Wie sieht der Landkreis Cham 2032 aus? Kandidaten schildern Zukunftsvision für die Region

Bald entscheidet sich im Landkreis Cham, wer für die nächsten sechs Jahre die Geschicke im Landratsamt in der Kreisstadt leitet. Sechs der sieben Kandidaten stellten sich den Fragen des Bayerwald-Echos in der Mini-Serie „Landrat mal anders“. Im letzten Teil der Serie wollte unsere Redaktion von den Kandidaten wissen, wie der Landkreis im Jahr 2032 nach ihrer ersten Amtszeit aussehen wird.
■ Alfred Stuiber (FDP): „2032 sieht der Landkreis Cham hoffentlich noch genauso hübsch aus wie jetzt. Wahrscheinlich werden wir drei oder vier Windräder mehr haben. Die machen mir aber nichts aus. Ich finde die gar nicht so schlimm. Die Vision ist, dass der Landkreis Cham bis dahin zusammengewachsen ist. Damit alle von Roding bis nach Lam sich als Bürger des Landkreises Cham fühlen. Das ist noch nicht so bei allen drin. Ich weiß ja, wie es in Roding läuft. Das ist wirklich eine Aufgabe, die man angehen sollte. Dann hätten wir schon viel erreicht.“
■ Michael Multerer (CSU): „Nach sechs Jahren Amtszeit von mir hoffe ich, als Resümee ziehen zu können, dass ich die erfolgreiche Arbeit meiner Vorgänger-Landräte mit mutigen Entscheidungen in der kommunalen Selbstverwalterbehörde fortgeführt habe und mich den Wählerinnen und Wählern mit einem guten Gewissen empfehlen kann, mich für die nächsten sechs Jahre wieder ins Amt wählen zu können.“
■ Christian Schindler (Freie Wähler): „Der Landkreis Cham wird sich nicht großartig verändern. Der Landkreis Cham wird immer der Landkreis Cham bleiben. Aber der Landkreis wird neue Projekte aufnehmen und alte Projekte fortsetzen müssen. Es gibt Pflichtaufgaben, denen sich ein Landratsamt in Cham widmen muss und die sich bereits in der Ausschreibungsphase befinden. Da wird ein künftiger Landrat nichts mehr dran ändern. Ein künftiger Landrat kann die Weichen stellen, sich mit einem stationären Hospiz im Landkreis beschäftigen, sich mit dem Ausbau des ÖPNV beschäftigen und da neue Wege beschreiten und die Verkehrsinfrastruktur noch besser ausbauen. Das sind die vordringlichsten Themen, die mir am Herzen liegen.“
■ Steve Brachwitz (SPD): „Wir haben einen funktionierenden ÖPNV in der Grundstruktur. Wir haben eine gute, wohnortnahe Kinderbetreuung – möglichst in allen Kommunen. Wir haben entweder günstigere Müllgebühren oder ein Konzept, bei dem der Service für die Kosten, die wir zahlen müssen, nach meiner Auffassung passt. Wir haben es geschafft, erneuerbare Energien im Landkreis zu implementieren, und die funktionieren auch. Wir haben die Bürgerinnen und Bürger dabei mitgenommen. Wir haben Bürgerenergiegenossenschaften gegründet. Unsere Wirtschaft hat den Sprung geschafft und ist über die Krise hinweggekommen. Und wir gehen zuversichtlich in die nächsten sechs Jahre.“
■ Sascha Kretz (Die Grünen): „Ich glaube, dass der Landkreis den Unternehmen sehr viel mehr Energie bringen würde. Sehr viele Menschen würden feststellen, dass grüne Technologien zukunftsfähig sind, weil ich fest davon überzeugt bin. Das ist der größte Wachstumsmarkt in Deutschland. Der Landkreis wird wahrscheinlich als ein Musterlandkreis im Land gelten.“
■ Christian Oberthür (Die Linke): „Alle Menschen haben bezahlbaren Wohnraum. Bus und Bahn fahren praktisch halbstündlich in die größeren Städte, stündlich auf jedes Dorf und jeder kann mobil sein. Es gibt möglichst viel Vielfalt, Subkultur, Kinos und Angebote für junge Menschen.“
Warum Christl Fischer von der AfD fehlt
Sieben Bewerber gibt es, nur sechs tauchen in der Mini-Serie „Landrat mal anders“ auf. Christl Fischer (AfD) fehlt. Das hat einen Grund: Sie hat Ende Januar öffentlich auf Facebook mitgeteilt, dass sie einen bereits fest mit ihr vereinbarten Termin mit unserer Redaktion nicht wahrnehmen wird. Ihr Vorwurf: Das Bayerwald-Echo verbreite „Lügen“. Die Arbeit der Redaktion nennt sie in dem Video „rießengroßen Scheißdreck“, die Zeitung „Schundbladl“. Dass die Gespräche mit den Kandidaten auf Video aufgezeichnet und im Netz ausgestrahlt werden, spielt für Fischer offenbar keine Rolle. Wörtlich teilt sie mit: „Sobald’s es vor der Haustür steht’s, wirf ich Euch aussi.“ Unter diesen Umständen hat das Bayerwald-Echo von weiteren Interview-Anfragen an die Kandidatin abgesehen.
Die Antworten der Landratskandidaten sind in der Reihenfolge der Termine mit der Redaktion aufgelistet. Die Antworten sind zum Teil für den Print-Artikel gekürzt. Die Zeitvorgabe für eine Antwort in diesem Teil der Serie umfasste 45 Sekunden.