Kolbinger folgt auf Schweiger: Stabwechsel bei der Raiffeisenbank Kelheim

Von Harald Rast · 18. Dezember 2025 um 18:00

Bei der Raiffeisenbank Kreis Kelheim steht zum 1. Januar ein Stabwechsel an. Unsere Mediengruppe hat mit den Führungskräften gesprochen – ein Blick zurück und voraus.

Der Riedenburger Konrad Kolbinger ist ab dem 1. Januar neuer Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Kreis Kelheim. Der bisherige Vize übernimmt das Amt von Christoph Schweiger aus Essing, der mit knapp 65 Jahren in den Ruhestand geht. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist künftig Thomas Buchner aus Altmannstein.

Schweiger wurde bereits Anfang Dezember in Abensberg im Beisein von rund 250 Mitarbeitern offiziell verabschiedet. Er scheidet zum 31. Dezember nach 40 Jahren bei der Raiffeisenbank aus. Am Dienstag erfolgte noch der Stabwechsel im Vorstandsgremium, das künftig nur noch zwei Mitglieder zählt. Nach der Fusion der Raiffeisenbanken Kreis Kelheim und Riedenburg-Lobsing im Jahr 2021 hatten dem Vorstandsteam vorübergehend fünf Personen angehört, von denen Schweiger nun als dritter in Ruhestand geht.

Schweiger blickt zurück auf Anfangsjahre

„Das ist ein guter Zeitpunkt“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er erinnerte sich an seine Anfangszeit 1978 als Auszubildender bei der Raiffeisenbank Viehhausen-Kapfelberg. Damals habe auch das Schleppen schwerer Säcke zum Einsatzbereich eines Lehrlings gezählt. „Ich wohnte beim Lagerarbeiter, bis ich den Führerschein hatte.“ Doch im Nachhinein habe es keinesfalls geschadet, auch einmal „Lagerhausluft zu schnuppern“. Schließlich lägen die Wurzeln der Raiffeisenbank im Warengeschäft.

Nach einem vierjährigen Intermezzo bei der Bundeswehr kehrte Schweiger zur Raiffeisenbank Bad Abbach zurück. Er erlernte das Versicherungs- und Kreditgeschäft von der Pike auf, im Jahr 2010 wurde er Vorstandsmitglied. Schweiger gilt als Architekt mehrerer Fusionen. So war er federführend am Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Bad Abbach und Bad Gögging beteiligt, wodurch die Raiffeisenbank Kreis Kelheim entstand, der sich 2021 Riedenburg-Lobsing anschloss. „Wir wollten eine stabile Raiffeisenbank schaffen, die selbst am Hebel sitzt und nicht als kleinerer Partner nach einer Fusion verschwindet.“ Zudem agiere man nun mit dem Mitbewerber auf Augenhöhe. Zu Beginn seiner Ausbildung habe die Raiffeisenbank Viehhausen-Kapfelberg eine Bilanzsumme von etwa 100 Millionen Euro ausgewiesen, zuletzt sei er als Bankdirektor für 2,5 Milliarden Euro verantwortlich gewesen.

Hier zählte noch der Handschlag

In einem eigens gedrehten Video, das ihm zum Abschied geschenkt wurde, würdigten Kunden und Kollegen Schweigers Wirken. Er sei ein unkomplizierter, geradliniger und zuverlässiger Partner, bei dem der Handschlag noch etwas gelte, hieß es. „Ich habe immer lösungsorientiert gearbeitet“, lautet Schweigers Erfolgsrezept. Der gewiefte Schafkopfer und hervorragende Sportschütze will sich in Zukunft wieder mehr seinen Hobbys und der Familie widmen sowie „weiterhin zeitig am Morgen aufstehen“. Zudem kandidiert Schweiger, der dem Essinger Marktrat angehört, erneut für dieses Gremium und den Kelheimer Kreistag.

Der neue Vorstandsvorsitzende Kolbinger dankte für das effektive und freundschaftliche Teamwork, das in den vergangenen Jahren im Vorstand geherrscht habe. Auf Schweiger könne man sich „hundertprozentig verlassen“, ergänzte der 54-Jährige. „Wir sind nach der Fusion zu einer Bank geworden.“

Mittelfristig Zentrale in Kelheim geplant

Die beiden Vorstandsmitglieder Kolbinger und Buchner arbeiten künftig von Riedenburg und Bad Abbach aus. „Riedenburg bleibt eine wichtige Geschäftsstelle“, kündigte Kolbinger an. Mittelfristig wolle man aber eine neue Zentrale in Kelheim errichten. In Neustadt stehe man vor dem Abschluss der umfangreichen Sanierung der dortigen Immobilie. Als weiteres Ziel nannte Kolbinger, den Service für die regionalen Kunden im Privatbereich und in der Wirtschaft aufrechtzuerhalten: „Unsere Berater bleiben vor Ort.“

Im Zuge der Personalrochade wurde Buchner (45) zum Bankdirektor ernannt. Der neue stellvertretende Vorstandsvorsitzende berichtete, dass die Raiffeisenbank Kreis Kelheim inzwischen die drittgrößte Genossenschaftsbank in Niederbayern sei. Der Genossenschaftsgedanke sei keineswegs veraltet, denn es gebe zahlreiche Neugründungen.