Die Grünen in Furth im Wald gehen mit Vollgas in den Kommunalwahlkampf

Von Alexander Frimberger · 6. Februar 2026 um 17:00

Wahlkampfauftakt der Grünen im „Dubay“ am Dienstagabend. Die Spitzenkandidaten haben sich Interessierten vorgestellt und sind im Detail auf die Pläne der kommenden sechs Jahre eingegangen. Kaum ein Thema, das nicht besetzt ist. Vor allem auch mehr Transparenz für alle Further hat sich Bürgermeisterkandidat Stefan Zeller auf die Fahne geschrieben.

Grüne Stadtratspolitik ist weit mehr als Tier- und Klimaschutz, so viel ist an diesem Abend klar geworden. Gut vorbereitet gingen die Listenbewerber von Platz eins bis vier an den Start. Ein bunter Strauß aller derzeit relevanten Stadt-Themen wurde an die interessierten Besucher verteilt. Frische Ideen, wie eine überdachte Fahrradgarage am Bahnhof, sind zur Sprache gekommen. Tier- und Klimaschutz ist natürlich dabei.

Ein Preis für den schönsten Further Garten

So hat die 30-Jährige Julia Bertsch, die seit Jahren bei der Katzenhilfe tätig ist, Tierschutz als ihr Thema besetzt. „Wer die Natur und die Tiere schützt, schützt auch uns Menschen“, sagt sie.

Drängendstes Problem im Moment: Die Katzenhilfe braucht bis 2028 eine neue Heimat. Sie sieht die Stadt in der Pflicht, aktiv mitzuhelfen, eine zu finden. Ansonsten müssten die Miezen im Rathaus einziehen (wir berichteten). Doch nicht nur Streuner und unliebsam gewordene Haustiere müssten geschützt und betreut werden, bis hin zu den kleinsten Wesen müssten Lebensgrundlagen geschaffen oder erhalten werden. Bertsch fragt sich, wer kontrolliert, ob bei Versiegelung, wie im Gewerbegebiet Dr.-Georg-Schäfer Straße, die erforderlichen Ausgleichsflächen geschaffen wurden. Sie zweifelt an, dass das passiert, wenn sie sagt: „Wieso kontrolliert es keiner, wieso wird es nicht umgesetzt?“ Sie kann sich auch einen jährlichen Preis für den naturfreundlichsten Garten vorstellen.

Simon Löffelmann (29) ist Ingenieur der Energietechnik. Er hat beruflich mit der Planung und dem Bau von Photovoltaikanlagen zu tun. Er mache die Erfahrung, dass das in vielen Kommunen immer mehr zum Thema werde. In Furth im Wald nicht, bedauert er. Seine Forderung: Jedes Jahr sollte auf eine öffentliches Gebäude eine Photovoltaikanlage. Alles, was man selbst betreibe und nicht zukaufen müsse, spare. Das sei ja auch der Gedanke der regionalen Energieversorgung, die gerade im Landkreis vorangetrieben wird.

Dies sei gut und wichtig, allerdings haben städtische Anlagen laut Löffelmann den Vorteil, dass sie sich schneller amortisieren, bedeutet: Das eine tun, das andere aber nicht lassen. Weitere Themen sind unter anderem die Umstellung auf erneuerbare Wärmequellen vor allem in Neubaugebieten und der Ausbau der öffentlichen Ladestruktur. Mehr und schneller ladende Säulen seien nötig. Man müsse für Betreiberfirmen Flächen zur Verfügung stellen.

Marina Schmid (41) nimmt sich der Themen Jugend und Familie an. Sie ist eine Verfechterin der offenen Jugendarbeit. Die Vereinsarbeit sei in der Stadt hervorragend, aber es brauche auch Räume für Jugendliche, die sich nicht im Verein engagieren wollen. „Niederschwellig“ soll das Angebot sein. Ein Ort, wo es keine Mitgliedschaft braucht, man keine Verpflichtungen hat und auch keine speziellen Fähigkeiten braucht. Ein Raum, um sich mit Freuden zu treffen. Im Idealfall ein Jugendtreff oder ein Jugendzentrum. Das Projekt sollte von einem Jugendsozialarbeiter stundenweise begleitet werden.

Stefan Zeller, der als Bürgermeisterkandidat voranschreitet, treibt ein Dauerthema um, und das nicht erst in Wahlkampfzeiten: Der Hochwasserschutz (wir berichteten). Bei einem Jahrhunderthochwasser seien große Teile des Stadtgebietes gefährdet. Er verweist auf eine Studie, die zum Thema angefertigt wurde: „Keiner kann im Katastrophenfall sagen, er habe es nicht gewusst.“ Deswegen lautet seine Forderung, Hochwassserschutz an der Kalten Pastritz zeitnah umzusetzen.

Photovoltaik auf möglichst alle öffentlichen Gebäude, das ist eine Forderung der Further Grünen. - Foto: Bernd Weißbrod / dpa

Zeller möchte mehr Transparenz und Bürgernähe

Ein großes Anliegen ist ihm auch Bürgernähe und die damit verbundene Transparenz der Stadtratsarbeit. Er möchte, dass die Unterlagen, die das Gremium bekommt, sowie die Sitzungsprotokolle im Internet veröffentlicht werden. Dazu müsste es die Protokolle aber erst einmal geben. Er bemängelt, dass man darauf bis zu einem Jahr wartet.

Ebenso stößt ihm die Haushaltsplanung sauer auf. Da werde der Stadtrat zu wenig einbezogen. Es könne nicht sein, dass fünf Millionen Euro gestrichen werden und man keine Hintergrundinformationen bekommt. In anderen Kommunen würden die Fraktionen die anstehenden Aufgaben gemeinsam besprechen, alles in einen Topf werfen und dann gemeinsam entscheiden, was angepackt wird und was warten muss.