Der neue „Posthalter“ in Hohenschambach: Wo klassische Gerichte raffinierte Akzente bekommen

Von David Santl · 24. Januar 2026 um 05:15

Ob nussige Begleitung zum Rehrücken oder Saltimbocca aus Fisch: Der „Posthalter“ in Hohenschambach im Landkreis Regensburg setzt auf neue Interpretationen.

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Ein Wirtshaus direkt neben der Kirche: So gesehen ist der Hemauer Ortsteil Hohenschambach (Landkreis Regensburg) ein klassisches Oberpfälzer Dorf. Nur handelt es sich beim Gasthaus „Zur Post“ um deutlich mehr als ein klassisches Dorfwirtshaus.

Vor Kurzem eröffneten die Wirtsleute Bettina und Robert Tischler im Ortsteil nämlich einen Anbau samt Hotelräumen. Und auch kulinarisch hat der „Posthalter“, wie das Lokal im Volksmund heißt, einiges zu bieten. Ein erster Blick auf die Speisekarte zeigt: Klassische bayerische Gerichte bekommen teils eigene Akzente. Vor allem aber steht Regionalität im Fokus.

Viel regionales Wild auf der Karte

Passend zum Winterwetter bestellen wir zu Beginn eine klare Rinderbrühe mit Kaspressknödel. Die Brühe ist kräftig und würzig, der Schnittlauch sorgt für ein frisches Aroma. Der Kaspressknödel ist gut ausgebacken, Knödelteig und Käse halten sich perfekt die Waage.

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Als Hauptgang stehen unter anderem Gerichte mit Wild vom Tangrintel auf der Karte. So heißt der bewaldete Landstrich, auf dem die Großgemeinde Hemau liegt. Als Einheimischer entscheide ich mich für Rehrücken mit Gemüse und Nussbatzerl. Das sind Kügelchen aus Nussteig. Generell bestimmt Nussgeschmack den Charakter des Gerichts. Denn unter erlesenem Gemüse wie Mangold, karamellisierten Süßkartoffeln, Fenchel und Datteln haben sich ebenso ein paar Walnüsse versteckt. Eine optimale Begleitung zum zarten, leicht rosafarbenen Fleisch.

Saibling aus Neumarkt als Saltimbocca

Meine Freundin wagt sich an die Neuinterpretation eines Klassikers: Saltimbocca – aber nicht vom Kalb, sondern vom Saibling. Der stammt übrigens aus Neumarkt. Die Kombination geht auf: Der Fisch ist zart, der Speck knusprig. „Wie man sich Saltimbocca eben vorstellt“, lautet ihr Fazit. Das Risotto als Beilage ist cremig und hat einen angenehmen Käse-Anteil.

Gewagte Dessertkombi

Beim Dessert wage ich mich an ein Experiment: Schokoparfait mit Essigkirschen und Salznuss. Die Kombi überzeugt: Die Nuancen von süß, sauer und salzig ergänzen sich wunderbar, ohne dass eine Komponente zu aufdringlich wirkt. Meine Freundin genießt ein Apfelküchlein mit Vanilleeis. Der Teig ist knusprig, der Kern weich.

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Bei allen Gerichten kommt auch das Auge, das bekanntlich mitisst, voll auf seine Kosten. Alles ist schön angerichtet und auch das Ambiente in der umgestalteten Gaststube selbst sorgt dafür, dass uns dieser gemütliche und genussvolle Abend in Erinnerung bleiben wird.

• Adresse: Hochstraße 15, 93155 Hemau

• Öffnungszeiten: Mittwoch von 17 bis 23 Uhr, Donnerstag bis Samstag von 8 bis 23 Uhr, Sonntag von 9 bis 21 Uhr. Warme Küche jeweils bis 20 Uhr.

• Weitere Infos: Neben dem Hotel steht ein Raum für Feiern zur Verfügung. Zudem werden saisonale Gerichte angeboten.

• Preise: Rehrücken gibt es für 25 Euro. Rinderburger mit Peffermayo ist für 17 Euro im Angebot, ebenso vegetarische Bauernhofspaghetti. Brotzeiten kosten zwischen 9,50 und zwölf Euro.

• „Ein Gasthaus“ – das ist, liebe Leser, eine Momentaufnahme. Die Beschreibung eines Essens, die – meist – genießerische Erinnerung an Geschmack und Atmosphäre. Eine subjektive Sache also.