Ordentlicher Grundstock: Vilzings Kirschbaum und Dachauer mit einem positiven Hinrunden-Fazit

Von Thomas Mühlbauer · 30. Dezember 2025 um 17:06

19 Spiele hat die DJK Vilzing in dieser Saison in der Fußball-Regionalliga Bayern absolviert. Und mit 27 Punkten (acht Siege, drei Unentschieden, acht Niederlagen) steht die Deutsche Jugendkraft auf dem achten Tabellenplatz. Damit hat Vilzing einen ordentlichen Grundstock für den erneuten Klassenerhalt gelegt und ist ohne größere Sorgenfalten in die wohlverdiente Winterpause gegangen. Auf den ersten Relegationsabstiegsrang hat sich die DJK ein Zwölf-Punkte-Polster herausgearbeitet. Auf den ersten Abstiegsplatz sind es 14 Zähler.

„Insgesamt war es eine richtig gute Hinrunde. Wir sind von der Punkteausbeute da, wo wir sein wollten“, erklärt Trainer Thorsten Kirschbaum. „Noch dazu, wenn man sieht, was alles gegen uns gelaufen ist. Unter anderem sind wir nach Augsburg gefahren und hatten acht verletzte oder gesperrte Leistungsträger. Außerdem fehlen seit Beginn der Saison ganz wichtige Spieler langzeitverletzt.“ Diese wurden nicht extern ersetzt, sondern intern aufgefangen. Einzig Martin Mihaylov wurde noch während der Saison nachverpflichtet.„

Insgesamt war es eine richtig gute Hinrunde. Wir sind von der Punkteausbeute da, wo wir sein wollten.Thorsten Kirschbaum, Trainer der DJK Vilzing

In der Vorbereitung rissen sich Markus Ziereis und Martin Tiefenbrunner die Kreuzbänder und kamen überhaupt noch nicht zum Einsatz. Mit Jakob Zitzelsberger folgte nach Spieltag fünf der nächste Stammspieler mit einem Kreuzbandriss. Und auch Tobias Hoch bringt es erst auf zehn Einsätze. Sein letztes Pflichtspiel hat der 29-Jährige am 23. September gegen den FC Bayern München bestritten, ehe ihn eine erneute Verletzung wieder außer Gefecht setzte. In den letzten beiden Partien vor der Pause fiel auch noch Elija Härtl mit einem Handbruch aus. Summa summarum ein Qualitätsverlust, den wohl selten eine Amateurmannschaft in der 4. Liga hätte kompensieren können.

Schwieriger DJK-Start

Ex-Profi Kirschbaum trat bei der DJK seine erste Trainerstation an. Ein Wagnis für alle Seiten. Doch der Erfolg gibt sowohl Trainer und Mannschaft als auch der sportlichen Leitung um Roland Dachauer recht.

Auch der Spielplan war unglücklich für die DJK. Zum Auftakt musste Vilzing gegen die SpVgg Unterhaching (1:3) und die Würzburger Kickers (0:2) ran. Danach folgte das Aus im BFV-Verbandspokal gegen den Bayernligisten in Neudrossenfeld (4:6). Dem Heimsieg gegen Ansbach (4:1) folgte die nächste Pleite Mitte August beim SV Wacker Burghausen (1:2). Und schon da betonte Kirschbaum stets, dass die Leistung gut war, aber die Ergebnisse nicht passten. Mit dem 1:1 beim FC Augsburg II und dem 2:4 gegen den TSV Aubstadt verliefen die nächsten Spiele ebenfalls nicht nach Wunsch.

In Vilzing blieb es aber ruhig. Und am Ende gab der Erfolg der Vereinsführung recht. Mit fünf Punkten aus den ersten sechs Spielen hing die DJK im hinteren Drittel der Tabelle fest. Ein erster Brustlöser war der 3:1-Erfolg am Valznerweiher gegen den 1. FC Nürnberg II, dem eine Woche später das 0:1 gegen den FV Illertissen folgte. Einen Tiefpunkt in der Saison stellte das 2:3 bei der Viktoria aus Aschaffenburg dar, wo auch der Frust bei Kirschbaum sichtbar wurde, als er sich die rote Karte einhandelte. Doch diese Niederlage sollte die Wende sein. Denn spätestens mit dem 1:0-Heimsieg gegen den FC Bayern München II ging es bergauf. Zwar musste man sich in doppelter Unterzahl dem VfB Eichstätt (0:2) noch einmal beugen, doch dann nahm der DJK-Express Fahrt auf.

