Generationswechsel: Linda Erlmeier übernimmt Juweliergeschäft in Bodenwöhr

Schon als Kind wusste Linda Erlmeier, wo ihr Weg sie einmal hinführen würde. „Schmuckverkäuferin wie die Mama“ wollte sie werden, erzählt die 31-Jährige. Nun steht die Augenoptikermeisterin an der Spitze des Optiker- und Juweliergeschäfts Erlmeier in Bodenwöhr und führt das Traditionsunternehmen in dritter Generation weiter.
Erst im vergangenen Herbst feierte der Familienbetrieb in der Sandfeldstraße sein 70-jähriges Bestehen. Für Linda Erlmeier war die Übernahme ein naheliegender Schritt: Gemeinsam mit ihrem Bruder David wuchs sie im Haus über dem Geschäft auf, der Laden gehörte von klein auf zum Alltag. „Wir sind praktisch hier groß geworden“, sagt sie.
Gegründet wurde das damalige Uhrmachergeschäft 1955 von Josef und Martha Erlmeier. Zehn Jahre später erweiterte Uhrmachermeister Josef Erlmeier den Betrieb um den Bereich Augenoptik. Sohn Michael Erlmeier (66) stieg 1975 ein, absolvierte später die Meisterprüfung als Augenoptiker und führte das Geschäft gemeinsam mit seiner Frau Sabine weiter. Sie unterstützt den Betrieb seit 1986, kümmert sich um Buchhaltung und Schmuckeinkauf – und gab die Begeisterung für Schmuck an ihre Tochter weiter.
Linda Erlmeier absolvierte von 2010 bis 2013 eine Ausbildung zur Augenoptikerin in Nabburg, anschließend sammelte sie ein Jahr Berufserfahrung im Familienunternehmen. An der Fachschule für Augenoptik in München legte sie schließlich die Meisterprüfung ab und kehrte 2016 als Augenoptikermeisterin nach Bodenwöhr zurück.
Mit frischen Ideen brachte sie neue Impulse ein. So gab sie den Anstoß für den Umbau und die Erweiterung des Geschäfts im Jahr 2020. Auf ihren Vorschlag hin entstand auch ein eigener Bereich für ein Trauringstudio. „Meine Eltern waren immer offen für meine Ideen“, sagt sie dankbar. Auch Bruder David ist fest im Betrieb verankert und für die IT unverzichtbar. „Als Familie sind wir ein starkes Team“, betont Linda Erlmeier.
Besonders schätzt sie die Nähe zu den Menschen vor Ort. „Der persönliche Kontakt zu unseren Kunden, viele davon Stammkunden, ist mir sehr wichtig“, sagt sie. Ob Sehanalyse, Brillenauswahl oder Beratung bei der Schmuckauswahl – für jeden Kunden nehme sie sich Zeit. Bald werde zudem ein neues Gerät in der Augenoptik in Betrieb genommen.
Der Onlinehandel spiele in ihrer Branche eine untergeordnete Rolle, ist sie überzeugt. Brillen und Schmuck wollten die Menschen sehen, anprobieren und persönlich auswählen. „Unsere Kunden schätzen den Service und die Beratung vor Ort.“ Mit Zuversicht blickt Linda Erlmeier in die Zukunft. Zwar sei auch die Augenoptik vom Fachkräftemangel betroffen, doch auf die Unterstützung ihrer Eltern könne sie weiter zählen. Schon ihre Großeltern hätten bis ins hohe Alter gearbeitet. „Sie alle sind große Vorbilder für mich“, sagt die junge Unternehmerin.