So geht es mit der „Alten Metzgerei“ in Bad Kötzting weiter

Von Stefan Weber · 13. Januar 2026 um 05:00

Vor vier Jahren hatte die Stadt bei einer Auktion zugeschlagen und das Gebäude der ehemaligen Metzgerei Schoierer in unmittelbarer Nähe des Rathauses erstanden – allerdings ohne erst einmal zu wissen, was aus dem damals schon größtenteils leerstehenden Gebäude werden sollte. Im Herbst vergangenen Jahres stand fest, dass der Freistaat Bayern die Stadt nun finanziell unterstützen wird, um Wohnraum zu schaffen.

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Die Bürger wurden nach ihren Ideen befragt, bei einem Workshop mit Architekten und engagierten Bürgern wurden die Vorschläge Ende November besprochen. Nun steht ein weiterer Termin fest, bei dem die bisherigen Ergebnisse vorgesellt werden sollen.

Termin am 27. Januar

Am 27. Januar stellt die Stadt bei einer Bürger-Informationsversammlung ab 18.30 Uhr die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie im Postsaal vor. In einer Pressemitteilung am Montag wird diese Veranstaltung als „Meilenstein im Rahmen des Modellvorhabens ,Leerstand jetzt Wohnen‘ des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr“ bezeichnet.

Bis zum 3. Februar seien anschließend alle Interessierten eingeladen, sich die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im Rahmen einer Ausstellung im Eingangsbereich des Rathauses anzusehen. Die Ausstellung werde zeigen, wie aus der ehemaligen Metzgerei ein „Ort mit Zukunft entstehen kann – ein Ort, der Wohnen, Arbeiten und Miteinander vereint“. Denn das war die Quintessenz beim Workshop im November: Was die Stadt vor allem benötigt, ist bezahlbarer Wohnraum im Zentrum, und genau der soll hier entstehen. Wichtig war dem mit dem Projekt beauftragten Architekten Peter Brückner mit seinem Team, dass alle Maßnahmen darum auch finanziell im Rahmen bleiben. Ein Luxusprojekt im Hochpreis-Segment nutze an dieser Stelle niemandem.

Eine von fünf Kommunen

Bürgermeister Markus Hofmann zeigt sich schon begeistert vom bisherigen Prozess: „Die Resonanz aus der Bürgerschaft war beeindruckend. Die Bürgerbeteiligung und der Workshop haben gezeigt, wie wichtig es ist, Stadtentwicklung gemeinsam zu denken. Jetzt geht es darum, aus Ideen echte Räume für die Zukunft zu schaffen.“ Wie die bisherigen Ideen nun konkret umgesetzt werden könnten, das wird sich ab Ende Januar zeigen. Die Stadt soll dabei auch Modell-Charakter für den gesamten Freistaat übernehmen.

In das Gebäude der ehemaligen Metzgerei soll neues Leben einziehen. - Foto: S. Weber

Denn Bad Kötzting ist eine von fünf ausgewählten Pilotkommunen im bayernweiten Projekt „Leerstand jetzt wohnen“. Ziel ist es, leerstehende Nicht-Wohngebäude wiederzubeleben und so bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum zu schaffen. Die Erfahrungen aus Bad Kötzting und den weiteren Pilotkommunen werden systematisch aufbereitet, um künftig auch anderen Gemeinden in Bayern als Leitfaden zu dienen. Auch darum wird es besonders interessant sein, ab dem 27. Januar zu sehen, was die Machbarkeitsstudie für die „Alte Metzgerei“ ergeben hat.

Vorgeschlagen sind mehrere Wohneinheiten, die bezahlbar bleiben sollen. - Foto: S. Weber

Wie geht’s weiter? Nach Abschluss der Machbarkeitsstudien in allen Pilotkommunen findet am Montag, 20. April, in München der Projektaufruf mit Staatsminister Christian Bernreiter statt. Ab diesem Zeitpunkt wird das Modellvorhaben für weitere Kommunen geöffnet – für mehr bezahlbaren Wohnraum überall in Bayern. Alle Informationen rund um das Modellvorhaben „Leerstand – jetzt wohnen“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr auch in den anderen Kommunen des Freistaates gibt es im Internet unter: leerstand-jetzt-wohnen.de

Das historische Gebäude

■ Bis in das Jahr 1633, als es einen Brand im Markt Kötzting gab, reichen die Funde im Untergrund des Gebäudes der „Alten Metzgerei“ zurück: Im Gewölbekeller finden sich noch heute Spuren davon. Auch wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht – dafür wurde immer wieder zu viel umgebaut, auch im 20. Jahrhundert – so hat die „Alte Metzgerei“ doch einen hohen historischen Wert.

■ Den belegte Architekt Peter Brückner anhand alter Skizzen und Lagepläne. Die Bausub-stanz stammte zumindest in den unteren beiden Stockwerken (das dritte kam erst später dazu) in weiten Teilen aus dem 17. Jahrhundert. „Dieses Gebäude könnte so überall in Bayern stehen, es ist exemplarisch“ , sagte er beim Workshop im November. Darum sei es auch perfekt für das Modellvorhaben geeignet. (wf)