Generationswechsel der Grassersdorfer Wehr

Von Mittelbayerische Zeitung · 25. Januar 2026 um 22:04

Rötz/Grassersdorf. Die FFW Grassersdorf hat geschafft, was vielen anderen Kopfzerbrechen macht: Ein echter Generationswechsel in der Führung der Ortswehr war perfekt vorbereitet und wurde bei der Jahresversammlung am Freitag im Landgasthof Henghuber auch so vollzogen. Dabei hatte KBI Norbert Auerbeck erfahrungsgemäß Befürchtungen. Nicht so in Grassersdorf. Vorstand Max Spießl hatte bei der letzten Generalversammlung diesen Schritt angekündigt. Die Vorstandschaft hat diesen Abend ordentlich vorbereitet.

Die meist langjährigen Amtsinhaber beendeten an diesem Freitag ihre Tätigkeit: Max Spießl, erster Vorstand seit 1993 und zweiter Kommandant von 2008 bis 2014, Franz Bauer, erster Kommandant seit 2008, zweiter Vorstand von 2000 bis 2008 und Jugendwart von 2002 bis 2008; Martin Bauer, Maschinist seit 2014; Petra Breindl-Deml, Kassenwart seit 2014 und stellvertretender Jugendwart von 2008 bis 2014; Claudia Emmer, Schriftführer seit 1996 sowie die Kassenprüfer Ramona Bockes und Katharina Deml, seit 2020 sowie Anja Nothaas, zweiter Jugendwart seit 2020.

Die Jahresversammlung im Landgasthof Henghuber war äußerst gut besucht. Darüber freute sich Vorstand Spießl, der Bürgermeister Dr. Stefan Spindler und Kreisbrandinspektor (KBI) Norbert Auerbeck sowie Ehrenfestmutter Rita Spießl willkommen hieß. Die FFW Grassersdorf hat 68 Mitglieder zwischen 18 und 67 Jahren, davon 31 Männer und 37 Frauen. Elf weitere Mitglieder sind passiv oder über 67 Jahre alt sowie einen Jugendlichen, Er erinnerte an zahlreiche Festbeteiligungen im Jahreslauf und an die Aufgaben als Ehrenpatenverein beim Fest der FFW Hetzmannsdorf im Juni. Natürlich war die Grassersdorfer Wehr auch bei den kirchlichen und weltlichen Festen in der Gemeinde präsent. Spießl: „Es hat sich einiges bewegt.“

Auch Kommandant Franz Bauer berichtete von monatlichen technischen Diensten, um die Ausrüstung auf Vordermann zu halten, von Übungen und Dienstversammlungen. Bei mehreren Unfällen auf der nahen B22 war die Wehr alarmiert worden. Leistungsprüfungen fanden im Berichtszeitraum keine statt, sollen aber heuer nachgeholt werden, so Bauer, der der Stadt Rötz für die stete Unterstützung dankte, ebenso dem KBI und KBM und nicht zuletzt den Landwirten, die ihre Güllefässer für den Wassertransport zur Verfügung stellen. Kurz berichtete Jugendwartin Martina Bücherl von der erfolgreichen Teilnahme ihrer Schützlinge am Jugendwissenstest.

„Eine Ära geht zu Ende“ stellte Bürgermeister Dr. Stefan Spindler nach den Neuwahlen (siehe Infostück) in seinem Grußwort an die Versammlung fest. Es sei schon eine tolle Sache, wenn so ein Wechsel so toll funktioniert und junge Leute die Feuerwehr übernehmen. Ein großes Dankeschön sagte er allen ausgeschiedenen Mitgliedern. Auffällig sei die große Frauenpower bei der Grassersdorfer Feuerwehr.

„Beeindruckend“ empfand es KBI Norbert Auerbeck, wie der Führungswechsel, die Wahl der neuen Vorstandschaft gelaufen ist. Auch wenn die FFW Grassersdorf nicht zu den größten Wehren zählt, ist da doch viel passiert, so Auerbeck. 13 Neuaufnahmen in einem Jahr in die aktive Truppe „habe ich nur selten erlebt“. „Wirklich beachtlich“ seien auch 40 Wahlberechtigte bei der Kommandantenwahl. Auerbeck erinnerte an Claudia Emmer, die als erste Frau im Landkreis das goldene Feuerwehrehrenabzeichen erhielt. Sie war seit 1996 Schriftführerin der FFW. Auch Vorstand Max Spießl durfte sich über höchste Ehren freuen. Das war damals zu Corona 2020 und KBI Auerbeck übergab das Abzeichen ganz unspektakulär in der Spießl-Garage. Auerbeck: „Das werde ich nie vergessen“.

Max Spießl schloss die Versammlung: „In den 33 Jahren als Vorsitzender hat es auch schwierige Zeiten gegeben. Er legte es den neuen Führungskräften nahe, auftretende Probleme gleich zu lösen in dem man miteinander redet und zueinanderfindet. Wir haben eine ordentliche Wehr übernommen und geben eine solche an Euch weiter. Tut alles, um sie gut zu erhalten.“