Als bei der Premiere des Stadtfestballs in Neustadt das „Herzblatt“ gesucht wurde

Neben dem ersten Stadtfestball im Neustädter Bürgerzentrum und den sportlichen Erfolgen der gebürtigen Kelheimerin Hanni Kolb beschäftigten auch Diskussionen über das Amtsgericht Riedenburg die MZ-Reporter vor Jahrzehnten.
Vor 25 Jahren: Sie waren zwar durch den Atlantik getrennt, aber trotzdem saßen sie in einem Boot: die Hopfenbauern in der Hallertau und in den USA. Deutsche und amerikanische Pflanzer teilten sich zwei Drittel des Hopfen-Weltmarkts und waren harte Konkurrenten. Langfristig gesehen konnten beide aber nur überleben, wenn sie zusammenarbeiteten. Der Präsident der amerikanischen Hopfenpflanzer, Dan Newhouse, war für ein verlängertes Wochenende in die Hallertau gekommen, um für gegenseitiges Vertrauen zu werben. Vor mehr als 300 Hallertauer Hopfenbauern betonte er in Niederlauterbach immer wieder, wie wichtig es war, „nicht sinnlos gegeneinander zu produzieren“. Vielmehr sollten die Pflanzer gemeinsam versuchen, den Markt so zu beeinflussen, dass faire Preise entstünden.Vor 30 Jahren: „Unter Räubern“ lautete das Motto, doch da tummelten sich auch wilde Tiger, anschmiegsame Kätzchen und stolze Venezianer auf dem Parkett. Der erste Stadtfestball im Neustädter Bürgerzentrum: Gut 400 Narren drängelten sich in Saal und Foyer. Nicht dabei die Bürgermeister, aber Bürgermeisterkandidat Thomas Reimer: einmal als schneidiger Seeräuber, einmal als Moderator von „Herzblatt“. Das Team auf der Bühne hatte das Partner-Spielchen mit Texten von Marion Salm ein wenig abgewandelt. Da suchten Bürgermeisterkandidat und Bürgermeister ihre Liebsten.Vor 40 Jahren: Über die spektakulären Erfolge der gebürtigen Kelheimerin Hanni Kolb, verheiratete Zehendner, die nun mit ihrer Familie in Ulm lebte, wurde mehrfach berichtet, da die Sportlerin im Triathlon und im Skilanglauf mit stets mörderischen Leistungsanforderungen von sich reden macht. Jüngster Erfolg war der 24-Stunden-Skilanglauf in Pinzolo im Val Rendena, wo sie unter 133 Staffetten und 70 Einzelläufern mit 255 Kilometern zweitbeste Frau und insgesamt „20.“ wurde. Was eine solche Mammut-Veranstaltung von einer „teamlosen“ Sportlerin an seelischen und körperlichen Reserven forderte, wusste sie.Vor 45 Jahren: Für Diskussionen sorgte das Amtsgericht Riedenburg, das im Zuge des Kanalbaues der Spitzhacke zum Opfer fallen sollte. Nachdem der angekündigte Baustopp die Möglichkeit in greifbare Nähe rückte, dass in Riedenburg in absehbarer Zeit in puncto Kanal nichts geschehen werde, hegten Kanalgegner und Naturschützer neue Hoffnung. Dann wäre auch das Amtsgericht nicht vom Abbruch bedroht. Zu denen, die dies hofften, gehörte auch Kreisheimatpfleger Kurt Brenner, und er verwahrte sich energisch dagegen, dass man zuerst betonte, „weil“ der Kanal gebaut werde, müsse das Amtsgericht weg, und nun behaupte, weil der Kanal „nicht“ gebaut werde, müsse das Bauwerk beseitigt werden.