AfD geht mit Krah in Wahlkampfabschluss im Landkreis Cham

Von Martin Hladik · 23. Februar 2026 um 05:00

Es war der große Wahlkampfabschluss des Kreisverbandes der AfD. Entsprechend gut besucht war der Saal im Gasthof zur Post in Schönthal. AfD-Politpromi des Abends war der Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah. Die Skandale, in die der Bundes- und Europapolitiker verwickelt war, konnten ihm bei seinem Besuch in Schönthal aber nichts anhaben. Im Gegenteil: In Schönthal wurde er insbesondere von den parteinahen Jugendlichen gefeiert wie ein Medienstar. Das zeigten die vielen Selfiewünsche mit Krah.

Die Veranstaltung selbst war zweigeteilt: Während im Redenteil meist analytisch, teils auch polemisch auf politische Themen eingegangen wurde, gab es im Fragenteil auch schrillere Töne, für die zum Beispiel die Landratskandidatin Christl Fischer sorgte.

Kandidaten in 17 von 72 Kommunen „sind zu wenig“

„Die Bürger müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen“, sagte der Schwandorfer Bundestagsabgeordnete Reinhard Mixl. Er meint damit auch eine bessere Verwurzelung der AfD in den Kreis- und Gemeinderäten. In 17 von 72 Kommunen Kandidaten aufstellen zu können „ist zu wenig“, sagte Mixl. Die AfD müsse mehr Mitglieder gewinnen, um auch kommunal stärker Einfluss zu gewinnen.

Das Thema griff auch Krah zu Anfang seiner Rede auf. Er sagte: „Die AfD ist immer stark, wenn es um Bundestagswahlen geht, und jetzt wollen wir anfangen in den Rathäusern zu übernehmen.“ Als Feindbild machte Krah dabei insbesondere die CSU aus. Er warf der Partei vor, „das CSU-Establishment bedient sich“. Ein Landrat, so Krah, dürfe nicht nur „Sprechblasen aus München“ weitergeben, sondern müsse eigene Gedanken haben. Krah: „Christl ist authentisch“. Man müsse eine Stichwahl um den Landratsposten erzwingen und weiter: „Wir brauchen einen Landrat, vor denen die in München Angst haben.“ Die AfD sollte gewählt werden, weil „die Politschickeria mag euch nicht“. Man solle Politiker wählen, die einen mögen.

Krah ging aber auch ein Thema ein, dass vorher mehrfach von den Kreistags- und Gemeinderatskandidaten angesprochen worden war: Die Kritik an der Windkraft nahm er mit dem Begriff „Verspargelung“ der Landschaft auf, um darzustellen, dass sich Klima nicht durch menschlichen Einfluss verändern lasse, vielmehr der Mensch darauf mit technischen Lösungen reagieren müsse.

Auf das Thema war auch der Listenführer der AfD-Kreistagskandidaten und Gemeinderatskandidat in Schönthal, Josef Lintl, eingegangen. Er sei für Windkraft „wo es passt“. In Grafenkirchen und Pemfling passe es nicht. Die CSU wolle nur deswegen jetzt Windräder, weil sie sich die Grünen als möglichen Koalitionspartner warm halten wollte. Hauptthema von Lintl war allerdings der Wassercent. Nach Darstellung von Lintl werde er allen abgenommen, damit andere, die in hochwassergefährdeten Gebieten gebaut haben, geschützt werden.

Ebenfalls für Kreistag und Gemeinderat kandiert Sebastian Heiland aus Flischbach. Dessen Hauptthema war dann die Windkraft. In einem eingespielten Wahlvideo bezeichnete er sie als „Monstertürme“. Wie wichtig dem AfD-Kreisverband das Thema ist, zeigt auch, dass er dazu ein eigenes achtseitiges Prospekt herausgegeben hat. Heiland sagt, dass bei der Planung der Windräder im Landkreis alles geregelt worden sei, nur die Menschen, die mit diesen Windrädern leben müssten, seien nicht gefragt worden. Die Bohrungen könnten das Trinkwasser gefährden, die Schmierstoffe der Windräder ebenfalls und kaum zu lösen sei die Brandgefahr im Falle eines heißen Sommers.

Auf die Wirtschaftlichkeit von Windkraft ging Kreistagskandidat Stefan Eiber aus Waldmünchen ein. Er stellte anhand der hohe Zahlungen für Ausgleichsschaltungen bei Stromschwankungen die Wirtschaftlichkeit dieser Energieform in Frage. Eiber betonte aber auch, dass er als Landwirt selbst erneuerbare Energien wie PV und Biogas erzeuge.

Auf das Thema Windkraft ging auch kurz die Landratskandidatin Christl Fischer ein. Für sie seien die Bürger nicht gefragt worden, die mit den Folgen leben müssten. Ansonsten war das Thema von Fischer die Migration. Sie wandte sich gegen ein Arbeitsverbot für Migranten. Sie sollten gemeinnützige Arbeit leisten, fotderte Fischer, um wenig später auch solche Sätze zu sagen: „Unser Geld kriegen die Migranten, (....) und mir derm uns aufd Fotzn aufehauen!“

Nach kurzen Reden von Kandidaten aus dem Landkreis Schwandorf sprach Franz Albang aus Tiefenbach/Irlach. Er ist der einzige Bürgermeisterkandidat der AfD im Landkreis Cham. Er sagte, dass er zunächst auch von anderen Parteien als Kandidat angefragt worden wäre. Letztlich habe er sich für die AfD entschieden, weil er hier am besten für eine Kandidatur unterstützt worden sei. Besondere Aufmerksamkeit erhielt er für ein Klöppelkreuz, dass er demnächst gerahmt an den Bundestagsabgeordneten Mixl übergeben wolle, um so für Aufmerksamkeit für das Klöppelmuseum in Tiefenbach zu sorgen.

In der etwas zäh angelaufenen Fragerunde tauchten die Themen Briefwahl und Wahlbeobachtung auf. Hier äußerte sich besonders der Regensburger AfD-Landtagsabgeordnete Dieter Arnold. Er sieht in der Briefwahl die Gefahr der Wahlmanipulation und will sie abschaffen. Zum Thema Wahlbeobachtung, also der Beobachtung der Auszählung von Stimmen, äußerte sich Eiber: „Das darf jeder machen!“ Während Arnold dies zur „Bürgerpflicht“erklärte.

Auch das Thema Windkraft tauchte mehrfach auf. Hier wurden von den Fragenden Grundstücksgeschäfte von Politikern genannt, ohne konkrete Namen oder Fakten zu nennen. Mixl griff dies auf, bat aber darum, ihm per Mail genauere Daten zu nennen, dann könne er der Sache nachgehen.

Fischer: „Das Geld soll in Deutschland bleiben.“

Christl Fischer stellte einen Zusammenhang zwischen der Möglichkeit, regionale Produkte zu kaufen, und Kindergeldzahlungen ins Ausland her. „Das Geld muss in Deutschland bleiben.“

Ziemlich drastisch reagierte Fischer auf das Thema Gendern, dass nur zur Verwirrung diene. Wenn jemand sich ihr gegenüber als Fuchs bezeichne (eine Rolle in der queeren Community), dann „setz ich ihm einen Kadaver vor, den soll er dann fressen!“, sagte Fischer.