Streckensperrung der Bahn: Das ist die entspannnte Alternative von Neumarkt nach Nürnberg

Wegen der Streckensperrung ab 6. Februar bietet die Deutsche Bahn Schienenersatzverkehr zwischen Neumarkt und Nürnberg an. Doch es gibt eine attraktive Alternative: die Buslinie 516 nach Allersberg plus die S-Bahnlinie 5.
Wegen der Sanierungsarbeiten fallen bis einschließlich 10. Juli die S-Bahn der Linie S3 sowie der Regional-Express der Linien 22 und 50 aus. Neumarkter, die nach Nürnberg fahren wollen, können statt des Schienenersatzverkehrs auch auf bestehende ÖPNV-Angebote zurückgreifen: Die Buslinie 516 fährt von Neumarkt über Berngau, Möning und Freystadt nach Allersberg/Rothsee und zurück, die S5 verbindet Allersberg/Rothsee mit dem Nürnberger Hauptbahnhof. Unsere Zeitung hat diese Kombination mehrmals getestet.
Bequemer und entspannter, aber länger
Der Bus 516 fährt montags bis freitags, nicht an Feiertagen wie Karfreitag oder Ostermontag. Ihr Trumpf: Die Linie von Arzt-Reisen verkehrt stündlich und die Busse bieten 80 Sitz- und Stehplätze.
Die Busse aus Neumarkt kommen an der Haltebucht 2 am Regionalbahnhof Allersberg an. Zum Umsteigen müssen die Fahrgäste gleich nach einer Unterführung über eine Treppe oder eine lange Rampe hinauf zu Gleis 1. Dort fährt die S5 gut zehn Minuten nach Ankunft des 516er-Busses nach Nürnberg Hauptbahnhof ab.
Dieser wird 13 Minuten später erreicht. Damit beträgt die Reisezeit von Neumarkt nach Nürnberg 1:17 Stunden. Zum Vergleich: Wer ab dem 6. Februar in einen Bus des BSV (Bahnschienen-Ersatzverkehr) steigt, ist mit dem schnelleren der beiden Bus-Typen (Halt nur in Postbauer-Heng/Hauptstraße, Oberferrieden-Mitte und Ochenbruck-Rathaus) inklusive des Wechsels am U-Bahnhof Nürnberg-Bauernfeindstraße in die U-Bahn-Linie 1 zwar nur 56 Minuten unterwegs.
Dafür muss er sich in der Bauernfeindstraße von der Haltestelle des Busses aus sputen, um die nur vier Minuten später im Tunnelbahnhof abfahrende U1zu erreichen. Bei allen Fahrten zwischen Neumarkt und Nürnberg stoppt der schnelle BSV-Bus nach 58 Minuten am Nelson-Mandela-Platz. Die Haltestelle liegt genau auf Höhe eines Tunnels des Hauptbahnhofs, der zu allen Gleisen führt.
Auch wenn die gesamte Reisezeit beim Schienenersatzverkehr etwas kürzer ausfällt, dürfte die Kombination über Allersberg bequemer und entspannter sein, wie einige Testfahrten unserer Zeitung ergeben haben. Denn bisher scheint die Verbindung nicht stark frequentiert zu sein. An Werktagen gibt es nur einige wenige Ausnahmen: Wie eine MZ-Leserin aus ihrer Erfahrung mit der Verbindung schildert, wird an Werktagen der Ein-Stunden-Takt der Alternative über Allersberg nach Nürnberg am späten Vormittag beziehungsweise mittags für insgesamt zwei Stunden unterbrochen.
Unterbrechung des Ein-Stunden-Takts um die Mittagszeit
Das betrifft die Busse der Linie 516, die aus Richtung Neumarkt in Allersberg/Rothsee um 10.55 Uhr beziehungsweise 11.55 Uhr ankommen. Hier besteht kein direkter Anschluss an eine S5 nach Nürnberg-Hauptbahnhof. In dieser Zeit geht es ab Allersberg (Gleis 1) erst um 11.39 beziehungsweise 12.39 Uhr mit jeweils einem Regionalexpress nach Nürnberg weiter.
