Wohnraum, Centrum, Schule: Das planen die Bürgermeister-Kandidaten in Postbauer-Heng

Von Petra Schlierf · 13. Februar 2026 um 17:00

Postbauer-Heng sucht einen neuen Bürgermeister. Nach fast 18 Jahren tritt Amtsinhaber Horst Kratzer von der CSU nicht mehr an. Drei Kandidaten wollen seine Nachfolge antreten: Michael Frisch von der CSU, Armin Gärtner de Freitas von der SPD und Manuel Eckert vom Bürgerblock. Wohin soll die Marktgemeinde unter ihrer Regie steuern?

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■ Knapper Wohnraum, teure Investitionen in die Infrastruktur, immer mehr Aufgaben für die Kommunen: Wie wird Postbauer-Heng fit für die Zukunft?

Michael Frisch (CSU): Postbauer-Heng steht heute bereits sehr gut da, was Wohnen und Infrastruktur angeht. Aber die Liste künftiger Projekte ist lang. Ein großes Thema ist die Umgestaltung der Ortsmitte. Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept für unser Centrum müssen wir jetzt umsetzen. Als Bürgermeister will ich mich für mehr Aufenthaltsqualität für alle Generationen stark machen.

In Sachen Wohnen müssen wir mehr Wohnformen fördern, die die Vielfalt der Lebensentwürfe der Menschen abbilden. Fläche ist ein knappes Gut in Postbauer-Heng. Wichtig sind daher mehr Innenverdichtung und mehr geförderter Wohnungsbau. Neue Wohngebiete wird Postbauer-Heng auch künftig nur in kleinem Maße vertragen.

Michael Frisch (CSU) will die Nachfolge des langjährigen Postbauer-Henger Bürgermeisters Horst Kratzer antreten. - Foto: Jens Diedrich Photography

Armin Gärtner de Freitas (SPD): Zum Thema knapper Wohnraum ist es meiner Meinung nach problematisch, dass eine Marktgemeinde nur sehr eingeschränkt handeln kann. Solange private Eigentümer ihren Baugrund innerhalb der Gemeinde gar nicht oder nur zu sehr hohen Preisen veräußern, wird es für die Gemeinde hier sehr schwierig.

Postbauer-Heng ist flächenmäßig die kleinste Gemeinde im Landkreis und kann nur begrenzt eigene Baugrundstücke veräußern. Hierbei ist es allerdings wichtig, dass auch der EOF-geförderte Wohnungsbau angemessen berücksichtigt wird. (Dabei handelt es sich um einkommensorientierte Förderung, bei der Haushalte mit geringerem Einkommen einen Zuschuss beantragen können, Anm. d. Red.)

Investitionen in die Infrastruktur sind an sich alternativlos und eine wichtige Investition in die Zukunft. Unsere Marktgemeinde ist recht gut aufgestellt für die Aufgaben der Zukunft, dennoch werden die Herausforderungen nicht weniger werden.

Manuel Eckert (Bürgerblock): Ich sehe Postbauer-Heng bestens aufgestellt für die Zukunft! Wir haben die nötigen Investitionen getätigt, z.B. in das Kanalnetz, die Kläranlage und den Hochwasserschutz, es wurden Fahrzeuge für die Feuerwehr angeschafft. Und wir haben Bauprojekte ermöglicht wie das seniorengerechte Ensemble am Schauerholz. Nun stehen weitere Investitionen an, das Naturfreibad muss renoviert werden. Und wir haben das ISEK gestartet, ein zukunftgerichtetes Projekt für unser Centrum. Postbauer ist fit für die Zukunft!

■ Geplante Windräder und PV-Anlagen auf Gemeindegebiet haben zuletzt für Diskussionen gesorgt. Wie soll es weitergehen und wann hat der Markt genug zur Energiewende beigetragen?

Michael Frisch (CSU): Für Postbauer-Heng ist hier die entscheidende Frage, wie wir mit unserer knappen Fläche umgehen. Was Flächen-Photovoltaik angeht, haben wir das Potenzial nahezu ausgereizt. Wir brauchen auch weiterhin Raum für Landwirtschaft und Natur. Die Windräder stoßen überwiegend auf Zustimmung, auch, weil finanzielle Beteiligung möglich sein wird. Vor uns liegt die Wärmewende. Wir müssen ein Konzept für eine klimaneutrale Wärmeversorgung aufzeigen und umsetzen.

Armin Gärtner de Freitas (SPD): Ich befürworte die Energiewende, weg von fossilen Brennstoffen! Dennoch werde ich mich dafür einsetzen, dass zuerst bereits bebaute Dachflächen, auf welche die Gemeinde Zugriff hat, verwendet werden, bevor man in die breite Fläche geht. Wie gesagt, wir sind flächenmäßig die kleinste Gemeinde des Landkreises. Da muss man mit Augenmaß handeln. Windanlagen sind in Postbauer-Heng bereits geplant. Hier gehe ich voll und ganz mit und rate auch hier immer zum richtigen Augenmaß.

