Neustädter Rat verdoppelt die Fördersumme

Kosten steigen in vielen Bereichen. Das spüren auch Sportvereine, die Liegenschaften sanieren oder vergrößern wollen. Der Neustädter Stadtrat hat darauf jetzt reagiert. Ein Projekt im Ortsteil Mühlhausen war der Auslöser dafür.
Bisher war in der Richtlinie für die Förderung der NeustädterVereine laut Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) vorgesehen, dass für Neubauten von Sporthallen mit mindestens 150 Quadratmeter Nutzfläche ein Drittel der Baukosten als Zuschuss gewährt werden - höchsten allerdings 50.000 Euro. Die bisher letzte Sporthalle, die gefördert wurde, errichtete 2012 der TSV Neustadt a. d. Donau.
„Aufgrund der massiven Baukostensteigerungen in den vergangenen Jahren ist ein Zuschuss von 50.000 Euro nicht mehr zeitgemäß", befand der Rathaus-Chef in der jüngsten Ratssitzung. Deshalb schlug er dem Gremium vor, diesen Betrag auf 100.000 Euro zu erhöhen. Ohne Debatte stimmt der Neustädter Stadtrat dem zu.
Antrag des SV Mühlhausen
Und die Gremiums-Mitglieder wandten die neue Regelung dann auch gleich an. Denn es lag ein Antrag des SV Mühlhausen auf dem Ratstisch, der letztendlich laut Memmel der Auslöser war, die Förderrichtlinien zu ändern. Zur Sitzung kamen der Vorsitzende es SV Joshua Fenzl und einer seiner Stellvertreter Thomas Reitmeier, um ihr Vorhaben vorzustellen.
Kurz gesagt: Das bestehende Vereinsdomizil soll saniert und vergrößert werden. Die vorhandene Infrastruktur sei nicht nur in die Jahre gekommen, sondern mittlerweile auch zu klein. „Wir haben unsere Angebote deutlich erweitert“, betonte Fenzl. Und so reichen die vorhandenen Vereinsräume, die 1975 entstanden und seit 2001 mehrfach erweitert wurden, nach seinen Worten nicht mehr aus.
Sporthalle soll gebaut und die Gastronomie modernisiert werden
Die Räume seien stark ausgelastet, zum Teil müssten Abteilungen in die Stockhalle ausweichen. Deshalb habe man mittlerweile ein Baukonzept entwickelt. Der Bereich der Umkleiden und der Küche sollen abgerissen werden - auch weil letztere nicht mehr den jetzigen Ansprüchen genüge.

Entstehen soll ein Neubau an gleicher Stelle, der aber größere Ausmaße haben soll. Kernstück dabei soll eine 20 mal 11 Meter große Sporthalle sein, die bisher auf dem Gelände fehlt. Derzeit müssen Mitglieder für Übungsstunden auf eine Halle beim Kindergarten ausweichen.
Dazu ist im Erdgeschoss die neue Küche vorgesehen, die wichtig sei, um dem Pächter sinnvolle Arbeitsmöglichkeiten zu bieten. Im Kellergeschoss sollen in erster Linie drei Umkleidekabinen entstehen - eine mehr als bisher vorhanden. Die restlichen Räume, die nicht abgebrochen werden, sollen laut Reitmeier saniert werden. Dabei gehe es in erster Linie um die Gastroräume. Roland Artinger (SPD) fragte den Vereinsvorsitzenden, ob in Zukunft in dem dann größeren Bau auch die im Ort vorhandene Theatergruppe unterkommen könne. Fenzl antwortete, dass dies selbstverständlich möglich wäre.
Kosten in Höhe von 800.000 müssen gestemmt werden
Fenzl und Reitmeier gehen von Gesamtkosten in Höhe von 800.000 Euro aus, wobei die geplanten Eigenleistungen da noch nicht eingerechnet sind. Die Stadträte beschlossen einmal, dem Verein für die Sporthalle die in der geänderten Förderrichtlinie vorgesehenen 100.000 Euro zu gewähren. Außerdem gibt es für die Sanierungsarbeiten zehn Prozent der Kosten - dieser Passus der Richtlinien blieb unangetastet. Insgesamt kann sich der SV somit auf 166.000 Euro seitens der Kommune einrichten.
Memmel betonte, dass es sich allerdings derzeit noch um vorläufige Zahlen handle, da man bisher mit der Kostenschätzung gerechnet habe. Erst wenn Rechnungen vorgelegt werden, könnten die endgültigen Summen festgelegt werden. Voraussetzung für die Auszahlung sei, dass es auch Fördergelder vom Bayerischen Landessportverband gibt, die laut Fenzl aber auf alle Fälle beantragt werden sollen. Angesparte Eigenmittel, Gelder vom Schützenverein, der nach seinen Worten die Räume mitnutzt und deshalb auch mitzahlt, Einnahmen aus der vorhandenen Photovoltaikanlage und Spendengelder sollen den Rest der Kosten tragen.

Der aus Mühlhausen stammende Stadtrat Konrad Sigl (CMWG) freute sich über das Vorhaben und auch den Beschluss des Gremiums: „Es ist ein wichtiges Projekt für unseren Ortsteil.“ Sportreferent Franz Muschick (WGBGEU) stellte fest: „Ich bin froh, dass wieder ein Neustädter Verein in die Zukunft schaut.“ Diesen positiven Worten schloss sich auch der Bürgermeister an: „Der SV ist einer unserer leistungsfähigen Vereine.“ Investitionen ins Vereinsdomizil seien sinnvoll: „Das Sportheim ist der gesellschaftliche Mittelpunkt von Mühlhausen.“ Fenzl peilt einen Baubeginn im Jahr 2027 an.