Wegen Extremwetterlage: Zwei von drei Bundesliga-Spielen fallen aus

Von Passauer Neue Presse · 8. Januar 2026 um 11:34

Dem befürchteten Wetterchaos sind zwei von drei Partien zum Jahresauftakt in der Bundesliga zum Opfer gefallen: FC St. Pauli gegen RB Leipzig und Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim.

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Im Norden waren für Samstag mit Werder Bremen - TSG 1899 Hoffenheim, 1. FC Union Berlin - FSV Mainz 05 und FC St. Pauli - RB Leipzig drei Begegnungen geplant. Das Schneechaos hat jedoch am Freitagnachmittag zu zwei Spielabsagen in der Fußball-Bundesliga geführt.

Spiel des FC St. Pauli gegen RB Leipzig fällt aus

Das Spiel des FC St. Pauli gegen RB Leipzig fällt aus. Die Partie kann wegen der widrigen Wetterbedingungen mit Schnee und stürmischem Wind nicht wie geplant an diesem Samstag stattfinden, wie beide Vereine und die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitteilten.

Wann das Spiel nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Zuerst hatte die „Bild“ berichtet. Ein neuer Spieltermin werde „zeitnah bekanntgegeben“, schrieb die DFL. Die Sicherheit der Zuschauerinnen und Zuschauer, der Teams, der Offiziellen und aller Anreisenden wie externen Dienstleistern und Dienstleisterinnen stünde im Vordergrund dieser Entscheidung.

St. Paulis Präsident Oke Göttlich machte deutlich, dass die Behörden „angesichts der Gesamtlage in Hamburg ausdrücklich eine Absage“ empfohlen hätten. „Ausschlaggebend waren dabei vor allem die zusätzliche Belastung für Einsatzkräfte, die medizinische Infrastruktur sowie die weiterhin bestehenden erheblichen Risiken und Einschränkungen im Verkehrsraum“, sagte er.

Absage auch für Werder Bremen und 1899 Hoffenheim

In der Fußball-Bundesliga fällt an diesem Samstag auch das Spiel zwischen Werder Bremen und 1899 Hoffenheim fällt aus. Die Partie kann wegen des starken Schneefalls und des Sturmtiefs „Elli“ nicht stattfinden, teilten die Bremer und die Deutsche Fußball Liga mit.

„Grund für die Absage ist eine erhebliche Glättebildung in den Umläufen, Zuschauerbereichen und Verkehrsflächen im Weserstadion sowie erhebliche Schneeverwehungen in weiten Teilen des Stadionareals“, hieß es in einer Werder-Mitteilung. „Daraus ergeben sich eingeschränkte Zugänge und die dadurch nicht sichere Nutzung von Rettungs- und Fluchtwegen.“

Die Bremer hatten bis zuletzt alles versucht, um das Spiel im Weserstadion stattfinden zu lassen. So waren extra 50 zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz. Diese sollten dafür sorgen, dass die Bereiche rund um das Weserstadion vom Schnee befreit werden.

Doch die Schneemassen, die seit Freitag in Bremen gefallen waren, waren am Ende zu groß. „Vor dem Hintergrund von glatten Straßen und Ausfällen im Nah- und Fernverkehr kann zudem die sichere Anreise der Stadionbesuchenden nicht sichergestellt werden“, schreiben die Bremer. In großen Teilen des Nordens sorgt der Wintersturm Elli für erhebliche Beeinträchtigungen.

Ein Nachholtermin wird nach Angeben der DFL „zeitnah“ bekanntgegeben.

Eintracht sieht keine Probleme für Partie gegen BVB

Die erste Partie des 16. Spieltages findet am Freitagabend zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund statt. „Nach Einschätzung der zuständigen Behörden gibt es aktuell keinen Grund zur Annahme, dass das Spiel am Freitag nicht wie geplant stattfinden kann“, teilte die Eintracht mit. „Über den Stadionbetreiber haben wir dennoch vorsorglich zusätzliches Personal im Einsatz, um Schneefall zu beseitigen, Streumaßnahmen durchzuführen und die Sicherheit auf dem Stadiongelände zu gewährleisten.“

Wann und wie kommt es zu einer Spielabsage?

