Puff-Flohmarkt, Problem-Poller, vergessene Torte: So kurios war das Jahr 2025 in Regensburg

Es muss ja nicht alles immer so bierernst sein. Bei all den kleinen Skandalen und großen Skandälchen, die diese Stadt zu bieten hat, gibt es auch noch die kleinen, etwas kuriosen Geschichten, die so nur Regensburg schreibt – auch 2025 gab es davon so einige.
Gegen das Luxusklo in Regensburg wird zu viel gepinkelt
Apropos Bier: Spätestens nach der dritten Halbe drückt die Blase und man muss mal austreten. Zu diesem Behelf – und für zahlreiche Touristen – hat die Stadt vor einigen Jahren eine Toilette am Schwanenplatz errichtet. Kostenpunkt: knapp eine Million Euro, darum soll es aber zur Abwechslung mal nicht gehen. An dem Gebäude sollten nämlich Pflanzen sprießen – eigentlich. Tatsächlich wurde daraus nichts, weil zu viele Menschen, oder besser gesagt zu viele Männer, gegen das Klo pinkelten. Inzwischen sind die etwas tristen Pflänzchen verschwunden.

In Regensburg wird ein Poller ständig umgenietet – da hilft nur noch ein Poller
Das heißt allerdings nicht, dass Pflanzen in unserer schönen Steinstadt so gar keine Chance haben. Das beweist ein Blick in das Obermünsterviertel. Das ist nun seit einiger Zeit verkehrsberuhigt. Damit keiner mehr in das Quartier fährt, wurde ein Poller aufgestellt. Der verfehlte seine Wirkung allerdings so manches Mal. Gleich mehrfach wurde er umgenietet, bis die Stadt sich dazu entschied, einfach einen Baum an die Einfahrt zum Obermünsterviertel zu stellen. Seither sind keine Zusammenstöße mehr bekannt geworden.

In Regensburgs bekanntestem Ex-Bordell gab es einen Flohmarkt
Bleiben wir im weitesten Sinne bei Zusammenstößen. Nach mehr als 50 Jahren hat vor rund einem Jahr das in Regensburg weltberühmte Bordell Juliska Bar die Schotten dicht gemacht. Da sich in fünf Jahrzehnten so einiges ansammelt, hat sich Juliane „Juliska“ Streich kurzerhand dazu entschieden, einen Flohmarkt in ihrem Puff zu machen – mit großem Erfolg. Die Leute hätten ihr förmlich die Tür eingerannt, erzählte Streich der Mittelbayerischen Zeitung. Nicht wenige nutzten das Angebot, um mal einen Blick in die Räumlichkeiten zu werfen, die jeder ja nur vom Hörensagen kennt.
„Viele haben sich gewundert, wie groß und schön die Wohnungen hier sind“, sagte Streich. Inzwischen erinnert in Reinhausen nichts mehr an das legendäre Bordell. Lukas Jahn, Geschäftsführer der Regensburger Stxx-Gruppe, hat das Gebäude gekauft und die Wohnungen komplett renoviert. Unklar ist übrigens bis heute, wo das rote Herz abgeblieben ist. Das Aushängeschild der Juliska-Bar gab es nicht beim Flohmarkt.

Geburtstagskind vergisst Torte nach Party in Regensburg
Gefeiert wurde in dem ehemaligen Bordell bisweilen, als wenn es keinen Morgen gäbe – in der Regensburger Altstadt soll es sich ähnlich verhalten. Davon zeugen dieser Tage beispielsweise übrig gebliebene Sektflaschen. Im September gab es nach einer durchzechten Nacht allerdings ein Fundstück, das Seltenheitswert hat. In einer Samstagnacht las ein Passant eine vergessene Geburtstagstorte am Kohlenmarkt auf. Die Polizei rückte an und nahm den Kuchen kurzerhand auf das Revier mit.
Nur wenige Tage später meldete sich das Geburtstagskind bei den Beamten – und bekam die Torte. „Sie hat sich sehr gefreut“, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Freude dürfte dabei nicht nur kulinarischer Natur gewesen sein. Schließlich bestand die Torte auch aus Bargeld.
Wahrzeichen in Regensburg: Goldener Waller muss nachvergoldet werden
Ach ja, das liebe Geld. Bisweilen hat man den Eindruck, das sitzt in Regensburg ein bisschen lockerer als anderswo. Im Sommer machte die Stadt beispielsweise Schlagzeilen damit, ein Baugebiet gekauft zu haben, auf dem man aber nicht bauen darf, weil es aus Sandmagerrasen besteht. Nur wenige Wochen später setzte die Verwaltung noch einen drauf und ließ den Goldenen Waller vor dem Haus der Bayerischen Geschichte für 9300 Euro nachvergolden.

Das Funkel-Kunstwerk hatte zuvor unter Vandalismus gelitten. Der Künstler-Stadtrat Jakob Friedl sprach das Thema im Ferienausschuss an und stellte die Frage, ob denn die Stadt überhaupt zuständig sei, den Waller zu reinigen. Die Kritzeleien passten doch zu dem – Zitat – „Viech“. Das sah wohl nicht nur Friedl so. Nur kurz, nachdem der Goldene Waller wieder etwas goldener war, wurde er schon beschmiert. Zuletzt kurz vor Silvester von Aktivisten, die darum baten, das Böllern zu unterlassen.
In diesem Sinne gehen wir davon aus, dass Regensburg auch heuer wieder einige Knaller-Geschichten liefert. Uns würde es zumindest freuen.