Doch worauf baut dieser Erfolg auf? „Es ist eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der sich jeder dem Team unterordnet. Und das hat uns stark gemacht“, sagt Kirschbaum. Mit vier Siegen in Folge katapultierte sich die DJK ins Tabellenmittelfeld. Mit dem überzeugenden 3:0 gegen Ansbach verabschiedete sich Vilzing mit 27 Punkten in die Pause. „Ich bin froh, dass wir uns so in die Winterpause verabschieden konnten. Das gibt Selbstvertrauen.“

Dass die DJK mit 27 Punkten überwintern kann, daran haben auch die ganz jungen Spieler ihren Anteil. Unter anderem der 21-jährige Nik Leipold, der vor der Saison vom Bayernligisten Eichstätt verpflichtet wurde. Die fußballerische Ausbildung absolvierte Leipold in der U-17-Bundesliga von Greuther Fürth und dann in der U-19-Bundesliga bei Mainz 05. Anschließend zählte er direkt zum Stammpersonal in Eichstätt, wo er in zwei Spielzeiten 22 Tore in der Bayernliga erzielte. Bei der DJK bringt er es bei 17 Einsätzen auf zwei Treffer. Der Trainer lobt seinen Schützling: „Nik Leipold hat sich festgespielt, jeder sieht jedes Wochenende, welch guter Fußballer er ist.“ Der Ex-Profi weiß aber auch: „Es sind auch Phasen und Spiele dabei, wo es nicht so rundläuft. Da muss man dann mit ihm sprechen.“ Leipold müsse sich Stück für Stück an die Liga gewöhnen. „Man merkt aber immer mehr, dass er besser in Tritt kommt“, freut sich Kirschbaum auf die weiteren Spiele mit Leipold. Auch für den Rest der jungen Truppe hat der Trainer aber nur lobende Worte: „Sie sind alle auf einem sehr guten Weg.“

Einen, den man auch herausheben muss, ist Jonas Blümel, der nach fast 18 Monaten Verletzungspause (Kreuzbandriss) am 27. September beim 0:2 in Eichstätt sein Comeback gab. Und es war ein weiterer Mosaikstein für den Aufschwung. „Er ist ein Spieler, der für das steht, für das wir stehen. Er ist ein absoluter Mentalitätsspieler und er reibt sich jedes Mal für die Mannschaft auf.“ Doch genau das ist das, was man in Vilzing sehen will.

Und einen Wendepunkt hat Kirschbaum auch parat: „Das war sicherlich mitunter das Bayern-Spiel.“ Denn seit diesem Zeitpunkt schwimmt die DJK auf einer Erfolgswelle.

Die jungen Spieler entwickeln sich prächtig, aber auch das brauchte natürlich seine Zeit.Roland Dachauer, sportlicher Leiter der DJK Vilzing

Dachauer zieht ein ähnliches Fazit wie der Trainer. „Wir sind mit dem bisherigen Abschneiden und der Punkteausbeute absolut zufrieden. Uns hat es mit Verletzungen natürlich heftig getroffen, aber Verletzte hat man in der Regel immer – auch andere Vereine. Deshalb muss der Fakt schon in die Bewertung einfließen, aber in der Gesamtbetrachtung ist das nur ein Aspekt von mehreren. Wir haben im Sommer einen neuen Cheftrainer verpflichtet. Der macht einen hervorragenden Job, dennoch dauert es naturgemäß ein paar Wochen, bis die neuen oder geänderten Abläufe in Routine übergehen.“

Vielschichtige Gründe

Im Sommer habe man mit Spielern wie Putz, Müller, Kordick oder Grauschopf auch sehr viel Qualität und Erfahrung verloren. Dachauer verweist auf den Altersschnitt in der Startelf, der von 28 auf eher 24 gesunken sei. „Die jungen Spieler entwickeln sich prächtig, aber auch das brauchte natürlich seine Zeit. Dann hatten wir natürlich auch noch das Startprogramm mit Haching und Würzburg zum Auftakt – da hätte es auch leichter kommen können. Deshalb war es einerseits keine Überraschung, dass es im ersten Saisondrittel ein wenig holpert“, erklärt Dachauer und fügt hinzu: „Andererseits war es für uns intern auch keine Überraschung, dass sich irgendwann die Ergebnisse einstellen, weil wir absolut auf die Qualität und die Arbeit der Mannschaft und des Trainerteams vertraut haben.“

In der Winterpause ist auch die Zeit der Vertragsgespräche. „Erstmal müssen wir schon noch einige Siege holen, um Planungssicherheit zu haben. Unsere Spieler aus dem aktuellen Kader sind unsere ersten Ansprechpartner, wenn es um Verlängerungen geht. Hier wollen wir natürlich die Winterpause nutzen, um schon das ein oder andere Gespräch zu führen“, sagt Dachauer.

Weiter geht es für die DJK mit dem Heimspiel am 28. Februar gegen Wacker Burghausen.