B16-Ausbau bei Lengfeld nicht vor 2029 – Darum zieht sich das Vorhaben

Die B16 zwischen Bad Abbach und Saal a. d. Donau ist ein Nadelöhr im Landkreis Kelheim. Großes Lkw-Aufkommen bringt den Verkehrsfluss zum Stocken, riskante Überholmanöver sorgen für Unfälle. Seit Jahren gibt es Pläne für einen dreispurigen Ausbau – und Jahre wird es bis zur Umsetzung noch dauern.
Auf einer Länge von 3,6 Kilometern zwischen dem Gewerbegebiet bei Lengfeld (Gmeinde Bad Abbach) und Alkofen ist eine Verbreiterung der B16 vorgesehen. Die Bundesstraße soll in diesem Abschnitt dreistreifig werden und etwa in der Mitte der Baustrecke eine neue Anschlussstelle entstehen. Der Knotenpunkt ersetzt die Kreuzung „Am Fischbaum/Mühlweg“.
Der zusätzliche Fahrstreifen schafft in beide Richtungen eine Überholspur mit jeweils gut ein Kilometer Länge: In Richtung Kelheim setzt sie bei der Einmündung der KEH11 in die B16 (Eiermühle), in Richtung Regensburg in Alkofen an. Die bisherige Trasse bleibt bestehen, die Straße wird nach Norden um 3,5 Meter verbreitert. Außerdem sollen zwei Unterführungen für Fußgänger und Radfahrer gebaut werden. Die neue Anschlussstelle soll den Durchgangsverkehr in Lengfeld deutlich reduzieren, weil Fahrzeuge aus Teugn und Hausen dann direkt auf die Bundesstraße auffahren können (und nicht erst bei Eiermühle/Poikamer Wehr).
43 Millionen Euro Kosten
Seit 2021 besteht diese Planung, die damals im Marktrat Bad Abbach und in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurde. Seither hat sich nach außen hin wenig bewegt. „Für das Projekt wurde der Vorentwurf erstellt, der aktuell zur Genehmigung bei den vorgesetzten Dienststellen im Bundesverkehrsministerium liegt“, erklärt Pressesprecher Thomas Gärtner vom Staatlichen Bauamt in Landshut. Weil die Projektkosten über 20 Millionen Euro liegen – derzeit geht man von 43 Millionen aus –, ist die Genehmigung durch den Bund erforderlich.
Erteilt Berlin grünes Licht, steht die Erstellung der Planfeststellungsunterlagen samt Beantragung der Baurechtsschaffung bei der Regierung von Niederbayern an. „Die öffentliche Auslegung der Pläne erfolgt dann im Zuge der sogenannten Anhörung“, erläutert der Behördensprecher das weitere Prozedere.

Auf die Frage, wann mit einem Beginn der Arbeiten zu rechnen sei, gibt das Staatliche Bauamt keine konkrete Auskunft. „Die Zeitdauer eines Planfeststellungsverfahren ist auch abhängig von der Anzahl und Art der Einwände. Zudem besteht nach einem Planfeststellungsbeschluss auch die Möglichkeit, diesen zu beklagen.“ Aus diesen Gründen könne ein seriöser Zeithorizont nicht angegeben werden.
Laut Bad Abbachs Bürgermeister Benedikt Grünewald sei in einem Gespräch vor rund einem Jahr die Aussage gefallen: nicht vor 2029. Konkretere Auskünfte bekam auch er auf Nachfrage vor einigen Wochen nicht. „Ich würde mir einen schnelleren Ausbau, zumindest aber einen verlässlichen Zeitplan sehr wünschen“, sagt Grünewald. Neben der Entschärfung einer unfallträchtigen Strecke sieht er vor allem die Entlastung für die Lengfelder Bevölkerung.
Anwohner sind dagegen
Aus dem Ort gebe es große Zustimmung für das Vorhaben. Aber andere, vor allem Anwohner, sind gegen eine dreispurige B16. „Was den Widerstand angeht, so habe ich für die Bedenken der Anwohner oder anderweitig Kritische durchaus Verständnis“, so der Bürgermeister. Das Straßenbauamt muss sich mit Behörden auch hinsichtlich „Natur und Landschaft“ (Gärtner) abstimmen.
Die B16 verläuft schon jetzt und entsprechend auch bei einem Ausbau im Bereich (der Brunnen) vor Lengfeld durch ein Wasserschutzgebiet. In diesem sensiblen Abschnitt soll das Straßenwasser außerhalb des Wasserschutzgebietes abgeleitet werden. Abdichtungen unterhalb des Straßenkörpers verhindern das Eindringen ins umliegende Erdreich. Für den Ausbau der B16 ist auch Grundstückserwerb nötig. Der erforderliche Flächenbedarf werde sich erst aus der Erarbeitung der Planfeststellungsunterlagen ergeben, heißt es vom Staatlichen Bauamt.
„Dass solch größere Projekte für den Außenstehenden immer langwierig erscheinen, ist leider oft der Fall“, sagt Sprecher Thomas Gärtner.
Verkehrszahlen
B16-Abschnitt: Die Verkehrslast liegt nach einer Zählung bei 12.600 Fahrzeugen, davon 1800 als Schwerverkehr, pro Tag.
Lengfeld: Durch den Ort rollen täglich 3000 Pkw und 200 Lkw, auch weil ein Anschluss zur B16 fehlt.