumann · 7. März 2026 um 19:00

Ob Gemüse, Rasen oder Baumschnitt: Josef Sedlmeier, Gartenfachberater am Landratsamt Regensburg, weiß, was im Frühjahr im Garten zu tun ist. Im Überblick erklärt er, warum manchmal weniger mehr ist – und wie sich schon an Ostern die ersten Radieschen ernten lassen.

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Ob kleiner Terrassengarten, weitläufiger Garten am Haus oder Schrebergarten in der städtischen Kleingartenanlage: Wer ein Stück Grün besitzt, kann jetzt langsam wieder mit der Gartenarbeit beginnen. Doch auch wenn die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen: Zu schnell sollten Gartler nicht loslegen, sagt Josef Sedlmeier. Als Leiter des Sachgebiets Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt hat er seinen grünen Daumen zum Beruf gemacht und berät Bürger in Stadt und Landkreis sowie Kommunen rund um Garten und Pflanzen. Der Gartenexperte weiß genau, worauf es zu Beginn der Saison ankommt – und warum manchmal weniger mehr ist.

■ Den Schalter umlegen: So gelingt der Start im Garten

Endlich ist es nach dem Winter wieder so weit: Die Pflanzen sprießen, das Grün kehrt zurück. Doch wie legt man am besten los nach der langen Pause? Sedlmeier hat darauf eine einfache Antwort: „Zuerst einmal muss man den Schalter umlegen und sich auf das freuen, was im Garten kommt. Man sollte erst einmal die Sonne und den Garten genießen.“ Statt die anstehenden Arbeiten als lästige Pflicht zu sehen, helfe es, sich bewusst zu machen, dass Gartenarbeit auch Erholung sein kann. „Auf alle Fälle ist es ein Fitnesstraining“, sagt er. „Aber man sollte auch nicht unterschätzen, dass sie den Kopf frei macht.“

■ Gemüse ansäen: Bis Ostern wachsen die Radieschen

Mit der richtigen Einstellung geht es dann an den Boden. Der darf allerdings nicht mehr zu feucht sein. „Der zweite Punkt ist die Temperatur“, sagt der Gartenexperte. „Die Erde muss ausreichend warm sein.“ Wer beim Griff in die Erde an der Hand friert, muss also noch etwas Geduld haben. „Die Temperatur ist der Motor für alles.“ Ist der Boden oberflächlich trocken und ausreichend „handwarm“, kann im Gemüsebeet mit Frühkulturen wie Radieschen, Rucola, Spinat oder Feldsalat losgelegt werden. „Das geht dann relativ schnell. An Ostern kann man vielleicht schon die ersten Radieserl ernten.“ Wichtig ist: Sollte es doch noch einmal frieren, müssen die Kulturen mit einem Vlies abgedeckt werden.

Bevor es losgeht, muss die Erde warm und trocken sein. - Foto: Marion Neumann

■ Alles kräftig umstechen? Erde lockern reicht

Bevor die ersten Saaten in die Erde kommen, muss erst einmal kräftig umgegraben werden – oder? Hier winkt Sedlmeier ab: Den Garten im Frühjahr kräftig umzustechen, sei nicht nötig. „Beim Umgraben zerstört man das ganze Bodenleben.“ Es reiche völlig aus, die oberen fünf Zentimeter der Erde zu lockern, etwa mit einem Krail oder einer Gartenkralle.

Alles umstechen? Die Erde lockern reicht, sagt Josef Sedlmeier. - Foto: Marion Neumann

■ Baumschnitt nicht unbedingt im Frühling

Zurückhaltung ist auch beim Schneiden von Obstgehölzen angebracht. „Der Winter- oder Frühjahrsschnitt ist nur sinnvoll, wenn der Baum kräftig austreiben soll“, so der Gartenfachberater. Gerade bei größeren, älteren Bäumen möchte man hingegen das Wachstum meist eher kontrollieren, damit sie nicht zu stark ausufern. „Will man das erreichen, ist ein Schnitt im Sommer besser.“

■ Moos kann mehr als der englische Rasen

Ein top gepflegter englischer Rasen ist im eigenen Garten ein Muss? Sedlmeier sieht das entspannter. „Bevor der Rasen nicht mal richtig angewachsen ist und vor der ersten Mahd, sollte man erst einmal gar nichts machen.“ Ganz grundsätzlich sagt er: „Diesen geschniegelten Rasen, bei dem jeder Grashalm gleich ausschaut, zu etablieren, ist extrem aufwendig – von der Zeit, aber auch von den Kosten her.“ Spätestens, wenn es wieder einen sehr heißen Sommer gibt, verbrennt das Gras trotzdem. „Habe ich dagegen etwas Moos, ist das viel robuster. Für mich geht es mehr darum, dass der Rasen den Boden bedeckt – und dass es grün sein muss.“

Es kann losgehen! Gartenfachberater Josef Sedlmeier freut sich auf die Arbeit im Grünen. - Foto: Marion Neumann

■ Naturnaher Garten: Gut für Tiere und weniger Arbeit

So wie Sedlmeier denken wieder mehr Menschen: Der Trend geht weg vom grauen Schottergarten hin zum naturnahen Garten. „Diese Stein- oder Kiesgärten sind für mich Todeszonen. Wenn da nichts mehr Lebendiges ist, wird es für mich uninteressant.“ Lebensraum für Insekten oder andere Tiere lässt sich dabei ganz leicht schaffen. „Zum Beispiel mit Totholz oder Schnittmaterial, das nicht zum Wertstoffhof gebracht wird. So kann ein Unterschlupf für Insekten oder Eidechsen entstehen.“ Nicht jede Woche Rasen mähen oder alles, was verblüht ist, sofort zurückschneiden: Dadurch entsteht kein Qualitätsverlust im Garten. „Dazu spare ich mir noch eine Menge Arbeit“, sagt er.

■ Die Sehnsucht nach Grün steckt in uns allen

Die Liebe zum Grün steckt in uns allen – davon ist Sedlmeier überzeugt. „Bei vielen Menschen ist der Bezug zum Garten abhandengekommen. Trotzdem glaube ich, dass diese Sehnsucht da ist. Manche fahren dann eben in den Urlaub, in den Dschungel an den Amazonas.“ In vielen Fällen aber, so der Gartenexperte, liege die Lösung doch eigentlich direkt vor der Haustür. „Man kann seinen Garten so gestalten, dass er einem Freude bringt.“