Leckere Pizza und Bierstangerl kamen in den Ofen

Es sind zwar noch einige freiwillige Arbeitsstunden notwendig, bis das Backhaus im Neustädter Ortsteil endgültig fertig ist. Allerdings hat die Dorfbevölkerung ihren Ofen schon einmal erfolgreich angefeuert. So soll es in den kommenden Monaten weitergehen.
„Wir sind zu 98 Prozent fertig“, schätzt Andreas Schmid, Feuerwehrmitglied und einer der Initiatoren des Projekts in Marching, die Lage mit etwas Augenzwinkern ein, „leider hat uns die Witterung ein wenig einen Strich durch die Rechnung gemacht“. Denn eigentlich wollte man, das hat vor einigen Wochen Feuerwehrkommandant Christoph Treffer gegenüber dieser Zeitung betont, 2025 noch fertig werden mit den Arbeiten am Gebäude.
Wie berichtet gehört die Feuerwehr zu den Hauptinitiatoren des Projekts, das aber ein Gemeinschaftswerk der gesamten Ortsbevölkerung sei. Die hat bisher auch zusammen hingelangt, so dass bisher ohne Ausnahme ehrenamtliche Arbeitsstunden auf der Baustelle neben dem Feuerwehrgerätehaus geleistet worden sind.
Die Dinge, die noch zu erledigen sind, sollen laut Schmid jetzt im Frühjahr geschehen. „Wir wollen nun den Frost abwarten“, gibt er die Marschrichtung vor. Etwa müsse das Gelände noch angepasst werden, außerdem gilt es, das Gebäude zu weißeln. Dass es für diese Maßnahmen eventuell an Arbeitskräften fehlen werde, sei nicht zu erwarten.
Die Premiere war zwischen Weihnachten und Neujahr
Nicht zuletzt deshalb, da die Ortsgemeinschaft den Ofen schon einmal erfolgreich getestet hat. „Zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir ihn das erste Mal angeworfen. Es gab Pizza und Bierstangerl“, freut sich Schmid noch einige Wochen danach. Vor allem die Kinder aus Marching durften da zugreifen. Der Andrang hungriger Mäuler war insgesamt sehr gut. Mittlerweile habe man auch schon gebacken - das ist ja der eigentliche Zweck eines Backofens.

Ein ausgefeiltes Konzept oder einen richtiggehenden Terminkalender hinsichtlich der Nutzung des Ofens, gibt es nicht. Allerdings ist man sich im Ort mittlerweile einig geworden, auf welche Weise man verfährt. „Es gibt eine WhatsApp-Gruppe der Dorfgemeinschaft. Da soll ein jeder, der den Ofen fürs Backen nutzt, Bescheid geben. Da können dann auch weitere dazukommen, um ihn dann gleich auch zu nutzen.“ Brennmaterial müsse selbst mitgebracht werden.
Privates Backen - aber auch Partys in Marching
Grundsätzlich ist man vorbereitet: Wie berichtet haben einige Frauen aus dem Ort längst einen Backkurs für solche Öfen gebucht, um richtig mit ihm umgehen zu können. Grundsätzlich dürfe jeder, der im Ort selbst Brot backen will, das Backhaus nutzen. Aber sicher werde der dortige Ofen auch bei Festen und Vereinsfeiern zum Einsatz kommen.
Die konkreten Bauarbeiten starteten wie berichtet im September vorigen Jahres - auf Ideensammlung für ein Dorfprojekt ist man in Marching allerdings schon 2024 gegangen. „Innerhalb der Feuerwehr hatten wir uns zusammengesetzt und geredet, was wir am besten für die Dorfgemeinschaft machen können“, sagte vor einigen Wochen Feuerwehrkommandant Treffer. Die erste Idee sei dann eine Stockbahn gewesen. Doch die würde dann doch wohl nur einem Teil der Marchinger Bevölkerung eine Freude machen - fiel das Urteil dafür nicht absolut positiv aus.

Auf dem Vorschlagszettel stand auch ein Backhaus. Als man sogar eine Fördermöglichkeit über das Leader-Programm für so ein Vorhaben ausgemacht hatte, war die Entscheidung gefallen. Allerdings fließt diese Unterstützung laut Treffer nun doch nicht - der Fördertopf sei schlichtweg nicht voll genug. Glücklicherweise greift der Dorfgemeinschaft die Kommune unter die Arme. Die Abmachung war: Es gab 10.000 Euro, um damit das Baumaterial zu finanzieren. Die Arbeit an sich übernahm die Dorfbevölkerung. Ähnliche Konzepte gab und gibt es im Umkreis immer wieder bei ähnlichen Projekten - etwa beim Dorfgemeinschaftshaus im Abensberger Ortsteil Arnhofen.
Über den Standort hat man nicht groß nachgedacht. Auf dem Areal, auf dem das Feuerwehrgerätehaus steht und das der Kommune gehört, war noch genügend Platz für das kleine Gebäude. Der betreffende Bereich war bisher überdies ungenutzt.