Ex-Kreisvorsitzender der AfD Kelheim: Rücktritt, „bevor ich mich lange herumärgere“

Von Martina Hutzler · 20. Januar 2026 um 14:40

Die Meldung kam überraschend: Kurz vor der Kommunalwahl ist Ende Dezember die bisherige Vorstandsriege des Kelheimer AfD-Kreisverbands zurückgetreten; es wurde eine neue gewählt. Nun äußert sich dazu auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern der bisherige Kreisvorsitzende Georg Bergermeier. Laut dem bisherigen Kreisvorsitzenden Georg Bergermeier hat es im AfD-Kreisverband seit längerem „immer wieder Diskussionen“ gegeben insbesondere zu den Abstimmungen über die Ilmtalklinik Mainburg.

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Laut dem bisherigen Kreisvorsitzenden Georg Bergermeier hat es im AfD-Kreisverband seit längerem „immer wieder Diskussionen“ gegeben insbesondere zu den Abstimmungen über die Ilmtalklinik Mainburg.

Wie berichtet, hatte die dreiköpfige AfD-Fraktion, deren Sprecher Bergermeier ist, den Mehrheitsbeschluss des Kreistags mitgetragen, dass Mainburg vom klassischen Krankenhaus zur „Sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung“ umgestaltet wird. Er und seine Fraktionskollegen Christian Breu und Werner Schamberger „stehen weiterhin zu dieser Entscheidung, weil sie den Erhalt des Krankenhauses bedeutet“, so Bergermeier. Aber das Votum „wird uns ein bisschen anders ausgelegt“, deutet er Kritik aus dem Kreisverband an.

Die neue Kreisvorsitzende Elena Fritz – die vor Jahren den AfD-Kreisverband Kelheim mitgründete und sich dann überraschend vom Vorsitz sowie aus dem Kreistag zurückzog – hatte nach ihrer Wiederwahl im Dezember schärfere Worte gefunden: In der Pressemitteilung schrieb sie von „Auseinandersetzungen“ und „letztlich einem Zerwürfnis im Vorstand“; dem wirke sie mit ihrer Rückkehr an die Kreisspitze entgegen und bediene damit „den Anspruch auf Kontinuität, Erfahrung und einen verbindenden Führungsstil“ im Kreisverband, so Fritz.

Zum Rücktritt gedrängt worden sei er nicht, sagt Georg Bergermeier; Er räumt aber ein, dass er eigentlich noch bis zur regulären Neuwahl im Juni im Amt habe bleiben wollen, um dann „alters- und gesundheitsbedingt“ den Kreisvorsitz abzugeben. „Aber bevor ich mich lange herumärgere“, habe er der vorgezogenen Neuwahl zugestimmt, so der Rohrer Kommunalpolitiker. Zumal ja „eine junge Mannschaft“ um Elena Fritz zur Verfügung stehe. Neben Bergermeier sind auch Christian Breu, bisheriger Co-Vorsitzender, und Schriftführer Werner Schamberger aus der Kreisvorstandschaft geflogen.

Auf die Kreistagsliste, für die die Rechtsaußen-Partei im Oktober 2025 ihre Aufstellungsversammlung gehalten hatte, hat die Vorstands-Rochade keine Auswirkung: Bergermeier bleibt darauf Listenführer, gefolgt von Elena Fritz (Bad Abbach) auf Platz zwei. Kreisrat Schamberger wurde auf Platz 3 gesetzt; die neue Vize-Kreisvorsitzende Eva Buchner hat Platz vier inne. Christoph Breu belegt lediglich Platz elf. Freilich kann die AfD-Wählerschaft die gesamte Reihenfolge durch das bei der Kommunalwahl erlaubte „Häufeln“ noch ändern.

Laut Georg Bergermeier bewerben sich – nach der nachträglichen Streichung von zwei Kandidaten – insgesamt 43 Kandidatinnen und Kandidaten auf der AfD-Kreistagsliste; 17 sind dabei doppelt gelistet, um die 60 Listenplätze zu füllen. Wer im Falle eines Wiedereinzugs in den Kreistag dort dann das Fraktionssprecheramt übernehmen solle, werde sich nach dem 8. März zeigen.