In der Gegenrichtung gibt es in Allersberg von Nürnberg aus mit der S-Bahnlinie 5 zwischen 5.54 Uhr und 7.54 Uhr keinen direkten Anschluss an die 516-Busse von Allersberg in Richtung Neumarkt über Freystadt. Eine zweite zweistündige Pause im Übergang von der S5 auf den Bus 516 wird zwischen 10.55 Uhr und 12.54 Uhr eingelegt.
Ansonsten funktioniert der Stundentakt der Linie S5 von Nürnberg nach Allersberg und von dort aus mit dem Bus 516 weiter nach Neumarkt bis 18.54 Uhr (Ankunft in Allersberg). Der letzte Bus nach Neumarkt über Freystadt fährt in Allersberg/Rothsee um 19.04 Uhr ab.
Viele Plätze im Bus frei
Am vergangenen Donnerstag hatte sich beispielsweise folgendes Szenario ergeben: Abfahrt mit dem Bus 516 war in Berngau-Reifenstein um 9.12 Uhr Richtung Allersberg/Rothsee. Der Verfasser dieser Zeilen war damit der einzige Fahrgast in dem 80 Reisende fassenden Bus. Erst in Freystadt-Bahnhof kam eine Reisende hinzu. Ebenfalls eine Frau stieg als dritter Fahrgast in Allersberg-Busbahnhof zu.
An der Endstation (Allersberg/Rothsee) stiegen zehn Fahrgäste aus. Auch in der S-Bahn waren noch viele Plätze frei. Das Fassungsvermögen von 230 Sitzplätzen wurde gerade mal zu – geschätzt – zehn Prozent erreicht.
Wer im Besitz eines Deutschland-Tickets ist, kann damit jedes Verkehrsmittel im Nahverkehr nutzen. Wer eher selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann sich vor Fahrtantritt im Landratsamt Neumarkt über die notwendigen Fahrkarten informieren. Dafür ist im Landratsamt Neumarkt das „Sachgebiet 22 - ÖPNV, Wirtschaft, Tourismus, Schülerbeförderung“ zuständig, erreichbar über die Mail-Adresse oepnv@landkreis-neumarkt.de oder Tel. (09181) 470-565 (Frau Tischner), Tel. (09181) 470-1173 (Frau Kobler) oder Tel. (09181) 470-1219 (Frau Federl). Gibt es Fragen zum Tarif, können sich Fahrgäste auch an das Info-Telefon des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg VGN wenden: (0911) 27075-99.
Nach Angaben der Sachgebietsleiterin am Landratsamt, Isabel Meier, sind ihre Kollegen des VGN mit den Feinheiten des Tarifs oft etwas vertrauter – insbesondere bei Verbindungen über die Landkreisgrenze hinaus.
Die Preise im Vergleich
• Neumarkt nach Nürnberg: Das Ticket für eine einfache Fahrt von Neumarkt nach Nürnberg kostet für einen Erwachsenen in der Preisstufe 7 am Automaten 11,30 Euro, online 10,50 Euro.
• Über Allersberg: Eine Fahrt von Neumarkt über Allersberg nach Nürnberg kostet für einen Erwachsenen einfach in der höchsten Preisstufe 10 16,00 Euro; online 14,88 Euro.
• Ab Berngau über Neumarkt: Das Ticket bei einer einfachen Fahrt von Berngau über Neumarkt nach Nürnberg kostet für einen Erwachsenen in der Preisstufe 8 beim Fahrer 12,90 Euro, online sind es 11,99 Euro.
• Ab Berngau über Allersberg: Die Fahrt von Berngau über Allersberg nach Nürnberg kostet für einen Erwachsenen einfach in der höchsten Preisstufe 10 beim Fahrer 16,00 Euro, online 14,88 Euro.
• Hin- und Rückfahrt: Bei einer Hin- und Rückfahrt am gleichen Tag empfiehlt sich in beiden Preisstufen jeweils der Kauf eines „TagesTicket Plus“ zum Preis von 26,50 Euro. Damit können maximal zwei Erwachsene und vier Kinder fahren. Aber Achtung: Der Fahrtantritt darf werktags nicht vor 9 Uhr sein.