Bürgerforum zieht Bilanz: Engagement für den Erhalt des Frauensteins bleibt ungebrochen

Hinter dem im Dezember 2024 gegründeten „Bürgerforum zum Erhalt des Mittelgebirgszugs Frauenstein im Markt Winklarn e.V.“ liegt ein intensives erstes Vereinsjahr. Zahlreiche Mitglieder, darunter Ehrenbürger Hans Bock, versammelten sich zur Jahreshauptversammlung, zu der Josef Holler als Mitglied der gleichberechtigten Vorstandschaft begrüßte.
Nach einem kurzen Gedenken an die verstorbenen Mitglieder blickte er auf bewegte Monate zurück.
Mehr als 250 Mitglieder gemeldet seit der Gründung
Ausgangspunkt der Vereinsgründung war die Mitte 2024 bekannt gewordene Planung eines Windparks mit bis zu zwölf Anlagen am Westhang des Frauensteins – mitten in einem geschlossenen, ökologisch wertvollen Waldgebiet und in unmittelbarer Nähe zu wichtigen Trinkwasserquellen, die mehrere Gemeinden (Winklarn, Rötz, Oberviechtach, Tiefenbach) versorgen. „Die Sorge um Wasser und Natur hat viele Menschen bewegt“, betonte Holler. Bereits sechs Wochen nach der Gründung am 16. Dezember 2024 zählte der Verein in seiner ersten Mitgliederversammlung 150 Mitglieder, heute sind es über 250.
Die Vorstandschaft arbeitete sich tief in Themen wie Naturschutz, Wasserrecht und Rückbauverpflichtungen ein, führte wöchentliche Sitzungen sowie zahlreiche Gespräche mit Behörden und Fachleuten. Bei einer Bürgerversammlung am 25. Februar 2025 kamen über 300 Gäste, viele mit großer Sorge um die Auswirkungen auf das Trinkwasser. Die anwesenden Vertreter des Projektanten „Wind18“ beantworteten die Fragen zum Schutz der Quellen und der Natur, zu Versicherungen, zum Brandschutz, zum Stromleitungsbau und zum Rückbau nicht oder nur unzureichend. Auch Bürgermeisterin Sonja Meier sprach sich klar gegen Windräder am Frauenstein aus. Ein weiterer Höhepunkt war eine Informationsveranstaltung mit rund 500 Gästen am 23. Mai 2025 mit Naturfotograf Joe Häckl und einem Brief von Dr. Klaus Richarz, der vor irreversiblen Schäden durch Windkraft im Wald warnte.
Im Juli 2025 konnte der Verein einen wichtigen Erfolg verbuchen: Der Planungsverband Oberpfalz-Nord nahm das Gebiet am Frauenstein vorläufig aus der Liste der Windvorranggebiete. „Das war ein großer Erfolg, aber kein Grund zum Ausruhen“, erklärten die Vorstände Sebastian Kunschir und Konrad Röhrl. Der Verein wolle weiter wachsam bleiben – getreu dem Motto: „Die Schlacht ist gewonnen, aber der Krieg noch nicht.“

Auch der Frauenstein könnte wieder in den Fokus rücken
Denn die Herausforderungen bleiben: Die gesetzlich vorgeschriebene Landesfläche für Windkraft muss bis 2032 von 1,1 auf 1,8 Prozent steigen. Damit könne auch der Frauenstein wieder in den Fokus rücken. Der Verein appelliert an Grundstückseigentümer, sich nicht zu übereilten Pachtverträgen mit Projektanten verleiten zu lassen. Holler warnte: „Eine Unterschrift bindet über Generationen.“ Auch der Rückbau könne teuer werden – im genehmigten Windpark Burglengenfeld wurde pro Anlage eine Summe von 374 750 Euro festgelegt. Experte Jan Eric Zitzke berechnet reale Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Bei Betreiberinsolvenz haftet der Eigentümer für die Differenz.
Unter dem Leitgedanken „#mitnand“ wollen die Mitglieder weiter für den Schutz des Mittelgebirges eintreten. „Wir ertragen bereits die massive Vergrößerung des Vorranggebietes SAD 14 im Nordwesten. Weitere Windräder im Nordosten würden ein Dichtezentrum und starke Einkesselung bedeuten. Dem stehen wir ergänzend zum Trinkwasserschutz entschieden entgegen“, erklärte Kunschir.
Abschließend bestätigte Hans Bock dem Kassier Klaus Mösbauer eine tadellose Kassenführung und dankte allen Engagierten. „Ihr tut das alles im Ehrenamt und im Interesse der gesamten Bevölkerung – heutiger wie künftiger Generationen“, lobte der Ehrenbürger.