Zum Thema „Frauen als Hauptverdienerinnen“: Wandel in Zeitlupe
Nur in jeder zehnten Paarbeziehung bringt die Frau deutlich mehr Geld mit nach Hause als der Mann. Öffentlich gemacht hat diese beschämende Zahl das Statistische Bundesamt anlässlich des Internationalen Frauentags. Ist es nicht erstaunlich, dass sich bei diesem Thema der Wandel weiterhin wie in Zeitlupe vollzieht? Viele Beziehungen stecken offenbar noch immer in alten Mustern fest. Der Mann arbeitet. Die Frau kümmert sich um Haushalt, Kinder, pflegebedürftige Angehörige, verharrt über Jahrzehnte in der Teilzeitfalle. Hinzu kommen völlig überholte Stereotype, die die Berufswahl und damit auch das Einkommen bereits in jungen Jahren einseitig beeinflussen. Denn im Gegensatz zu Jungen werden Mädchen bestärkt, wichtige, aber finanziell wenig attraktive Berufe (Verkäuferin, Kinderpflegerin, Krankenschwester) zu ergreifen.
Völlig unverständlich ist, dass selbst bei Akademiker-Karrieren Frauen zu selten die Früchte ihrer Arbeit ernten. Und das, obwohl sie nicht nur die Zahl der Hochschulabschlüsse anführen, sondern ihr Studium im Schnitt zudem zügiger durchziehen. Im Job angekommen, fehlt es oft an weiblichen Vorbildern in den Führungsetagen. So lange dieser Teufelskreis nicht durchbrochen wird, werden die Hauptverdiener weiter in der überwältigenden Mehrheit Männer sein.