Unterführung und neues Bahnhofsumfeld sollen Saal attraktiver machen

Von Alexandra Nurtsch · 30. Dezember 2025 um 17:00

Im Bereich des Saaler Bahnhofs wird sich 2026 einiges tun. Nach der witterungsbedingten Winterpause setzt die Bahn den Bau der Unterführung zwischen Obersaal und Untersaal fort und die Gemeinde startet mit der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes.

2023 hat die Gemeinde den sanierten Bahnhof von einem Saaler Unternehmer erworben. Im Frühjahr soll, sobald die Förderzusage vorliegt, die Umgestaltung des Bahnhofumfelds starten und – wenn alles gut läuft – 2026 noch abgeschlossen werden, „aber sicher 2027“, sagt Bürgermeister Christian Nerb. Der Saaler Bahnhof ist ihm seit seinem Amtsantritt 2014 ein großes Anliegen. Damals habe er sich zum Ziel gesetzt, den einstigen Schandfleck in ein Schmuckstück zu verwandeln. „Da sind wir jetzt kurz davor.“

Platz für Räder und Autos

Im Bahnhofsumfeld entstehen 2026 110 Fahrradstellplätze, darunter absperrbare Boxen, Ladestation und Servicebox, sowie im westlichen Bereich 22 Autostellplätze, die schon jetzt auf der Schotterfläche genutzt werden. Auch E-Ladestationen sind vorgesehen. Weiter entstehen zwei Behindertenstellplätze und drei Bushalteplätze am Bahnhofsvorplatz. Auch die Bahnhofsstraße soll in dem Bereich bereits saniert werden, der Rest soll 2027 folgen. Die Baustelle biete sich an, da wegen des Baus der Bahnunterführung weniger Durchgangsverkehr herrsche. Für die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes rechnet Nerb mit Kosten von rund einer Million Euro.

2026 wird das Bahnhofsumfeld umgestaltet. - Foto: Nurtsch

Ab Februar beziehungsweise März soll nach Angaben der Pressestelle der Deutschen Bahn auch der Bau der Unterführung weitergehen. Hier investiert die Bahn rund 23 Millionen Euro. Durch eine Gesetzesänderung muss sich die Gemeinde nicht an den Kosten beteiligen.

Im Frühjahr 2025 wurde damit begonnen, den Bahnübergang an der Regensburger Straße zurückzubauen. Anschließend wurden die Bohrpfahlwände für die Eisenbahnbrücke und die Brücken- überbauten nördlich und südlich der Gleise errichtet. Im Herbst wurden sie schließlich eingeschoben. Nach der Winterpause soll dann die rund 180 Meter lange Grundwasserwanne hergestellt werden, die dann die Unterquerung der Bahnlinie ermöglicht, teilt die Bahn weiter mit. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen, die Arbeiten seien laut einer Bahn-Sprecherin im Zeitplan.

Unterführung ist seit 50 Jahren Thema in Saal

Doch der Bürgermeister hat den Eindruck, dass die Baustelle deutlich früher abgeschlossen sein könnte. Seit rund 50 Jahren ist die Unterführung schon Thema in der Gemeinde und Nerb ist sich sicher, dass Saal dadurch an Attraktivität gewinnt, denn dann gelangt man ohne Wartezeit ins Ortszentrum – früher war die Schranke täglich fünfeinhalb Stunden geschlossen.

Auswirkungen der Baustelle, die seit fast einem Jahr Obersaal von Untersaal trennt, seien natürlich erkennbar, sagt Nerb. Aber durch den Behelfsweg für Fußgänger und Radfahrer sei Entspannung geschaffen worden. Die XXL-Brücke, die den Weg zum Netto-Markt abkürzt, werde vor allem von fitten Leuten benutzt, sagte Nerb. Radfahrer, Senioren oder Leuten mit Kinderwagen bevorzugten den von der Gemeinde angelegte Schotterweg ins Zentrum.

Was den Fahrzeugverkehr betrifft, seien dem Bürgermeister nur wenige Beschwerden zu Ohren gekommen. Die Umfahrung „Auf dem Gries“, die gerade auch in den Anfangszeiten von Lastwagen genutzt wurde, habe sich relativiert. Auch die Verkehrsüberwachung sei in dem Bereich eingesetzt gewesen.

Geschäfte kämpfen mit den Folgen

Von der Baustelle sind besonders die Geschäfte in Untersaal betroffen. „Natürlich hören wir aus dem Handel, dass die Situation herausfordernd ist“, sagt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Markus Eigen. Während der Bauphase erschweren Halteverbote, verlegte Haltestellen und eingeschränkte Parkmöglichkeiten den Zugang für Kunden und Lieferanten; auch im öffentlichen Nahverkehr sind längere Wege nötig. Verkehrsbeeinträchtigungen seien in Saal zwar nichts Neues, etwa durch wiederkehrende Arbeiten an der B16, dennoch bestehe die Gefahr, dass sich Kaufkraft auf umliegende Zentren verlagert.

Erfahrungen aus Kelheim zeigten, dass sich Kunden bei langen Baustellen an Ausweichrouten gewöhnen und nicht automatisch zurückkehren. Gleichzeitig verweist Eigen auf den langfristigen Nutzen des Projekts: „Wenn die Unterführung fertig ist, entfallen die Schrankenwartezeiten, und Erreichbarkeit sowie Verkehrsfluss verbessern sich spürbar.“ Entscheidend sei, die Bauzeit gut zu strukturieren und die Einschränkungen so transparent und abgestuft wie möglich zu gestalten, um die Belastungen für den Handel gering zu halten.

Das haben wir gut hinbekommen.“Bürgermeister Christian Nerb

Auch das Bahnhofsbistro spüre laut Nerb die Auswirkungen der Baustelle. „Teugner, die ihren Lottoschein abgeben wollen, sind früher nach Saal gefahren. Jetzt fahren sie auf der B16 gleich ins Einkaufszentrum.“ Jedoch seien die Auswirkungen alle im Rahmen. „Das haben wir gut hinbekommen“, zeigt sich Nerb zufrieden mit der Baustelle und hofft, dass dies auch im neuen Jahr so bleibt.