„Gemeinsam besser für Waldmünchen“

Waldmünchen. Rund 80 Personen hatte es am vergangenen Mittwoch in das Gaubaldhaus verschlagen, um Teil des Wahlwerbungsauftakts der Waldmünchner Freien Wähler-Gruppierungen zu sein. Neben den Vorstellungen der einzelnen Listen stand vor allem Kandidat Wolfgang Kürzinger im Mittelpunkt, der in diesem Jahr zum dritten Mal für die Bürgermeisterwahl antritt, teilen die Freien Wähler in einer Pressemeldung mit. Siegfried Wagner, Vorsitzender der Partei in Waldmünchen, begrüßte die Anwesenden und konnte neben vielen Bewerbern auch den Landratskandidaten Christian Schindler willkommen heißen.
Im Anschluss war Bürgermeisterkandidat Wolfgang Kürzinger an der Reihe. In seiner Rede zeichnete der 53-Jährige nicht nur seinen persönlichen Werdegang nach, sondern skizzierte auch klar seine Zielvorstellungen für die Stadt.
Aus Niederlagen gelernt
Kürzinger, verheiratet, Vater von vier Kindern und Großvater eines Enkels, ist in einfachen Verhältnissen mit vier Geschwistern aufgewachsen. Nach Zivildienst und Studium an der Fachhochschule des Bundes ist er seit über drei Jahrzehnte bei der Agentur für Arbeit tätig, zuletzt in Führungsverantwortung als Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Cham und Bad Kötzting. Parallel dazu führt er einen landwirtschaftlichen Bio-Milchviehbetrieb. Diese Kombination aus Verwaltungserfahrung, Führungsverantwortung und praktischer Arbeit sieht er als große Stärke: „Ich habe viele Problemlagen erlebt, viele Lösungen erreicht – und aus Niederlagen gelernt.“
Politisch ist Kürzinger seit vielen Jahren engagiert. Er war Ortssprecher und ist aktuell als Stadtrat und dritter Bürgermeister sowie Kreisrat aktiv. Auch arbeitete er in verschiedenen Ausschüssen mit. Dabei habe er sich, so betonte er, stets konstruktiv und loyal eingebracht.
Besonderen Wert legt Kürzinger auf Bürgerbeteiligung, heißt es in der Pressemeldung weiter. Der mündige Bürger sei „eine Bereicherung für die Gesellschaft“, sagte er und ergänzte: „Ich kann gut zuhören, arbeite gerne mit Menschen – auch in schwierigen Situationen.“ Politik müsse pragmatisch, praktikabel und verständlich sein. Sein Leitmotiv, auch das der ganzen Gruppierung, formulierte er entsprechend selbstbewusst: „Gemeinsam besser.“
Inhaltlich stellte der Kandidat eine Analyse der aktuellen Situation in den Mittelpunkt. Die finanzielle Lage der Stadt bewertete er als solide. Die Verschuldung sei in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, die Gewerbesteuereinnahmen hätten sich positiv entwickelt. Daraus leitete er Zuversicht ab: „Die Finanzen sind gut – wir können uns etwas zutrauen.“ Große Herausforderungen sieht Kürzinger vor allem bei Infrastruktur und Gebäuden. Straßen, Wasser- und Kanalleitungen müssten verantwortungsvoll erneuert werden, Pflichtaufgaben hätten Priorität. Gleichzeitig forderte er eine Neuausrichtung bei Veranstaltungsgebäuden und öffentlichen Einrichtungen – stets unter Einbindung der Bevölkerung: „Transparenz und Beteiligung sind entscheidend.“
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die wirtschaftliche Entwicklung Waldmünchens. Ziel sei es, den Standort zu sichern, neue Investoren zu gewinnen und auch kleineren Betrieben Perspektiven zu bieten. Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern sei angesichts aktueller wirtschaftlicher Unsicherheiten ein zentrales Thema. Große Bedeutung misst Kürzinger dem Thema Wohnen bei. Bezahlbarer Wohnraum für Familien, Auszubildende und Fachkräfte sei ebenso notwendig wie ein aktives Leerstandsmanagement. Dabei gehe es um Lebensqualität für alle Generationen.
Auch Ehrenamt, medizinische Versorgung, Energieversorgung sowie Tourismus, Landwirtschaft und Kultur nahm Kürzinger in den Blick. Vereine müssten gestärkt und wertgeschätzt werden, die wohnortnahe medizinische Versorgung durch Netzwerke gesichert bleiben. Im Tourismus plädierte er für eine sachliche Diskussion zwischen Erhalt von Standards und möglichem Ausbau.
Nicht nur ein Slogan
Zum Abschluss seiner Rede betonte Kürzinger die Bedeutung einer leistungsfähigen und bürgerorientierten Verwaltung. Die Stadt sei ein großer Arbeitgeber und Dienstleister für die Bürger. „Ein Stadtrat mit Teamgeist ist notwendig – Teamarbeit ist der Schlüssel.“ Sein Fazit fiel entsprechend kämpferisch aus: Die Politik der Freien Wähler sei zielgerichtet und ergebnisorientiert. „Gemeinsam besser für Waldmünchen“ sei nicht nur ein Slogan, sondern der Anspruch für die kommenden Jahre, auch über Parteigrenzen hinweg.
Matthias Heimann stellte als Listenführer Ziele und Kandidaten der Jungen Wähler Waldmünchen vor, eine der drei Listen der Freien Wähler. Die Gruppierung existiere seit 1990 und habe bisher sechs Stadträte hervorgebracht. 20 Kandidaten aus neun Ortsteilen inklusive Stadt stellen sich zur Verfügung, die Liste sei mit sechs Damen und 14 Herren sehr gut durchgemischt. Der Altersschnitt liege bei 24 Jahren. Bei den Zielen der Jungen stünden, neben vielen weiteren, Themen wie Bauen, Wohnen und die wirtschaftliche Perspektive der Stadt im Vordergrund. Die starke Einbindung der Jugend in die Stadtratsarbeit sehe man als wichtig und selbstverständlich an. „Zukunft braucht Beteiligung“, so Heimann.
Christian Schindler, Landratskandidat der Freien Wähler, warb dafür, zahlreich an den Veranstaltungen zur Landratswahl teilzunehmen. Das letzte Wort gehörte Christian Lommer, der im Wahlaufruf erneut Werbung für Kürzinger und die Listen machte.