Anschläge auf Infrastruktur: Gefahr wächst auch in Bayern

Von Isolde Stöcker-Gietl · 12. Januar 2026 um 05:00

Die Bedrohungslage hat sich „kontinuierlich verschärft“, heißt es aus der Behörde. In München gab es in den vergangenen Jahren bereits eine Reihe von Brandanschlägen, die Extremisten zugeschrieben werden.

Nach dem folgenschweren Anschlag auf das Stromnetz in Berlin durch eine mutmaßlich linksextremistische Gruppierung wächst die Sorge im Rest Deutschlands. Ängste, die nicht substanzlos seien, wie das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz auf Anfrage der Mediengruppe Bayern bestätigt. „Die Bedrohungslage für Unternehmen in Bayern einschließlich der kritischen Infrastruktur (KRITIS) hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschärft und befindet sich auf einem hohen Niveau.“ In München habe es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Brandlegungen gegen Infrastruktur gegeben. Mit weiteren ähnlich gelagerten Straftaten sei in Zukunft zu rechnen.

Nach Vorfällen in Berlin kündigte der dortige Senat bessere Schutzmaßnahmen durch zum Beispiel mehr Videoüberwachung an. Maßnahmen, die auch in Bayern dringend angedacht werden sollten, wie der Regensburger Ingenieur Bernd Steinhofer unterstreicht, der sich mit seinem Büro auf Brand- und Katastrophenschutz spezialisiert hat. „Ein Anschlag wie in Berlin könnte auch in Bayern zu einem mehrtägigen Stromausfall führen“, warnt Steinhofer. Er kritisiert vor allem das mangelnde Bewusstsein sowohl bei politischen Entscheidungsträgern als auch in der Bevölkerung für die Anfälligkeit der Versorgungssysteme.

Denn auch in Bayern laufen etwa die Stromkabel zumeist oberirdisch, wie Maximilian Zängl, Pressesprecher des Bayernwerkes, bestätigt. Diese vermeintliche Schwachstelle sei nun mal „technische Realität“, ordnet er ein. Das Landesamt für Verfassungsschutz geht in seiner aktuellen Einschätzung der Bedrohungslage noch einen Schritt weiter: „Die fortschreitende Digitalisierung und die damit einhergehenden Verwundbarkeiten bieten Angreifern neue Angriffsflächen.“