Explosionen in Caracas: Venezuela wirft den USA „schweren militärischen Angriff“ vor

Von Passauer Neue Presse · 3. Januar 2026 um 07:59

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas sind in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) starke Explosionen und Lärm, der an den Überflug von Flugzeugen erinnerte, zu hören gewesen. Der Vorfall begann gegen 2 Uhr (Ortszeit, 7 Uhr MEZ), wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Staatschef Nicolás Maduro habe den Ausnahmezustand ausgerufen.

Video ansehen

Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie im Newsblog: US-Medien: Militäreinsatz gegen Venezuela geht von den USA aus

Gegen 2.15 Uhr dauerte der Lärm immer noch an. Um 2.38 Uhr war eine weitere Explosion in Caracas zu spüren. In Online-Netzwerken wurden Bilder von großen Bränden mit Rauchsäulen veröffentlicht. Allerdings war es nicht möglich, den genauen Ort der Aufnahmen festzustellen. Die Explosionen ereigneten sich offenbar im Süden und Osten der venezolanischen Hauptstadt.

Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa

Nach zahlreichen Explosionen in der Hauptstadt Caracas hat Venezuela den USA einen „schweren militärischen Angriff“ vorgeworfen. Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro habe den Ausnahmezustand ausgerufen und die Mobilisierung der Bevölkerung angeordnet, hieß es am Samstag in einer Mitteilung der Regierung.

Die USA haben nach Berichten der US-Medien CBS News und Fox News Ziele in Venezuela angegriffen. US-Präsident Donald Trump habe die Angriffe genehmigt, berichtete CBS News unter Berufung auf US-Beamte.

Präsident des Nachbarlandes Kolumbien äußert sich

Nach Berichten über Explosionen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas hat der Präsident des Nachbarlandes Kolumbien von einem Angriff auf Venezuela gesprochen. „In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle: Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen“, schrieb Staatschef Gustavo Petro auf der Plattform X. „Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten“, forderte er.

Konflikt zwischen den USA und Venezuela

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach wiederholten US-Angriffen vor der Küste Venezuelas von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen. Zudem hatte er gesagt, dass die Tage von Venezuelas linksnationalistischem Staatschef Nicolás Maduro „gezählt“ seien.

Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an. Dabei wurden mit den neuen Angriffen bislang mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig.

Riesiges venezolanischen Erdölvorkommen

Am Montag hatte Trump sich über einen Angriff geäußert, bei dem es sich womöglich um den ersten US-Angriff an Land in dem Konflikt auf Venezuela handelte. Demnach wurde eine Anlegestelle für mutmaßliche venezolanische Drogenboote zerstört.

Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Präsident Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz und ein Bestreben der USA, sich der riesigen venezolanischen Erdölvorkommen zu bemächtigen.

Das nationale Verteidigungssystem hat die nationale Integrität, den Frieden des Landes und die Nutzung unserer Territorien garantiert und garantiert dies weiterhinVenezuelas Präsident Nicolás Maduro

Am Donnerstag zeigte sich Maduro jedoch offen für Gespräche mit den USA. „Wo immer sie wollen und wann immer sie wollen“, sagte er im Staatsfernsehen mit Blick auf mögliche Gespräche mit den USA über die Bereiche Drogenhandel, Öl und Migration. Maduro betonte jedoch auch die Wehrhaftigkeit seines Landes: „Das nationale Verteidigungssystem hat die nationale Integrität, den Frieden des Landes und die Nutzung unserer Territorien garantiert und garantiert dies weiterhin“, erklärte er.