Liedermacher aus Oberammergau gewinnt das 42. Passauer Scharfrichterbeil

In der unabhängigen bayerischen Musikszene ist er längst ein Star. Zuletzt spielte er mit seiner früheren Band Kofelgschroa mit Dicht und Ergreifend vor 15.000 Menschen in der Münchner Olympiahalle, und im Januar erscheint bereits sein fünftes Soloalbum: Der Liedermacher Maxi Pongratz aus Oberammergau ist der Sieger des 42. Wettbewerbs um das Passauer Scharfrichterbeil.
Der Sänger und Komponist, der sich selbst auf dem Akkordeon und auf der Gitarre begleitet, setzte sich am Mittwochabend im Finale im Passauer Scharfrichterhaus gegen vier weitere Kandidaten durch.
Pongratz präsentierte in Passau Lieder wie den Titelsong seines 2022er Albums „Meine Ängste“ sowie den des kommenden Albums „rum und num“, sprach und sang über sich als Stotterer, über eine Schlafstörung, über die Liebe und über das Aufwachsen inmitten der Passionsspiele Oberammergau.
Der Gewinner zeigte sich nahbar, verletzlich und am Akkordeon wie in seinem Sprechgesang eigenwillig und hochmusikalisch. Die Jury lobte seinen Auftritt als authentisch, existenziell und poetisch in die Tiefe gehend. Pongratz biedere sich nicht an den Zeitgeist an.
Der „introvertierte“ Träger des Scharfrichterbeils
„Ich bin a bissl sprachlos, es is a bissl a unangenehmes Gefühl“, sagte der Geehrte, der sich selbst als introvertiert beschreibt, vor seiner Zugabe. Jury und Publikum waren sich übrigens einig: Auch die Zuschauer wählten Maxi Pongratz auf Platz eins. Der zweite Platz ging an die in Berlin lebende Wienerin Annphie Fritz für ihr feministisch-politisches Kabarett. Den dritten Preis errang das in Hannover ansässige Clownerie-Duo Burloni mit Nummern fast ohne Worte, die den Saal zu Lachsalven hinrissen: eine Skiabfahrt auf der Kleinkunstbühne und ein Krippenspiel mit Espressokochern als heilige Familie und heilige drei Könige - und am Ende singt Maria Madonnas „Like a Virgin“.
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