Warum ist die Wasserleitung beim Großbrand in Waldmünchen gebrochen

Beim Brand der Bäckerei Philipps in der Nacht zu Drei-König war die Hauptwasserleitung in der Böhmerstraße gebrochen und hatte die Wasserversorgung erschwert. Wir haben bei Stadtwerkechef Stefan Höcherl nachgefragt, warum es zu einem solchen Wasserrohrbruch kommen konnte.
Höcherl stellte zunächst fest, dass das Leitungsnetz auf eine Trinkwassernutzung ausgelegt sei. Eine Wasserentnahme für Löscharbeiten bedeute wegen der stark schwankenden Abnahme immer Stress für die Leitungen. Hinzu komme der in der Brandnacht starke Frost mit minus 15 Grad. Zwar seien die Leitungen grundsätzlich frostsicher verlegt, aber durch die Schieber gebe es dennoch Schwachstellen. Die Leitung sei bei den Löscharbeiten an einer solchen Schwachstelle gebrochen. Grundsätzlich gehöre die Leitung in der Böhmerwaldstraße aber nicht zu denen mit einem erhöhten Reparaturbedarf. Straßen mit häufig auftretenden Leitungsproblemen würden komplett erneuert, wie heuer in der Hammerstraße geschehen. Bei einem 200 Kilometer Leitungsnetz müsse man mit solchen Rohrbrüchen leben. Durch das Absperren des Teilstückes in der Böhmerstraße habe die Brandstelle auch bald wieder mit Wasser aus dem Leitungsnetz versorgt werden können.
Mittlerweile sei der Rohbruch behoben. Nichts mit dem Brand zu tun habe ein anderer Rohrbruch in der Gartenstraße, der ebenfalls am Mittwoch zu Sperrung geführt hatte.
Bei den Leitungen im Stadtgebiet sei man bei den Sanierungen auf dem Laufenden, bestätigte auch Bürgermeister Markus Ackermann. Mit Rohrbrüchen bei extremen Temperaturen und Belastungen müsse man leben. In der Brandnacht sei dies alles zusammengekommen. Er müsse den Stadtwerken und den Firmen dankbar sein, dass die Wiederherstellung trotz des Feiertages so schnell geklappt habe.
Landkreis, Stadt und Gründerzentrum hätten auch eine schnelle Zwischenlösung für den Brandleider, die Bäckerei Philipps, gefunden. Die Bäckerei könne für die Verpackung und Versendung ihres bekannten Brotes eine Halle nutzen.
Bürgermeister Ackermann nutzte die Gelegenheit auch, um den Feuerwehren seinen Dank für das „unter widrigsten Umständen“ Geleistete auszusprechen. Dies werde er auch bei der anstehenden Jahresversammlung deutlich machen. Die Brandruine selbst, so der Bürgermeister, werde in nächster Zeit auch von einem Statiker auf ihre Sicherheit untersucht werden. Zunächst gingen aber die polizeilichen Ermittlungen vor.