Finaltraum rückt in weite Ferne: Eichenlaub Saltendorf erlebt Gefühlsachterbahn

Von Werner Artmann · 9. Dezember 2025 um 15:24

Nach einem überzeugenden 5:0-Sieg gegen Aufsteiger SSV Brigachtal sah alles danach aus, als ob die Luftgewehr-Schützen von Eichenlaub Saltendorf mit gestärktem Selbstvertrauen auf dem besten Weg Richtung Bundesliga-Finale sind. Doch die Hoffnungen erhielten einen herben Dämpfer durch eine 2:3-Niederlage gegen Kronau, wodurch die Finalchancen nun nur noch theoretisch bestehen.

Die Saltendorfer präsentierten sich gegen Brigachtal in Bestform: Schon früh zeigte sich die Dominanz der Eichenlaub-Schützen. Besonders ragte dabei Sabrina Hößl heraus, die sich mit beeindruckenden 399 Ringen regelrecht in einen Rausch schoss. In der ersten Serie schrammte sie nur knapp an der perfekten Punktzahl vorbei. Sarah Morgott folgte mit schnellen 396 Ringen und sicherte frühzeitig den zweiten Punkt.

Saltendorf setzt klares Ausrufezeichen

Andreas Preis, ebenfalls in starker Form, hielt seine Gegnerin mit 398 Ringen in Schach und trug entscheidend zum Sieg bei. Auch Nikolaus Blamauer aus Österreich zeigte auf den vorderen Positionen keinerlei Schwächen und schloss mit starken 399 Ringen ab. Lediglich die Spitzenpaarung zwischen Vanessa Gleißner und dem Olympiateilnehmer Peter Sidi blieb bis zur dritten Serie von Sidis spannend. Doch letztendlich setzte sich auch Gleißner mit 399:397 durch und besiegelte den 5:0-Erfolg der Saltendorfer. Mit einer Gesamtringzahl von 1991, dem besten Ergebnis des gesamten Wettkampfwochenendes, setzte Eichenlaub ein deutliches Ausrufezeichen.

Hochmotiviert ging das Team dann in die entscheidende Partie gegen den Tabellendritten Kronau. Von Anfang an war allen klar: Der Verlierer würde sich im Rennen um den heiß begehrten Finalplatz deutlich im Nachteil befinden. Die Saltendorfer starteten vielversprechend und lagen über weite Strecken der Partie in drei Matches vorn. Zwischenzeitlich schien sogar ein 5:0 möglich. Doch in den letzten fünf Minuten drehte sich das Blatt.

Morgott bleibt souverän

Sarah Morgott erwischte erneut einen bärenstarken Tag und sicherte mit drei schnellen Hunderter-Serien und lediglich einer Neun im letzten Durchgang mit insgesamt 399 Ringen klar den Punkt. Ihre Gegnerin Nele Stark hatte keine Chance, nachdem sie in der dritten Serie ihren zweiten Neuner schoss. Andreas Preis bewies ebenfalls Nervenstärke. Er musste gegen Annabella Lotter – die mit 394 Ringen vorgelegt hatte – nur seinen Vier-Ringe-Vorsprung in den letzten 15 Schüssen halten. Mit 396 Ringen gewann er den zweiten Punkt für Saltendorf.

Erst pulverisierst du den Mannschaftsrekord und bist nah am Sieg, dann fühlst du dich aus dem Wettbewerb geworfen.Uwe Wachter

Sabrina Hößl, die am Vortag mit sensationellen 399 Ringen geglänzt hatte, konnte dieses Mal nicht an ihre Topleistung anknüpfen. Mit schnellen 392 Ringen, insbesondere der entscheidenden Neun im letzten Schuss, gab es wenig Hoffnung auf einen Punkt. Kronaus Max Braun war nicht fehlerlos, er rettete jedoch mit 393 Ringen den ersten Punkt für sein Team.

Auf den vorderen Positionen spitzte sich die Situation dramatisch zu: Vanessa Gleißner führte über die gesamte Zeit, war jedoch nach der Neun im letzten und entscheidenden Schuss gegen Larissa Wegener, die mit 395 Ringen abgeschlossen hatte, plötzlich chancenlos. Es stand 2:2. Zu dem Zeitpunkt hatte auch Nikolaus Blamauer seinen Wettkampf mit 395 Ringen beendet.

Große Enttäuschung

Alle Augen richteten sich auf seine Gegnerin Lana Wurster, die in den letzten fünf Schüssen ihren zwei Ringe Vorsprung nach Hause bringen musste – was sie unter dem Jubel der heimischen Zuschauer auch mit 396 Ringen erreichte.

Die Enttäuschung bei Saltendorf war groß. Teamleiter Uwe Wachter fasste das Wochenende treffend zusammen: „Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Erst pulverisierst du den Mannschaftsrekord und bist nah am Sieg, dann fühlst du dich aus dem Wettbewerb geworfen. Das müssen wir erst einmal verdauen.“ Mit zwei Punkten Rückstand bleiben die Saltendorfer auf dem fünften Tabellenplatz. Der angestrebte Finalplatz vier ist nun nur noch theoretisch erreichbar. Dazu müssten entweder Kronau oder Fürth noch mindestens eine Niederlage erleiden, während Saltendorf selbst zwei hohe Siege benötigt, unter anderem gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Bund München sowie den SV Fenken.