Frauenberatungsstelle mit Spenden unterstützen

Von Mittelbayerische Zeitung · 10. Dezember 2025 um 21:37

Cham/Landkreis. Ein kleines Weihnachtswunder wäre nötig, um die Frauenberatungsstelle in Cham zu sichern. Der Landtagsabgeordnete Julian Preidl (Freie Wähler) hatte eine Idee zur Umsetzung und hat dafür auch schon den Rückenwind des Kreistags. Nun geht es um die Regularien, aber schon die gute Nachricht: das Ganze wäre nur auf Zeit, es braucht nur eine Überbrückung.

Problem: Das Geld fehlt. Und die Finanzierung der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen der Diakonie Cham-Regen ist nicht mit einem Scheck getan. Denn: die Beratungsstelle muss über Spenden finanziert werden. Den Großteil trägt die Regierung Mittelfranken, der ist dieser Bereich zugeteilt, doch selbst die zehn Prozent Eigenanteil über Spenden zusammenzubekommen, gestaltet sich immer schwieriger.

„Ich habe nach Möglichkeiten und Wegen gesucht, um die Beratungsstelle langfristig zu sichern. Meine Idee: Es kommt Geld zurück, das vom Landkreis ins Frauenhaus nach Regensburg fließt, wenn dort weniger Frauen aus dem Kreis Cham wohnen. Das wäre ja ein ähnlicher Zweck und wäre entsprechend in meinen Augen gut dafür geeignet.

Diese Idee habe ich als Antrag dem Kreistag vorgestellt, und der hat sich positiv dafür ausgesprochen. Es wurde eine Spende von 20 000 Euro in Aussicht gestellt, also eine Finanzierungsspritze für den Eigenanteil eines ganzen Jahres. Ich habe jetzt bei den Verantwortlichen nachgehakt, das Geld sei noch nicht da, doch die Geschäftsführerin bleibt weiterhin hoffnungsvoll“, erklärt Preidl.

Es sei in den letzten Jahren schon öfters kritisch gewesen, doch irgendwie sei es dann doch stets weitergegangen, erklärt Geschäftsführerin Johanna Gruber. Die Unterstützung durch die Regierung Mittelfranken z. B. würde ja kommen, aber erst im April oder sogar im Mai, „dann wird’s ganz kritisch“, fügt sie hinzu. Es gebe Abschläge, und die Beträge müssten vorfinanziert werden, was für sie als rein anwaltliche Diakonie schwierig sei, da sie somit keine andere Einnahmequellen habe wie andere Wohlfahrtsverbände.

„Gerade jetzt zur Weihnachtszeit möchte ich gerne an die Menschen im Landkreis appellieren: Unterstützen Sie diese wichtige Einrichtung! Spenden Sie für die Beratungsstelle vor Ort, sie war Anlaufpunkt für mehr als 100 Frauen aus allen Gesellschafts- und Sozialschichten. Die Fälle steigen an, das können wir leider nicht stoppen, aber zumindest etwas dafür tun, dass die Hilfe auch nicht stoppt!“, ruft Preidl auf.

Der Abgeordnete hat noch eine gute Nachricht: Es müsse lediglich eine Übergangslösung her. Ab 1. Januar 2027 greife das neue Bundesgewalthilfegesetz, in dem geregelt werden soll, dass solche Beratungsstellen vom Freistaat finanziert werden. Der Bund habe eine Starthilfe eingeplant, die laufenden Kosten müssen die Bundesländer stemmen.