Polizist, Politiker und FCB-Fan: So tickt der FW-Landratskandidat für Neumarkt

Martin Meier kennt den Landkreis als Politiker und Führungskraft bei der Polizei Neumarkt. Seine Bilanz: Dem Landkreis gehe es gut. Warum aber sollten die Wähler dann überhaupt die Spitze des Landratsamtes von der CSU weg an die Freien Wähler geben? Das sind Meiers Argumente.
Der Landkreis ist bereits gut, aber er kann noch besser. Das ist der Ansatz des 46-Jährigen. Es gehe in einigen Bereichen „ein bisschen mehr“, das hatte der Neumarkter schon bei seiner Rede auf der Nominierungsveranstaltung der Freien Wähler erklärt.
Beispiel Landratsamt: Das habe sehr gute Mitarbeiter, sagt Meier. Was aus seiner Sicht besser werden muss, ist der Servicegedanke, der die Arbeit der Behörde leiten soll. Meier spricht vom Landratsamt als einem Dienstleistungszentrum für Bürger, Unternehmen und andere Behörden. „Das Landratsamt soll Partner sein, nicht Hindernis.“ Meier denkt beispielsweise an flexiblere Öffnungszeiten und eine bürgerdienliche Digitalisierung von Prozessen.
Klinikum Neumarkt: Martin Meier sieht Verbesserungsbedarf bei Kommunikation
Beispiel Klinikum: Das Klinikum stehe im Vergleich mit anderen Krankenhäusern gut da, sagt Meier. Die getroffenen strukturellen Entscheidungen der vergangenen Jahre findet Meier richtig. Auch in Zukunft werde das Klinikum sich weiter an die Herausforderungen anpassen müssen. Das müsse im Gegensatz zur Vergangenheit aber besser kommuniziert werden. Bürger und Mitarbeiter müssten verstehen, warum so gehandelt werde, sagt Meier.
Wenn Meier über seine Vorstellungen spricht, geht es generell sehr viel um Kommunikation. Sei es, dass er sich als Mensch und Politiker sieht, der gerne „unter de Leit“ geht. Sei es seine Arbeit bei der Polizei, in der Kommunikation ein wichtiger Bestandteil ist.
Zur Person: Martin Meier (UPW/FW)
• Herkunft: Martin Meier ist in Berngau aufgewachsen mit zwei Geschwistern.
• Leidenschaft: In Berngau entdeckte Meier auch seine Liebe zum Fußball. In der Jugend spielte Meier für den heimischen FSV Berngau und räumte vornehmlich in der Verteidigung auf. Inzwischen ist der 46-Jährige ein passiver Fußballgenießer. Eine besonders intensive Leidenschaft hegt er für den FC Bayern München, durch dessen Auswärtsspiele Meier in Europa viel herum gekommen ist.
• Beruf: Meier startete 1998 seine Ausbildung bei der Polizei. Nach Stationen im Süden Bayerns kehrte er 2010 nach Neumarkt zurück und ist inzwischen zum Polizeihauptkommissar aufgestiegen. An der Inspektion leitet er das Sachgebiet Einsatz und ist zudem Pressesprecher.
• Politik: Der in Neumarkt lebende Meier sitzt seit 2014 im Stadtrat. Seit 2017 ist er zudem der UPW-Fraktionschef. 2020 zog er in den Kreistag ein und ist seit 2023 einer der stellvertretenden Landräte.
„Ich liebe diesen Job, weil ich darin meine ganzen Stärken vereinen kann“, sagt der Polizeihauptkommissar. Neben der Kommunikation gehöre dazu ein selbstsicheres Auftreten und die Fähigkeit, in stressigen Momenten kühlen Kopf zu bewahren und rational statt emotional zu entscheiden.
Als Polizist lerne man, Entscheidungen klar zu kommunizieren – auch solche, die möglicherweise nicht die Erwartung von anderen erfüllen. Für Meier ist das eine Fähigkeit, die Politiker ebenfalls haben müssen. Vor allem, da die kommenden Jahre finanziell herausfordernd werden, dessen ist sich Meier sicher. Im Zweifel müsse man auch Nein sagen können, das aber richtig erklären.
Lange Zeit lief in Meiers Leben alles in den Bahnen einer Karriere bei der Polizei. „Ich hatte nie die Zielrichtung für mein Leben, dass ich in der Politik lande“, sagt Meier. Mit 2010 begann sich das allmählich zu ändern. Damals war er von einer beruflichen Station in Südbayern nach Neumarkt zurückgekehrt. Zur UPW kam Meier über den inzwischen verstorbenen früheren Kreisvorsitzenden Günter Müller. 2014 zog Meier in den Stadtrat ein, seit 2017 ist er Fraktionschef. Es folgte der Kreisrat und der Posten als einer der Stellvertreter des Landrats. Jetzt will er selbst Landrat werden.
Martin Meier: Habe bei Neumarkter Landratswahl nichts zu verlieren
Sich politisch zu engagieren, sei die richtige Entscheidung gewesen, sagt der 46-Jährige im Rückblick. Man lerne viele Menschen kennen, viele Lebensbereiche und Themen. „Das prägt dich auf eine positive Weise als Mensch“, sagt Meier, der in Fleiß, Ehrgeiz und Ehrlichkeit die für ihn wichtigsten Tugenden sieht. „Wenn einer das ist, dann ist es auch nicht tragisch, wenn mal was schief geht.“
Der Beruf und die Politik haben Meier geprägt. Ein dritter Bereich, in dem er anders als im Beruf emotional wird, ist der Fußball. Genauer: der FC Bayern München. Seit einem Besuch mit dem Vater im Olympiastadion Mitte der 1980er Jahre ist Meier wenn auch nicht politisch, so doch fußballerisch ein „Roter“.
Die Leidenschaft zum FCB hat Meier gemeinsam mit Freunden schon in viele Ecken Europas gebracht. Begeistert erzählt Meier vom nicht nur wegen der 20-stündigen Busfahrt zum legendären Champions-League-Finale in Barcelona 1999. Da war doch was... Richtig, der FCB verlor trotz Führung in der Nachspielzeit gegen Manchester United.
Einer möglichen Nachspielzeit, sprich Stichwahl, bei der Landratswahl sieht Meier nach eigener Aussage „tiefenentspannt“ entgegen. Er habe nichts zu verlieren.