Bauvorhaben in Mühlhausen bleibt umstritten

Von Wolfgang Abeltshauser · 4. Februar 2026 um 15:00

Immer wieder kommt es vor, dass Grundstückseigentümer versuchen, bei Bauvorhaben ihre Möglichkeiten bezüglich der Größe von Gebäuden auszureizen. Das ist aus ihrer Sicht verständlich, stößt sich aber öfter mit Gestaltungsgrundsätzen von Kommunen. Jetzt hatte sich der Bauausschuss von Neustadt a. d. Donau mit einigen Fällen dieser Art zu beschäftigen.

Auf dem Tisch hatte das Gremium ein Vorhaben aus Mühlhausen liegen, dem letztendlich nicht zugestimmt wurde. Es handelt sich um ein ehemaliges Bankgebäude an der Siegenburger Straße, das laut Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) längst verkauft ist. Ein privater Investor will den Bau jetzt umbauen, um dort Wohnungen unterzubringen. Das sei nachvollziehbar, er sei auch von Beginn an in Gesprächen mit dem Bauherrn gewesen. „Aber diese Dimension war nicht Gegenstand unserer Gespräche.“

So führte Anna-Lena Mayer, die stellvertretende Leiterin des städtischen Bauamts, in der Sitzung aus, dass es einen Anbau in der Größe eines Zweifamilienhauses geben soll. Dies sei eine zu starke Überbauung des Geländes, es gebe dann zu wenig Grün. „So fügt sich das nicht in die Umgebung ein. Das Ortsbild wird beeinträchtigt.“ Außerdem seien einige Stellplätze so angeordnet, dass man nur rückwärts auf die vielbefahrene Siegenburger Straße ausfahren könne.

Nachbesserungen in Mühlhausen reichen nicht aus

So könne man dem nicht zustimmen, weshalb es erneute Gespräche mit dem Investor gab, der jetzt auch eine alternative Planung vorgelegt habe. Allerdings habe sich im Vergleich zur Ersten nicht viel getan - vor allem betreffend der überbauten Fläche. „So reicht das bei weitem nicht aus“, stellte der Bürgermeister fest, der auf weitere Gespräche hofft. „Das ist ja ein Grundstück, das eine gewissen Aufmerksamkeit hat.“ Stadtrat Konrad Sigl (CMWG), der aus dem Ortsteil stammt, stellte fest: „So passt das Vorhaben sicherlich nicht ins Ortsbild.“

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Ähnlich sieht es bei zwei weiteren vorgelegten Bauvorhaben aus, die ebenso nicht die Zustimmung des städtischen Bauausschuss fanden. In der Föhrengasse will ein Investor ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten errichten. Laut Mayer überschreitet die Wandhöhe das Maß, das in diesem Bereich bisher zu finden ist. Bei einem Hausprojekt in der Siedlungsstraße im Ortsteil Bad Gögging sei es genau so. Sie sprach davon, dass die Wandhöhen bis zu zwei Meter die bisherigen Beispiele überträfen. Im Fall in der Föhrenstraße wäre das Problem laut Memmel einfach dadurch zu lösen, statt eines Pult- ein klassisches Satteldach vorzusehen.

Denkmalschutz spricht in der Krebsturmgasse mit

Dagegen fand das Vorhaben, ein Wohngebäude in der Krebsturmgasse zu sanieren, Zustimmung im Gremium. Eigentlich hatte der Antragsteller laut Mayer ursprünglich vor, den alten Bau abzureißen und neu zu bauen. Allerdings habe hier der Denkmalschutz ein Mitspracherecht, da sich betreffendes Gebäude im Sanierungsbereich der Innenstadt befinde. Ein Abriss sei abgelehnt worden, da das Gebäude erhaltenswert sei, so dass der Investor nun sanieren will.

Dieses Haus in der Krebsturmgasse soll saniert werden. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Memmel erinnerte in diesem Zusammenhang an das seitens des Stadtrats angestoßene Denkmalschutzkonzept. Genau für solche Fälle sei es gedacht. Der Bauherr habe jetzt Mehrarbeit, weil er grundsätzlich hat umplanen müssen. Dies könne man vermeiden, wenn er schwarz auf weiß nachlesen könne, auf welche Weise er bei seinem Objekt vorgehen könne und auf welche nicht. Ziel ist es wie berichtet, mit dem Konzept parzellenscharf Handlungsempfehlungen und Möglichkeiten aufzuzeigen.

Vertrag soll helfen, bei der Gestaltung mitreden zu können

In der Trepfenau plant ein Bauherr ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten, so dass er einen Bauvorantrag gestellt hat. Ein Gebäude in dieser Größenordnung passe dort durchaus hin - befand der Bürgermeister. Geklärt werden müsse aber die Gestaltung des Baus. Deshalb habe man seitens der Verwaltung vor, mit dem Antragsteller einen so genannten städtebaulichen Vertrag zu schließen, in dem bestimmte Dinge festgelegt werden können. Aus dem Gremium gab es dazu keinen Widerspruch.

Ein Wohngebäude in der Sudetenstraße soll umgebaut und vergrößert werden. Daran hatte auch niemand im Gremium etwas auszusetzen. Allerdings seien die Ausfahrten vom Grundstück laut Mayer so vorgesehen, dass sie im Kreuzungsbereich auf die Straße führen. Das sollte nicht sein - waren sich alle einig. Grundsätzliche kritische Töne kamen nur von Sabine Rieger (SPD): In diesem Bereich parken in ihren Augen jetzt schon viele Autos an der Straße. Mit noch mehr Wohnungen werde das sicherlich nicht besser werden.