Der Seniorenbus in Bad Kötzting kann endlich starten

Von Stefan Weber · 31. Januar 2026 um 17:00

Rund 7500 Einwohner der Stadt leben auf einer Fläche von gut 60 Quadratkilometern – rund ein Drittel davon ist 65 Jahre oder älter. Der Öffentliche Personen-Nahverkehr begünstigt Menschen ohne eigenes Fahrzeug nicht gerade. Umgekehrt gibt es genügend Rentner, die sich ein eigenes Fahrzeug gar nicht leisten können. Doch: Wie erledigen die ihre Einkäufe und kommen zum Facharzt in die Nachbarstädte?

Das sind die Rahmenbedingungen, die nicht nur Bürgermeister Markus Hofmann, sondern auch der Seniorenbeirat der Stadt seit vielen Jahren nur zu gut kennt. Darum waren alle gemeinsam auch schon länger auf der Suche danach, wie älteren Mitbürgen geholfen werden könnte.

Drei Fahrer waren schnell gefunden

Die Lösung ist weiß, hat neun Sitze und ist vor wenigen Tagen in der Stadt eingetroffen: Ein Kleinbus der Marke Citroën wurde neu gekauft und ausgeliefert. Der Clou daran: Nicht die Stadt hat ihn bezahlt, sondern die Stiftung Lichtblick Seniorenhilfe in München. Bei der hatte sich die Stadt als zweite im Landkreis (nach Waldmünchen) erfolgreich um einen Seniorenbus beworben.

Versichert und unterhalten wird der nun durch die Stadt – im Verhältnis zu den 39 000 Euro Neupreis für das Fahrzeug stellten die laufenden Kosten aber nur eine geringe Belastung für den städtischen Haushalt dar, wie Bürgermeister Markus Hofmann am Donnerstag bei der offiziellen Übergabe erklärte. Kosten für die Fahrer entstünden erst einmal keine. Nach einem Aufruf der Stadt an Freiwillige, sich dafür zu melden, hatte es schon vor Monaten drei positive Rückmeldungen gegeben: Josef Maier, Jakob Pellkofer und Uwe Wessels hatten sich gemeldet.

Während sich die drei Herren erst einmal mit dem Fahrzeug vertraut machen, das künftig am Rathaus geparkt werden soll, macht sich der Bürgermeister schon Gedanken darüber, wie das Fahrzeug bestmöglich genutzt werden könnte: Denkbar seien nicht nur einzelne Fahrten mit einem Senior oder einer Seniorin der Stadt – auch, wer in Bad Kötzting in einem Senioren-Wohnheim lebt, könnte die Leistung in Anspruch nehmen; Oder auch mehrere ältere Bürger gemeinsam, die aus eher entlegeneren Stadtteilen zum Einkaufen in die Stadt wollten.

Wie hoch wird der Bedarf tatsächlich sein?

„Wir wären auch offen dafür, wenn sich Nachbarorte beteiligen wollen“, sagt der Bürgermeister. Dann müssten sich die Kommunen allerdings auch an den Unterhaltskosten beteiligen und eigene Fahrer organisieren, die den Kleinbus (der übrigens mit dem Autoführerschein gefahren werden darf) abholten.

Fachärzte, Krankenhäuser – auch im Landkreis Regen – seien mögliche Ziele. Dass die drei Fahrer nur eher selten hinterm Steuer des Fahrzeuge sitzen werden, glaubt Brigitte Ertl, Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt, nicht.

Schon vor Jahren habe sie auch selbst im Seniorenclub ähnliche Fahrten auf eigene Kosten übernommen. Darum lautet ihr Fazit schon vor der ersten Fahrt: „Alle Ehre für das Ehrenamt, sonst ginge das gar nicht“ – auch nicht für eine Stiftung und für viel Geld.

So kann der Bus gebucht werden

■ Anmeldung: Unter der Telefonnummer (0 99 41) 60 21 23 können ab Montag, 2. Februar, Fahrten mit dem Seniorenbus zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathaus gebucht werden.

■ Voraussetzung: Die Fahrten sind kostenlos, müssen aber mindestens einige Tage im Voraus geplant werden. Das Fahrzeug darf auch nur in Anspruch genommen werden, wenn es sonst keine andere Möglichkeit gäbe, um etwa zu einem Arzt oder ins Krankenhaus zu kommen. Auch wenn andere Möglichkeiten durch die Krankenkasse bezahlt würden, scheidet der Seniorenbus aus. wf