Stimmen der Berge und Mädchenchor der Regensburger Domspatzen beeindrucken in Geigant

Einen wahren Glücksgriff landeten die Verantwortlichen des Pfarreienverbands Waldmünchen-Geigant-Tiefenbach (Landkreis Cham) mit der Verpflichtung der „Stimmen der Berge“ zu ihrem Adventskonzert. Mit ihrer einzigartigen Interpretation der Weihnachtslegende „Heilige Nacht“ des bayerischen Kult-Autors Ludwig Thoma bescherten Benjamin Grund, Thomas A. Gruber, Daniel Hinterberger und Stephan Schlögl – am Samstag 550 Besuchern in der Geiganter Pfarrkirche Sankt Bartholomäus ein unvergessliches Erlebnis im Advent. Mit dabei: der Mädchenchor der Regensburger Domspatzen.
Hollastauan-Brass stimmt auf Abend ein
Bereits vor der eigentlichen Aufführung stimmte das heimische Blasmusik-Quartett „Hollastauan-Brass“ mit weihnachtlichen Weisen ein. „Jetzt Leuteln, jetzt loost's amal zua! Mei Gsangl is wohl a weng alt, es is aba dennascht schö gnua. I moan, dass's enk allesamm gfallt.“ Mit diesen einleitenden Worten begann der Hauptakteur Benjamin Grund das Konzert-Singspiel „Ludwig Thoma's Heilige“ mit den Stimmen der Berge, dem Mädchenchor der Regensburger Domspatzen und dem Bläserquartett.

Mit seiner unnachahmlichen Art der Rezitation hat Benjamin Grund die Zuhörerschaft von Beginn an in die Geschichte um die Herbergssuche von Ludwig Thoma in der Version der „Stimmen der Berge“ hineingezogen. In dieser bayerischen Version der Geschichte von Maria und Josef schlüpfte der Erzähler Benjamin Grund in den sechs Hauptakten in verschiedene Rollen des Stücks und erweckte die Charaktere mehr als mitreißend zum Leben.
Mit traditionellen Adventsliedern wurde das Versepos musikalisch umrahmt. Wobei die „Stimmen der Berge“ mit „Im Woid is so staad“ und der 2022 neugeschaffene Mädchenchchor der Domspatzen mit „Maria durch ein Dornwald ging“ gleich von Beginn an ihre musikalische Ausbildung und ihre Klasse unter Beweis stellten.

Auch seine Klasse unter Beweis stellte zwischendurch immer wieder der Erzähler der Herbergssuche in Thomas „Kunstbayerisch“. Hierbei wurde wunderbar erzählt, wie Josef und Maria oftmals abgewiesen wurden und ihren Optimismus unter zahlreichen widrigen Umständen behielten. Letztlich gab der hilfsbereite Handwerksbursche Simmei, als er erfährt, dass Maria ein Kind gebären wird, Josef und Maria im Stall eine Unterkunft. Als dann das Kind zur Welt kam, hörte man Engelsstimmen, Harfen und Orgelklänge. „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde Euch große Freude“ ertönte es dann vom Himmel herab.
Besinnlich und berührend, aber auch heiter und lustig
Mit großer Freude wurde durch diese Aufführung mit besinnlichen und berührenden, aber auch heiteren und lustigen Momenten auf die Botschaft des anstehenden Weihnachtsfestes hingewiesen. Der Andachtsjodler von den „Stimmen der Berge“ und der Schlussakkord mit allen Beteiligten vom Mädchenchor bis hin zu den Hollastauan Brass brachte das Konzert-Singspiel nochmal auf ein in Geigant selten gesehenes künstlerisches Niveau.
Grunds glockenreine Tenor-Stimme kam beim abschließend mit allen Mitwirkenden gesungenen „Stille Nacht“ besonders zur Geltung und ließ allen eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Pfarrer Albert Hölzl zeigte sich sichtlich gerührt von der einmaligen Veranstaltung und meinte, dass diese Inszenierung der „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma Weihnachten frühzeitig nach Geigant und in den großen Pfarreienverband um Waldmünchen gebracht hat.
In der Geiganter Kirche wurde „staade Zeit“ gelebt
In diesen über zwei Stunden, die das einzigartige Adventskonzert dauerte, konnten sich alle Anwesenden auf die Ankunft des Herren besinnen. In einer sonst oft stressigen Zeit wurde in der Geiganter Kirche wirklich mal die „staade Zeit“ gelebt und man konnte gedanklich herunterkommen.
Letztlich wurde in der Pfarrkirche Geigant auf die frohe Botschaft des Weihnachtsfestes hingewiesen, das etwas Besonderes ist und weltweit Menschen anspricht. Mit Weihnachten verbinde man die Botschaft von Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit, so der Pfarrer. Zur Menschlichkeit gehöre oft auch nur ein kleines „Vergelt's Gott“.

So sagte der Geistliche „Vegelt's Gott“ für diesen wunderbaren Abend. Gesamtleiter Thomas A. Gruber bedankte sich im Namen aller Gruppen für den gebührenden üppigen Applaus. Alles in allem wurde in der Geiganter Kirche ein Konzert-Singspiel der Extra-Klasse präsentiert. Dies bewiesen auch die stehenden Ovationen am Schluss der Darbietungen.
Gemütlicher Ausklang vor der Kirche
Zum endgültigen Abschluss wurde noch von allen Akteuren zusammen mit der Zuhörerschaft das Adventslied „Wir sagen euch an den lieben Advent“ gesungen. Nach der Aufführung hatten die Besucher noch die Möglichkeit, sich einen „Stimmen der Berge“-Teebeutel-Stern zu Gunsten der „Aktion Sternstunden“ zu kaufen. Am Kirchplatz ließ man dann bei Glühwein und Punsch, unter den Klängen der „Hollerstauan Brass“, den Abend ausklingen. Dabei wurde nochmal die „staade Zeit“ gelebt und die Teilnehmer der Veranstaltung unterhielten sich in zwangloser Runde um das eindrückliche Erlebnis nochmal Revue passieren zu lassen.