Spektakulärer Reifenplatzer: 40-Tonner walzt über Parkplatz an der B20 bei Cham

Von Johannes Schiedermeier · 2. Februar 2026 um 09:59

Der 25 Jahre alte Lenker eines belarussischen Transporters hat am Montagmorgen auf dem Parkplatz der B20 bei Kothmaißling nahe Cham ein jähes Erwachen. Direkt neben ihm zerfetzt es den Außenspiegel, die Seitenscheibe der Fahrerkabine fliegt ihm um die Ohren. Das Letzte, was er vielleicht noch gesehen hat: ein 40 Tonnen schwerer Milchlaster schlittert an ihm vorbei — im Gegenverkehr!

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Die eintreffenden Rettungskräfte finden gegen 7.50 Uhr ein verwirrendes Bild der Verwüstung vor. Der Parkplatz ist ein Trümmerfeld. Mitten drin steht ein Milchtanker verkehrt herum. Am Ende erster Ermittlungen der Polizei wird dann langsam klar, dass an diesem morgen zahlreiche Schutzengel alle Hände voll zu tun gehabt haben müssen.

Lastzug-Fahrer reagiert wohl geistesgegenwärtig

Der Fahrer des vollbeladenen Milchtankers hat wohl alles richtig gemacht und ein riesengroßes Glück dabei gehabt. Auf Höhe des Parkplatzes ist der 56-jährige Mann aus Tschechien in Richtung Cham unterwegs. Kurz vor der Einfahrt zum Parkplatz zerreißt es ihm den linken Vorderreifen. Er zieht wohl geistesgegenwärtig den Lastzug über die Gegenfahrbahn in den Parkplatz. Für jeden, der ihm dabei begegnet wäre, hätte das wohl bitter geendet.

Dann walzt der Lkw rund 30 Meter Leitplanke nieder, schleudert über die noch flache Böschung in die Einfahrt und streift den dort abgestellten Transporter eines schlafenden Belorussen. Erst nach 150 Metern kommt der Tanker kurz vor der Ausfahrt zum Stillstand.

Riesiges Glück hat der schlafende Fahrer dieses Transporters, dessen Rückspiegel vom vorbeischlitternden Lkw getroffen wird. Die Bremsspuren sind auf dem Asphalt noch sichtbar. - Foto: Johannes Schiedermeier

Die alarmierten Feuerwehren aus Chameregg, Chammünster und Kothmaißling finden nicht nur ein Trümmerfeld vor. Es läuft eine ziemliche Menge Diesel aus, weil der Tank des Milch-Lastzuges von den Streben der Leitplanke aufgerissen worden ist. Die Feuerwehr Cham wird nachalarmiert. Es sind große Mengen Bindemittel notwendig. Der Schaden an den Fahrzeugen und an der Leitplanke ist immens.

Große Mengen Diesel sind ausgelaufen

Den Rest Diesel, der sich noch in den beschädigten Tanks befindet, lässt die Feuerwehr in Behälter ablaufen. Weil nicht klar ist, ob Treibstoff über den leicht geneigten Parkplatz in die angrenzende Böschung gelangt ist, wird das Wasserwirtschaftsamt informiert. Vermutlich muss Gelände abgebaggert werden. Die Suche nach dem geplatzten Reifen findet eine überraschende Lösung: Die Lauffläche hat sich abgelöst und mit dem Profil nach innen um die Achse gewickelt.

Nach einem Reifenplatzer unter dem Führerhaus bringt der Fahrer den vollbeladenen Milchtanker nach 150 Metern zum Stehen. Die Feuerwehr fängt auslaufenden Diesel auf. - Foto: Johannes Schiedermeier

Die beiden Unfallbeteiligten sind unverletzt. Das Straßenbauamt schickt Mitarbeiter, die sich um die beschädigte Leitplanke kümmern.