Armin Gärtner de Freitas ist der Bürgermeister-Kandidat der SPD für Postbauer-Heng. - Foto: Maria Bayer

Manuel Eckert (Bürgerblock): Die geplanten Windkraft- und PV-Anlagen sind privilegierte Projekte, hier hat der Markt seine Hausaufgaben gemacht. Zusammen mit den privaten Anlagen stehen wir gut da. Jedoch kann hier vieles noch ausgebaut werden, da muss man auch über Förderungen nachdenken. Die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft.

■ Wo liegen Ihre ganz persönlichen Schwerpunkte?

Michael Frisch (CSU): Ganz besonders liegt es mir am Herzen, dass wir die Kommunalpolitik noch konsequenter an der Zukunft ausrichten und die Interessen der kommenden Generationen mitdenken. Die Jugendarbeit der Vereine und Kirchen sowie die Beteiligung der Jugendlichen an der Kommunalpolitik sind dafür ein wichtiger Schlüssel.

Auch die Weiterentwicklung des Bildungs- und Betreuungsangebots an unserer Schule ist für mich zentral. Langfristig sehe ich unsere Schule an einem Standort. Unser Ganztags-Angebot kann sich sehen lassen, muss aber weiterentwickelt werden.

Armin Gärtner de Freitas (SPD): Meine persönlichen Schwerpunkte lege ich auf gute Schulkonzepte, sichere und auf den neuesten Stand gebrachte Schulhäuser und die Überprüfung der Ein- oder Zweihäusigkeit. Zudem ist es wichtig, allen Kindern in Postbauer-Heng geeignete und pädagogisch wertvolle Betreuungsangebote zu ermöglichen.

Auch unsere Seniorinnen und Senioren darf man nicht vergessen. Wir haben gute Konzepte in Postbauer-Heng.

Ich bin aber der Meinung, dass wichtige Themen wie zum Beispiel die Kurzzeitpflege in Postbauer-Heng noch nicht ausreichend bis gar nicht abgedeckt sind. Das ist ein sehr wichtiger Punkt und betrifft inzwischen wirklich viele Bürgerinnen und Bürger.

Zudem spielt das Sicherheitsgefühl in der Marktgemeinde eine große Rolle für mich. Hier möchte ich gemeinsam mit der örtlichen Polizei und allen verantwortlichen Personen Gespräche suchen und umsetzbare Verbesserungen erarbeiten.

Als Unternehmer ist es mir natürlich wichtig, ausreichend Gewerbe in Postbauer-Heng anzusiedeln, beziehungsweise die bestehenden Unternehmen zu unterstützen. Es ist doch toll, wenn man ausreichend und attraktive Arbeitsplätze in der Gemeinde vorfindet und anbieten kann.

Manuel Eckert zieht für den Bürgerblock ins Rennen um das Bürgermeisteramt. - Foto:

Manuel Eckert (Bürgerblock): Als Familienmensch liegen meine persönlichen Schwerpunkte in der Familienförderung, vom Kindergarten und Ganztagesversorgung über die Schule und später dann hin zu Lehrstellen in den örtlichen Betrieben bis hin zu bezahlbarem Wohnraum für junge Familien und Senioren.

Und ich möchte die Möglichkeiten der Digitalisierung im Rathaus noch besser nutzen, damit aktuelle Informationen den Bürger umfassend ins Bild setzen und mehr Dienstleistungen schneller umgesetzt werden können.

Gleiches gilt für die Schulen. Hier brauchen wir zum Beispiel digitale Hardware, um unsere Kinder fit zu machen für das digitale Zeitalter.

Darüber hinaus möchte ich ein Bürgermeister aller sein, bürgernah und im Dialog. Ich möchte Postbauer-Heng als Bürgermeister leiten, mit Zielen und Visionen, das Erreichte bewahren und diesen Weg zusammen mit ihnen gehen. In eine sichere Zukunft in Postbauer-Heng.

Persönliches über die Kandidaten

• Michael Frisch (CSU): Der KFZ-Technik-Meister (39) betreibt die Autowerkstatt Rackl. Mit seiner Frau und drei Kindern lebt er in Pavelsbach. Ehrenamtlich engagiert er sich zum Beispiel im Heimat- und Traditionsverein Pavelsbach und beim TSV Pavelsbach. Seine Freizeit verbringt er außerdem gerne beim Jagen sowie mit Freunden und der Familie.

• Armin Gärtner de Freitas (SPD): Zur Familie des 56-Jährigen gehören seine Frau, vier Kinder, zwei Enkel und zwei Hunde. Er lebt in Postbauer-Heng. Gärtner de Freitas ist seit 40 Jahren Mitglied der SPD. Sein Unternehmen, das ebenfalls in Postbauer-Heng angesiedelt ist, befasst sich mit industrieller Automatisierung.

• Manuel Eckert (Bürgerblock): Manuel Eckert ist 34 Jahre alt und arbeitet als Technischer Mitarbeiter im Bereich Abwassertechnik. Mit seiner Partnerin und zwei Kindern lebt er in Postbauer-Heng. In seiner Freizeit ist er beim Henger SV aktiv.