Vier Kandidaten, vier Schwerpunkte: Wie soll das Lappersdorf der Zukunft aussehen?

In Lappersdorf stellen sich am 8. März vier Bürgermeisterkandidaten zur Wahl. Die MZ hat gefragt: „Welche drei Schwerpunkte würden Sie im Falle Ihrer Wahl setzen?“
Dr. Franz Rumstadt (CSU):
Mein Team und ich haben uns ein breites 100-Punkte-Programm für ein starkes und lebenswertes Lappersdorf vorgenommen. Darunter habe ich drei Top-Prioritäten. Erstens: die Umgestaltung des Lappersdorfer Ortskerns zu einem lebendigen und wunderschönen Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität, Gastronomie und einem schnellen Ende der „unechten Einbahnstraße“.
Zweitens: Der Umbau der Gemeinde zu einem Dienstleister für unsere Bürgerinnen und Bürger mit längeren Öffnungszeiten für Rathaus und Wertstoffhof, Erreichbarkeit auch an Brückentagen und echten digitalen Services. Drittens: Neuer Wohnraum mit Maß und Verstand durch Entwicklung in allen Ortsteilen: ja. Wachstum um jeden Preis: nein. Was mir bei alldem übergreifend am Herzen liegt: Lappersdorf braucht wieder ein Miteinander über alle Parteigrenzen hinweg, sachlich, respektvoll und lösungsorientiert. Jede und jeder, der sich zur Wahl stellt, hat starke Ideen und möchte das Beste für unser Zuhause. Das können wir noch viel besser nutzen und Gräben überwinden, Brücken bauen, gemeinsam anpacken sowie sich durch die Konflikte aus der Vergangenheit nicht die Zukunft verbauen lassen: Das wird die zentrale Aufgabe des nächsten Bürgermeisters. Und genau diese Aufgabe möchte ich langfristig übernehmen.
Christian Hammer (SPD):
Kommunalpolitik ist für mich mehr als Verwaltung. Sie soll Lebensqualität sichern, verbessern und vorausschauend gestalten für alle Generationen. Daran möchte ich meine Arbeit ausrichten und setze dafür drei klare Schwerpunkte. Erstens: bezahlbares Wohnen, denn Lappersdorf braucht Wohnraum für Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende. Dieses Thema darf nicht allein privaten Investoren überlassen werden. Ich möchte, dass die Marktgemeinde selbst aktiv wird und kommunal baut. Zudem will ich prüfen, ob gemeinsam mit dem Landkreis und benachbarten Gemeinden eine interkommunale Wohnungsbaugesellschaft gegründet werden kann. Ergänzend setze ich auf einen Mix aus Sozialquoten, privaten Projekten und Förderprogrammen. Zweitens: Kinder, Jugendliche und Bildung stärken. Unsere Infrastruktur muss mitwachsen. Schulen und Kitas stoßen an ihre Grenzen. Ich setze mich für Erweiterungen, verlässliche Betreuungsangebote und zeitgemäße Lernräume ein. Jugendliche sollen durch echte Beteiligung Verantwortung übernehmen können. Drittens: starke Ortskerne und solide Finanzen. Lebendige Ortskerne brauchen Aufenthaltsqualität und Nahversorgung. Gleichzeitig gilt für mich: sparsam wirtschaften, realistisch planen und Kosten senken, ohne zusätzliche Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger.
Janis Wessely (Linke):
Ich bewerbe mich erstmals für die Partei „Die Linke“ in Lappersdorf als Bürgermeisterkandidat. Kurz zu meiner Vorstellung: Ich bin 40 Jahre alt, bald zweifacher Vater und arbeite als Betriebsratsvorsitzender in der Telekommunikationsbranche. Ich verstehe Politik als Möglichkeit, Lappersdorf für alle lebenswert zu gestalten, nicht nur für wenige, und ich will einen neuen sozialen Aufbruch für Lappersdorf. Zu meinen drei zentralen Schwerpunkten zähle ich zum einen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Durch kommunales genossenschaftliches Bauen sollen Familien, Alleinerziehenden und Senioren dauerhaft sichere und faire Mieten ermöglicht werden. Ein weiteres Herzensthema ist mir die Verbesserung der Kinderbetreuung und Bildungspolitik. Ich fordere mehr Investitionen in Kitas, Schulen und inklusive Bildung, damit jedes Kind, unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund, die gleichen Chancen erhält. Schließlich liegt mir die soziale Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am Herzen. Kultur, Freizeit und Begegnung sollen für alle zugänglich sein, unabhängig von Einkommen oder sozialem Status. Denn Gemeinschaft entsteht, wenn niemand ausgeschlossen wird. Mit meiner Kandidatur möchte ich Lappersdorf zu einem Ort machen, in dem Solidarität und Teilhabe gelebte Realität sind.
Christian Hauner (FW):
Die Ausweisung neuer Baugebiete in Lappersdorf ist für mich einer der Schwerpunkte für die kommenden Monate und Jahre. Wir wollen jungen Familien die Möglichkeit bieten, zu erschwinglichen Preisen in ihrer Heimat ihre Zukunft zu gestalten. Dasselbe gilt für die Planung neuer Gewerbegebiete, um unsere Firmen und Betriebe hier ebenfalls zu unterstützen.
Die Sanierung beziehungsweise Neugestaltung unserer Ortsdurchfahrt mit Marktplatz ist ein weiterer Schwerpunkt, ebenso die Modernisierung und der Ausbau unserer Kinder- und Jugendbetreuung, die selbstverständlich ebenfalls auf unserer Agenda stehen. Zudem werden viele Investitionen in unsere Infrastruktur, beispielsweise in das Kanal- und Straßennetz, fließen. Auch die Turnhalle an der Mittelschule und die Gemeindehalle müssen saniert werden. Zu weiteren wichtigen Schwerpunkten zähle ich auch den Katastrophenschutz und vor allem die Unterstützung unserer vier Ortsfeuerwehren. Selbstverständlich wollen wir auch weiterhin das Ehrenamt fördern und unsere Vereine und Verbände, die das Rückgrat unseres Marktes bilden, unterstützen. Darüber hinaus arbeiten wir intensiv an der Digitalisierung der Marktverwaltung. Bei all den Herausforderungen und Aufgaben werde ich aber auch die Entwicklung unserer Finanzen immer im Blick haben.