Nach tödlicher Attacke gegen Zugbegleiter: Politik fordert mehr Sicherheit und höhere Strafen

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Rahmen einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn in Rheinland-Pfalz haben sich Politiker entsetzt gezeigt. Zudem forderten sie mehr Sicherheit in Zügen und höhere Strafen für Täter.
„Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück“, erklärten der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (beide SPD) am Mittwoch gemeinsam in Mainz und Saarbrücken.
Ein 36 Jahre alter Zugbegleiter war am Montagabend bei einem Angriff während einer Fahrkartenkontrolle lebensbedrohlich verletzt worden, als der Zug den Bahnhof Landstuhl bei Kaiserslautern verließ. Nach Ermittlerangaben wollte der Bahnmitarbeiter zuvor einen Reisenden wegen eines fehlenden Fahrscheins des Zuges verweisen.
Haftbefehl gegen 26-jährigen Tatverdächtigen
Der 36-Jährige wurde bei dem Angriff durch Faustschläge gegen den Kopf so schwer verletzt, dass er reanimiert werden musste. Er wurde in ein Krankenhaus ins saarländische Homburg gebracht. Dort starb er an seinen Verletzungen. Als tatverdächtig gilt ein 26-Jähriger. Er wurde noch vor Ort festgenommen. Das Amtsgericht Zweibrücken erließ am Dienstagabend Haftbefehl gegen ihn.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert mehr Sicherheitspersonal in den Zügen. „Wir erkennen seit langer Zeit die wachsende Kriminalität und Brutalität auch im Bahnbereich“, sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der „Rheinischen Post“. „Seit Jahren fordern wir die Aufstockung des Personals in diesem Bereich.“
Innenminister Dobrinth fordert härtere Strafen
Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) fordert verstärkte Schutzmaßnahmen für das Bahnpersonal.„Wir müssen gemeinsam mehr tun für den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärte Schnieder am Mittwoch laut Mitteilung seines Ministeriums in Berlin. „Züge und Bahnhöfe müssen sicher sein.“ Alle staatlichen Ebenen seien nun gefragt, der steigenden Gewaltbereitschaft Einhalt zu gebieten.
Es sei bekannt, dass auf gewissen Strecken in bestimmten Zeiten Zugbegleiterinnen nicht mehr alleine fahren, da die Gefahr zu groß sei. „Sowohl die Bundespolizei, aber auch die DB Sicherheit müssen hier dringend und zwingend aufgestockt werden. Flächendeckende Streifen zu dritt, durch künstliche Intelligenz unterstützte Kameraüberwachung und klare Befugnisse auch im Bereich der Kontrollen sind nun erforderlich“, betonte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf.
Für höhere Strafen sprach sich Bundesinnenminister Alexander Dobrinth (CSU) aus. „Der strafrechtliche Schutz für Mitarbeiter bei Dienstleistungsunternehmen wie der Bahn muss deutlich verschärft werden“, erklärte Dobrindt am Mittwoch. „Der Strafrahmen muss ausgeweitet und die Mindeststrafen für Angriffe deutlich erhöht werden.“ Die steigende Gewalt gegenüber Mitarbeitenden des öffentlichen Dienstes und Dienstleistern wie der Bahn brauche „entschiedene Konsequenzen“.