Ob der Platz bespielbar oder unbespielbar ist, entscheidet das Schiedsrichter-Gespann vor Ort. Die Entscheidung über eine Bespielbarkeit soll laut DFL-Spielordnung vier Stunden vor Spielbeginn getroffen werden. Danach kann eine Unbespielbarkeit bis spätestens zwei Stunden vor Spielbeginn nur dann ausgesprochen werden, wenn sich die Bedingungen durch Witterungseinflüsse negativ verändert haben. Eine Spielabsage und Neuansetzung wird durch die DFL verkündet. Durch die verpflichtenden Rasenheizungen sind solche Fälle in der Bundesliga aber selten geworden.

Deutlich größer ist das Risiko einer Spielabsage bei bestimmten Bedingungen abseits des Feldes. Sollte durch vereiste und verschneite Wege die Anreise der Zuschauer oder die Umsetzung des Sicherheitskonzepts gefährdet sein, können die örtlichen Behörden in Absprache mit den Clubs, der DFL und den Stadionbetreibern den Daumen senken. Auch gefährliche Glätte auf den Tribünen oder große Schneemengen auf dem Dach bergen ein Absage-Risiko.

Eine festgelegte Temperatur-Untergrenze gibt es nicht. Die europäische Fußball-Union UEFA empfiehlt aber, bei Temperaturen von -15 Grad und kälter nicht zu spielen. Auch hier trifft der Schiedsrichter die Entscheidung.

Wann zuletzt Spiele witterungsbedingt abgesagt werden mussten

Im Januar 2024 fiel die Partie in Mainz zwischen dem FSV und Union Berlin wegen Sicherheitsrisiken für die Zuschauer aus. Die starke Eisbildung auf der Tribüne und auf den Anreisewegen hatten zu der Entscheidung geführt. Das erhöhte Sicherheitsrisiko war auch der Grund für die Absage des Spiels der Unioner beim FC Bayern im Dezember 2023. Dort kam allerdings noch hinzu, dass theoretisch Schneelawinen vom Dach hätten rutschen können.

Abgesagte Bundesliga-Spiele: Das gilt für Fans

Die Tickets für abgesagte Spiele behalten in der Regel ihre Gültigkeit, so dass die Anhänger beim Nachholtermin ins Stadion können. RB Leipzig wies in seiner Stellungnahme zur Absage des Pauli-Spiels noch mal explizit darauf hin.

Bei Spielen, die stattfinden, ist eine frühe Anreise aufgrund des drohenden Verkehrschaos empfehlenswert. Vereine wie Werder Bremen appellierten auch, nach Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Das Problem: Die Deutsche Bahn kündigte bereits witterungsbedingte Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr an.

Und wenn es die Besucher ins Stadion geschafft haben? „Den Zuschauern würde ich raten, sich dick anzuziehen und nicht unbedingt das kalte Bier zu trinken“, sagt Prof. Dr. Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln der dpa. Die heiße Bratwurst sei dagegen ausdrücklich empfohlen: „Man braucht bei den Temperaturen deutlich mehr Energie, weil der Körper im Endeffekt auf Wärmeproduktion umsteigt.“ Ob die Clubs angesichts der Minustemperaturen vermehrt warme Getränke anbieten werden, war zunächst nicht bekannt.

Warum können Fans von der Lage auch profitieren?

Für Fans, die an keine Eintrittskarten gekommen sind, tut sich eine Chance auf. Es sei wahrscheinlich, „dass der eine oder andere sein Ticket vielleicht im Zweitmarkt platziert“, sagte Werder-Mediendirektor Christoph Pieper. Dort werde es eine etwas höhere Ticketanzahl als sonst geben, „weil man sich möglicherweise dazu entscheidet, aufgrund der Witterung nicht zum Spiel zu kommen“. Oder - wie im Fall von Pauli-Leipzig, beim Nachholtermin keine Zeit hat.