Denkmäler in Brennberg: Nun sind zwei weitere Elemente des Klostergartens dabei

Von Resi Beiderbeck · 9. Januar 2026 um 13:00

Im Einzugsbereich der Gemeinde Brennberg gibt es 33 Bau- und acht Bodendenkmäler. Und die Liste hat sich 2025 um zwei Neuzugänge erweitert. Beide befinden sich im Frauenzeller Klostergarten.

Das zuständige bayerische Landesamt verzeichnet für die Gemeinde Brennberg Denkmäler wie die Pfarrkirche St. Rupert, das Spital, die Bruckbacher Filialkirche St. Peter und Paul mit spätgotischem Chorturm, aber auch markante Gebäude im Dorf Brennberg gehören dazu. Etwa das ehemalige Benefizium in der Lerchenfeldstraße, der im Volksmund als „alter Pfarrhof“ bekannte zweigeschossige und winkelförmige Walmdachbau in der Reimarstraße oder der ehemalige Getreidespeicher im Staufferweg. Zahlreiche Kapellen, Bildstöcke und Marterl von Hochaigen bis Steinbügel, Wetzelsdorf, Zumhof und Hintergrub, Johannes- und Mariahilfkapelle sowie die spätbarocke Figur des hl. Johannes Nepomuk in Frauenzell finden sich ebenfalls auf der Liste.

Zwei Gasthäuser mit dabei

Denkmalgeschützt ist selbstverständlich auch die Burgruine Ober- und Unterbrennberg. Aber auch relativ unspektakuläre Backöfen in der St. Rupert Straße und in der Öd stehen auf der Liste. In Hamberg wurde der Blockbau des ehemaligen Einödhofes mit gemauertem Stall- und Tennenteil als denkmalwürdig befunden, zudem in Hintergrub ein Wohnstallbau aus dem 18. Jahrhundert, weitere Wohnstallhäuser in Zumhof und Innenlehen sowie ein Kleinhaus in der Ochsenweide. Der ruhmreichen Brennberger Wirtshaustradition angemessen tragen auch zwei Gasthöfe das Siegel „Denkmal“, die „Holzofenkuchl“ mit Schweifgiebel und das liebevoll renovierte Gasthaus „Zur Burg“ im Oberen Dorf.

Wer sich zu einer dreistündigen Rundwanderung auf dem gut neun Kilometer langen Brennberger Mühlenweg aufmacht, kommt auf der Strecke über Buchberg, Fahnmühle und Thalhof an zwei Mühlendenkmälern aus dem 18. Jahrhundert vorbei: Es sind dies die ehemalige Hammermühle, ein zweigeschossiger und giebelständiger Halbwalmdachbau, und die Höllmühle, ein zweigeschossiger Blockbau mit massiver Langseite und Satteldach. Denkmalgeschützt ist auch die Himmelmühle, ein Halbwalmdachbau mit Marienfresko.

Der Brunnen im Klostergarten ist kaum sichtbar. - Foto: Beiderbeck

Herausragend unter den 33 Objekten ist die ehemalige Benediktinerabtei Mariä Himmelfahrt, im Kern mittelalterlich, in der jetzigen Form ab 1737 neu strukturiert als dreigeschossige Vierflügelanlage mit Mansardwalmdächern, gewölbter Toreinfahrt und einem Naturstein-Westportal. Das Ensemble gilt als hochrangiges Einzelbaudenkmal mit außergewöhnlicher Geschichte. Der besondere Reiz der Anlage liegt in der Ablesbarkeit der Verwandlung von klösterlicher zu profaner Nutzung und war mitverantwortlich für die Einordnung als „Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung“. Diese Einordnung gilt für das gesamte Ensemble inklusive Mauer. Es ist ein herausragendes Beispiel sakraler Baukunst. Die Säkularisation kann man hier sehr gut nachvollziehen durch Geschichten, die das ganze Leben erzählen. Überlegungen, die Nutzung zu intensivieren, stoßen daher auf Bedenken der Denkmalpfleger. Zu Bestandteilen wie ehemaliges Konventgebäude, Klosterkirche, Turm, Klosterrichterhaus, Felsenkeller, Toreinfahrt, Westportal und Kreuzgang kamen in den letzten Monaten nun zwei weitere dazu: „Brunnen im Klostergarten, rund neun Meter tiefer Schacht aus Sandsteinquadern mit freistehender Brüstung, 1612; Stadel im Klostergarten, Satteldachbau mit korbbogigen Öffnungen, verputzter Bruchstein mit Eckqaudern, Mitte 19. Jahrhundert“ – so steht es in der Denkmalliste.

Nahe des Osttrakts

Beide Objekte befinden sich nahe des Osttrakts im Klostergarten und gehören der Katholischen Pfarrpfründestiftung. Der Stadel ist allerdings baufällig, weist Risse auf, wurde provisorisch stabilisiert und ist seit vielen Jahren ungenutzt. Der Brunnen ist auch oberflächlich kaum sichtbar und außerdem mit einer dicken Baustahlplatte abgedeckt. Klosterbewohnerin Olga Brandl hat in der Sächerl-Chronik geblättert und dazufolgenden Eintrag gefunden: „Im Jahre 1612 ließ er - (Abt Petrus Widmann - reg. 1609-1626) einen schönen, mit Quaderstücken gemauerten Schöpfbrunnen errichten und das Wasser in die Ställe leiten.“

Kreisheimatpfleger Robert Böck berichtet, dass die Prüfung der Denkmaleigenschaft von Dritten bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises angeregt worden war. Daraufhin fanden sich Patrizia Camatta vom Landratsamt, ein Vertreter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Anni Zach und Olga Brandl-Engesser vom Freundeskreis Kloster Frauenzell, 2. Bürgermeister Franz Löffl und Böck zu einem Ortstermin ein. Hier wurden Brunnenanlage und Stadel in die Liste aufgenommen.