Zu Weihnachten sind Waffen am Regensburger Bahnhof verboten: Straftaten steigen weiter

Der Advent gilt als besinnliche Zeit – am Regensburger Hauptbahnhof ist dem allerdings nicht so, wie aus einer Anfrage der MZ an die Bundespolizei hervorgeht. Am Verkehrsknotenpunkt gilt derzeit ein Waffenverbot. Dieses wird auch mit den Christkindlmärkten in der Stadt begründet. Das führt wiederum zur Frage: Sind Waffen auf den Christkindlmärkten selbst auch verboten?
Der Bahnhof ist und bleibt ein Kriminalitätsschwerpunkt, betont Christian Stöberl, Sprecher der Bundespolizei. Das Gebäude gehört im laufenden Jahr zu den zehn stärksten mit Gewaltdelikten belasteten Bahnhöfen in Bayern. Im Vergleich zu 2024 sei die Zahl der Delikte sogar noch einmal gestiegen. „Als Schwerpunktzeiten sind besonders die Wochenendtage und die vorabendlichen Stunden aufgrund des hohen Reisendenaufkommens zu identifizieren.“ Rund 40 Prozent der Delikte fallen in diese Zeit.
Silvester in Regensburg: Polizei rechnet mit Einsätzen am Bahnhof
Seit einigen Tagen gilt eine Allgemeinverfügung am Bahnhof, die den Verkehrsknotenpunkt zu einer Waffenverbotszone macht. Die Verfügung begründet der Bundespolizei-Sprecher auch mit den Christkindlmärkten in der Stadt. Einerseits seien mehr Reisende unterwegs. Andererseits seien die Menschen häufiger betrunken und dadurch emotionalisiert.
Die Allgemeinverfügung gilt bis Anfang Januar. Also auch an Silvester. Die Bundespolizei rechnet mit Gefahren durch Feuerwerkskörper, erklärt Sprecher Stöberl. Zudem seien die Menschen an Silvester zumeist betrunken, was wiederum zu Unfällen und aggressivem Verhalten führen könne. Daher rechnet die Bundespolizei mit mehr Einsätzen. Ziel der Bundespolizei sei es schließlich, den Bürgern ein nachhaltiges Sicherheitsgefühl zu geben. Dafür sei die Waffenverbotszone ein Mittel, das die Gefahr am Bahnhof erheblich reduziere.
Christkindlmarkt in Regensburg: Messer und andere Waffen sind verboten
Wenn die Christkindlmärkte mit ein Anlass dafür sind, Waffen am Bahnhof zu verbieten, wie schaut es denn dann auf den Märkten selbst aus? Veranstalter des größten Christkindlmarktes am Neupfarrplatz ist die Stadt. Sprecherin Juliane von Roenne-Styra stellt auf Anfrage unmissverständlich klar: „Das Mitführen von Messern und anderen Waffen ist laut Waffengesetz auf allen Weihnachtsmärkten in Bayern verboten.“