Martin Schäfer aus Runding bringt Mutmachbuch heraus: Wie Klopp, Messi und Ronaldo seine Stiftung Stars4Kids unterstützen

„GrenzenLos“ führt den Leser vom DDR-Gefängnis mitten hinein in die Stadien der Fußball-Bundesligisten, die die Stiftung seit Jahren unterstützen. Zahlreiche Fußball- und Sportgrößen kommen in dem Buch auf 164 Seiten ebenso zu Wort wie Wegbegleiter von Schäfer und seiner Familie von früher und heute. Zur Illustration hat Schäfer sein Fotoalbum geöffnet – private Bilder sind in dem Buch ebenso zu finden wie Fotografien mit Otto Rehhagel, Ottmar Hitzfeld oder Jürgen Klopp.
„Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich“, schreibt Schäfer selbst in seinem Nachwort. Der ehemalige neuseeländische Fußballstar Wynton „Kiwi“ Rufer bezeichnet Schäfer in einem Grußwort im Buch als „verrückten Christ“, wie er sie sonst nur in Down Under, aber nicht im deutschsprachigen Raum kennengelernt hatte. Und so zieht sich Schäfers Glaube wie ein roter Faden nicht nur durch sein Leben, sondern folgerichtig auch durch sein Buch. Mit etlichen Beispielen untermauert Schäfer Gottes lenkende Hände auf seinem Weg, sei es während seiner Zeit im DDR-Gefängnis, die ihn stark prägte, oder im Hinblick auf die Gründung und die Entwicklung der Stiftung Stars4Kids.
Gott als Leitfigur
„In unserem Leben stellt uns Gott immer wieder die richtigen Personen an die Seite, um neue Schritte zu wagen, Hoffnung zu bekommen und Liebe weiterzugeben“, betont Schäfer. Dabei erwähnt er nicht nur seine Familie – seine Frau Heike, die eine nicht wegzudenkende Stütze in der Verwaltung der Stiftung ist und stets an seiner Seite war, oder seine drei Kinder, deren Leben von jungem Alter an engst mit der Stiftung verwoben sind.
Zum Thema: Stiftung Stars4Kids: Rundinger versteigert Messis Pokal für guten Zweck
Schäfer denkt dabei auch an die zahlreichen prominenten Fußballspieler, -trainer und Stars aus dem In- und Ausland, die ihn seit 2003 bei seiner Arbeit zum Wohle tausender Kinder unterstützt haben. Im Buch wird in kurzen Kapiteln eine Botschaft vermittelt: Wer glaubt, ist nicht allein, und Gott hilft auch dort, wo man es zunächst kaum erwartet. Schon allein der Beginn von Schäfers Weg hin zur Stiftungsgründung, das Zustandekommen eines Benefizspiels zugunsten eines Waisenhauses, könnte als kleines Wunder interpretiert werden. Die Tatsache, dass Profi-Fußballer Waisenkinder zu sich nach Hause einladen und mit ihnen ein paar Tage verbringen, fällt, so sieht es Schäfer, ebenfalls unter die Kategorie Gottes Wege sind unergründlich. Und die Jagd nach Messis Autogramm, um eine Auktion für die Stiftung durchzuführen, liest sich wie eine Märchenstunde – wenn nicht am Ende tatsächlich die Original-Unterschrift des Weltstars auf dem WM-Replika-Pokal gestanden hätte, der auf der Plattform United Charity zugunsten von Stars4Kids versteigert werden konnte.
Erschreckend: Schüler haben keine Visionen mehr
Diese Einnahmequelle, ebenso wie den Beginn der Verlosungsaktionen für die Stiftung, beschreibt Schäfer in dem Buch ebenso – ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. „Ich wollte eigentlich erst einmal kein Buch schreiben, aber bei der Arbeit an Schulen und im Gespräch mit Managern und Spielern haben mir viele gesagt: Das musst du machen.“ Der Antrieb für Schäfer ist klar: „Ich bin erschrocken, dass an den Schulen viele Kinder gesagt hatten: Ich habe keine Vision.“ Vielleicht, so meint der gebürtige Thüringer, kann er mit dem Buch einigen jungen Leuten auf die Sprünge helfen, ihnen einen Antrieb geben, eine Blickrichtung in die Zukunft. Gerade über das Portal Fußball, das sich durch die Stiftung Stars4Kids zieht, erreicht er vielleicht auch die Jugend von heute an einer Stelle, wo sie noch zugänglich ist für Anregungen.

„Bisher ist die Resonanz auf die Bücher unwahrscheinlich“, freut sich Schäfer, der betont: „Wir wollen damit kein Geld verdienen, die Bücher werden zum Selbstkostenpreis abgegeben.“ Deshalb ist er auch in keinem Verlag erschienen. „Der hätte damit Geld verdienen wollen, das Buch wäre teurer geworden, und ich will ja, dass es möglichst viele sich leisten können und wollen und es lesen.“
Buch zeigt Martin Schäfer, wie er ist
Fünf Euro kostet das Buch, das Sohn Immanuel akribisch gegengelesen hat. „Ich bewundere Damaris, die das Buch für mich verfasst hat“, lacht Schäfer heute. Es sei sicher nicht einfach gewesen, aus den vielen, vielen WhatsApp-Sprachnachrichten ein zusammenhängendes Werk zu gestalten – zumal die Schreiberin keine Ahnung von Fußball gehabt habe, wie sie selbst in einem kurzen Grußwort zugibt. Sohn Immanuel, der im Bereich Marketing bei der Stiftung Stars4Kids aktiv ist, musste deshalb Fakten checken. Immanuel Schäfer erinnert sich an seine Arbeit an dem Buch: „Man musste Struktur hineinbringen, und auch ordentliche Bilder, um alles greifbarer zu machen, vor allem für Leute, die Papa nicht kennen.“
Darüber hinaus sei wichtig gewesen, die Sprache einfach zu halten. „Damit es auch junge Leute lesen können, die sonst vielleicht kaum lesen.“ Sein Vater verrät: „Der Pressesprecher eines Bundesligavereins wollte, dass ich einen bekannten Autor schreiben lasse. Aber das bin nicht ich, es sollte für jeden lesbar sein.“ Die Autorin habe das Kunststück hinbekommen, „den Martin so zu zeigen, wie er ist und lebt“.
Autogramm von Ronaldo
Und wer wissen will, wie Schäfer an ein Autogramm von Ronaldo gekommen ist, wie die Stiftung nach Runding in den Landkreis Cham verlegt wurde, oder was Otto Rehhagel, Willi Lemke, Giovane Elber, Jorginho oder Paulo Sergio mit der Stiftung zu tun haben, der kann das alles im Buch GrenzenLos nachlesen.
■ Martin Schäfer: GrenzenLos; ISBN 978-3-911190-08-5; 5 Euro, erhältlich auf www.stars4kids.org