Oliver Hein im MZ-Gespräch über sein Ausscheiden: „Das Feld ist bestellt“

Am Donnerstag kam im Jahnstadion ein Trio zusammen, um den Medienvertretern noch mal Einblick in die Geschehnisse rund um den Abschied von Oliver Hein als Vorstandsvorsitzender des SSV Jahn Regensburg zu geben.
Der Dingolfinger verabschiedet sich erhobenen Hauptes von seinem Amt. „Ich habe enorm viel Zeit und Energie investiert. Ich kann den Vorsitz guten Gewissens abgeben, weil es einfach nicht mehr darstellbar war in meiner aktuellen Lebenssituation“, sagt der zweifache Familienvater, der eine eigene Heilpraktiker-Praxis in Dingolfing hat.
Die Information, dass er mit dem Gedanken liebäugle, aufzuhören, habe er intern „frühzeitig mitgeteilt“, betont Hein, der vom vierten Quartal spricht. Der Wechsel in der sportlichen Führung forderte viele Ressourcen. Die kritischen Stimmen, dass es unter den Rahmenbedingungen doch absehbar gewesen sei, dass das auf Dauer nicht klappt, lässt Hein an sich abprallen. „Ich wollte mich nicht vor der Verantwortung drücken“, erklärt der Ex-Profi mit Blick darauf, dass nicht er sich für das Amt beworben hat, sondern, dass man ihn unbedingt wollte.
Fehlende Präsenz? Hein widerspricht deutlich
Auch das Thema der angeblich fehlenden Präsenz lässt Hein nicht unkommentiert stehen. „Es waren vielleicht drei Heimspiele, bei denen ich nicht dabei war. Einmal war ich im Urlaub, zwei Mal auf einer Fortbildung“, erklärt der Niederbayer, der in dieser Hinsicht auch am kommenden Wochenende wieder im Einsatz ist.
„Von Hans Rothammer ist gefordert worden, er möge sich mehr raushalten, von mir ist gefordert worden, ich möge mich mehr einmischen. Das habe ich getan. Intern, hinter verschlossenen Türen. Da, wo es wichtig war für den Jahn. Wir haben sehr wichtige strategische Entscheidungen getroffen“, sagt Hein, der den Jahn im operativen Geschäft mit Sportdirektor Alexander Schmalhofer und mit Geschäftsführer Philipp Hausner, dessen Vertragsverlängerung er noch fixiert hat, bestens aufgestellt sieht. „Es ist ein bestelltes Feld. Es kann dann hoffentlich bald geerntet werden.“
Nachfolger ist noch nicht in Sicht
Bezüglich der Nachfolger-Suche hält sich Dr. Andreas Gietl, Aufsichtsratsvorsitzender des SSV Jahn, bedeckt. „Für einen rein ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden ist diese Aufgabenfülle schon sehr groß.“ Im laufenden Strukturprozess wird geprüft, ob es sinnvoll ist, den Aufgabenzuschnitt zu ändern. Oder das Amt zumindest teilweise zu vergüten.
Für einen rein ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden in diese Aufgabenfülle schon sehr groß.Dr. Andreas Gietl, Aufsichtsratsvorsitzender
Hausner und Thomas Ebeling bilden den Übergangsvorstand. Wie lange? Erst für März steht das nächste Treffen der Verantwortlichen an, die die Strukturdebatte führen. Erst wenn die künftige Ausgestaltung klar sei, mache es Gietl zufolge Sinn, über Personen zu sprechen.