Nach fünfjähriger Sanierung: Die Sporthalle Donaustauf ist offiziell eröffnet

Pandemie, Folgen des Ukraine-Kriegs und Wasserschaden verlängerten die Bauzeit in Donaustauf im Landkreis Regensburg. Zur Einweihung gratulierte Turnerlegende Eberhard Gienger - und zeigte einen Salto
„Was lange währt, wird endlich gut“: Dieses Sprichwort trifft auch auf die Sporthalle Donaustauf zu. Nach fast fünf Jahren Bauzeit fand am Samstag die offizielle Einweihung der sanierten Halle mit Anbau statt. Höhepunkt war die Segnung durch die Pfarrer Erich Renner und Petr Chamrád. Bürgermeister Jürgen Sommer begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter die Bundestagsabgeordneten Dr. Carolin Wagner und Peter Aumer, hochkarätige Donaustaufer Sportler wie Wolfgang Weigert, der für sein Engagement im Karate das Bundesverdienstkreuz erhielt, und Horst Vogel, Turnerlegende des Marktes.
Lieferketten im Baubereich funktionierten nicht mehr
Ein ganz besonderer Ehrengast war der einstige Profi-Turner Eberhard Gienger, der 1976 die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen holte und den „Gienger-Salto“ erfand. Im Namen von Dr. Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen Turnerbundes, las Sommer die Einladung zum Turn-Weltcup in Cottbus vor. Schriftlich beglückwünschte er die Donaustaufer zur Eröffnung der Sporthalle. Diese sei ein großer Fortschritt. Er habe das Vorhaben einige Jahre lang begleitet. Sommer beschrieb seine Gefühlslage als gelöst, da die Sporthalle nun in neuem Glanz erstrahlt.

In seiner Rede ging er auf einige Details während der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen ein. 2020 sei Corona gekommen, 2022 habe Russland die Ukraine angegriffen. Eine der Folgen: Lieferketten funktionierten auch bei den Baustoffen nicht mehr. Auch ein Wasserschaden verzögerte den Bau und der Hallenboden bereitete Probleme.
Für Sport, Kultur und auch die Bürgerversammlungen
„Alle Beteiligten haben lösungsorientiert und der Sache dienend gehandelt und ihre Erfahrung mit eingebracht“, betonte Sommer. Die Hallensanierung sei oft Wahlkampfthema gewesen und bei zahlreichen Bürgerversammlungen angesprochen worden. „Heute ist ein großer Tag für Donaustauf: Sport und Kultur kehren an ihren angestammten Platz zurück“, freute sich der Bürgermeister. Investitionen in den Sport lohnten sich, da Sport immer mehr an Bedeutung gewinne.

Die Donaustaufer Sporthalle sei einmalig in der Oberpfalz. Nicht nur Leistungssportler werden sie nutzen, sondern auch Breitensportler, die Abteilungen des SV Donaustauf und Kulturveranstalter. Auch Bürgerversammlungen und private Feiern werden dort stattfinden, kündigte Sommer an.
Eberhard Gienger freute sich über die Einladung, betonte wie wichtig die neue Weichbodengrube für den Spitzensport ist und erzählte eine Anekdote wie er zum ersten Mal in Moskau mit einer Weichbodengrube in Berührung kam. „Bei Abgängen vom Reck in die Schnitzelgrube gibt es keine Verletzungen und damals dachte ich, das brauchen wir auch. Dann hat es noch vier Jahre gedauert bis wir auch eine Schnitzelgrube hatten.“ Auch die Gemeinde habe Klimmzüge machen müssen, um die Kosten in Höhe von 6,6 Millionen Euro im Gemeinderat durchzusetzen, damit alle Sport treiben könnten, die das wollten, sagte Gienger. Mit Hemd und Hose machte er vom Reck aus einen Salto in die Schnitzelgrube. Er scherzte, dass das Rauskommen aus der Grube für ihn quasi die Trainingseinheit sei. Anschließend trug sich Gienger ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Planer Joachim Gutthann ging auf die Daten der Bauphase ein und übergab einen symbolischen Schlüssel an den Bürgermeister, der diesen an den SV-Vorsitzenden Gerhard Vogel weiterreichte.
Vogel dankte allen am Projekt Beteiligten, lobte das gute Miteinander und stellte den Beitrag des SV heraus, der durch Mitarbeit und Sponsoren einen sechsstelligen Betrag in die Halle investiert habe. Unterstützung gab es auch von der Josef-Kinast-Stiftung. Wolfgang Vogel, Ehrenvorsitzender des SV, sagte, es sei gar nicht so einfach gewesen, 1500 Sportler für zwei Jahre auszulagern. „Das Ehrenamt lebt in Donaustauf, das zeigen auch die 1600 Mitglieder.“
Fünfjährige Bauzeit und Kosten in Höhe von 6,6 Millionen Euro
Die Planungen: Sehr lange zogen sich die Planungen der Sanierung und Erweiterung der Sporthalle hin. Bereits vor über 20 Jahren gab es beim Donaustaufer Amtsvorgänger Hans Lauberger bereits Diskussionen darüber im Gemeinderat.
Der Baubeginn war dann 2021. Der erste Bauabschnitt war 2022 fertig und der zweite Mitte 2024.
Die Bauzeit: Insgesamt dauerten die Arbeiten fünf Jahre und waren in zwei Bauabschnitte unterteilt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,6 Millionen Euro. Dafür floss eine Förderung des Bundes in Höhe von 1,6 Millionen Euro, für die sich maßgeblich MdB Peter Aumer einsetzte.
Die Abschnitte: Zunächst wurden Sportgaststätte, Küche, Foyers, WC-Anlagen, Umkleiden, Schießstand der Schützen „Alte Burg“ und Kegelbahn saniert. Die Kosten summierten sich auf rund 2,2 Millionen Euro. Im zweiten Bauabschnitt wurden die Halle saniert, ein vierter Hallenteil angebaut und die Außenanlagen gestaltet. Auch ein Kunstwerk wurde aufgestellt. Das alles kostete rund 4,4 Millionen Euro. Die Galerie hat der SV mit Sponsoren finanziert.