Schienenersatzverkehr im Landkreis Regensburg: Viele Fragen sind noch offen

Von Daniel Steffen · 29. November 2025 um 10:00

Die SPD Laaber, Landkreis Regensburg, fordert eine andere Busstrecke, doch diese ist offenbar jetzt beschlossen. Beim jüngsten Gespräch im Landratsamt sei erreicht worden, dass der Schnellbus von Beratzhausen über Laaber und den Deuerlinger Bahnhof weiter über die Autobahn nach Regensburg fährt, heißt es.

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Noch viele Fragen sind rund um den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Laaber sowie den Schienenersatzverkehr während der Streckenerneuerung zwischen Regensburg und Nürnberg offen. Auch der Marktrat signalisierte, er wolle möglichst zeitnah über konkrete Ergebnisse informiert werden. Das rief die SPD auf den Plan, einen Antrag an Bürgermeister Hans Schmid zu stellen. Die Fraktion erbat eine Komplettauskunft, die den aktuellen Sachstand in puncto Ersatzbusse einforderte. Wie der Bürgermeister ausführte, gebe es bereits eine grobe Planung, konkret sei diese aber noch nicht.

Fest steht: Eine Bushaltestelle für den Schienenersatzverkehr kann am Bahnhof Laaber nicht eingerichtet werden, da die Bahn im Umfeld eine Baustelle für die benötigten Materialien vorsieht. In Laaber wird deshalb der Marktplatz angefahren, von Relevanz ist aber auch die Haltestelle Deuerling Abzweigung Undorf. In ihrem Antrag bemängelt die SPD-Fraktion, dass dieser Halt für die Laaberer Ortsteile „unzureichend gewählt“ sei. Dies gelte im besonderen Maße für Anwohner aus Waldetzenberg, Polzhausen und Weißenkirchen.

SPD fordert Überprüfung

In der Begründung beklagen die Sozialdemokraten unter anderem fehlende oder unzureichende Parkmöglichkeiten vor Ort. Auch reiche der Platz für wartende Fahrgäste nicht aus. Die SPD rechnet mit einem zunehmenden Verkehrsaufkommen in der Bauzeit. Weil der Schienenersatzverkehr deutlich länger unterwegs sei als die Züge, würden viele Pendler auf das Auto umsteigen, lautet die Befürchtung. Eine sachgerechte Überprüfung der Ersatz-Verkehrswege sei vonnöten. Wünschenswert ist aus Sicht der Antragsteller, dass auch der Deuerlinger Bahnhof vom Schienenersatzverkehr angefahren wird.

Für Anwohner aus dem Kernort Laaber sei die Verkehrsanbindung insgesamt besser, weil der Marktplatz vom Schienenersatzverkehr angefahren werde und in der Nähe vergleichsweise mehr Parkplätze vorhanden seien. Wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Meier betonte, seien Berufspendler und Schüler aus Laaber im Nahverkehr primär in Richtung Regensburg unterwegs.

Beim Bahnhof-Ausbau wird die Höhe der Bahnsteige angepasst. - Foto: Steffen

Generelles Anliegen der SPD ist, bei der nächsten Marktrats-Sitzung am 8. Dezember so gut wie möglich über den Schienenersatzverkehr im Bilde zu sein.

Daher geht an Bürgermeister Schmid die Aufforderung, Gespräche mit den Verantwortlichen zu führen. Die SPD regt zudem an, die benachbarte Gemeinde Deuerling mit ins Gespräch einzubinden, da ein gemeinsames Vorgehen die Position gegenüber den Entscheidungsträgern stärke.

Deuerlings Bürgermeister Diethard Eichhammer, ebenfalls von der SPD, zeigte sich vom Vorstoß verwundert. Er stärkte Schmid den Rücken: „Wir sind schon seit Monaten in Gesprächen mit der DB InfraGO, dem Regensburger Verkehrsverbund (RVV), der Gesellschaft zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Regensburg (GFN) und dem Landratsamt. Wir haben alles im Griff und sind auf der Zielgeraden“, betonte Eichhammer. Von den Verantwortlichen seien die Wünsche aus kommunaler Abstimmung größtenteils berücksichtigt worden.

„Deuerling wird angefahren“

Falsch sei die Aussage, dass der Deuerlinger Bahnhof nicht vom Ersatzverkehr angefahren werde. Eine praktikable Lösung sei nun gefunden worden. Bürgermeister Schmid bestätigte die Aussagen seines Amtskollegen. Beim jüngsten Gespräch im Landratsamt sei erreicht worden, dass der Schnellbus von Beratzhausen über Laaber und den Deuerlinger Bahnhof weiter über die Autobahn nach Regensburg fährt. Es gebe jedoch mehrere Touren, bei denen die „langsameren“ Busse den Weg über Deuerling – Abzweigung Undorf – nähmen. Einen ersten Fahrplanentwurf gebe es bereits, jedoch seien noch Feinabstimmungen erforderlich.

Viele Markträte fragen sich, ob ein Bahnhofs-Ausbau barrierefrei ist, wenn es die Bahn-Unterführung nicht ist. - Foto: Steffen

Auch Geschäftsführer Josef Weigl von RVV und GFN bescheinigte die Gesprächsergebnisse. Bei der ursprünglichen Linienführung sei angedacht gewesen, dass der Deuerlinger Bahnhof nur vereinzelt angefahren wird, nun wurde er aber in die Schnellbus-Linie aufgenommen. Der Schnellbus verkehre in den Spitzenzeiten am Morgen, ansonsten sei Deuerling auch über die Linien 28 und 29 angebunden. Beratzhausens Bürgermeister Matthias Beer hat einen Fahrplan-Auszug auf Facebook veröffentlicht. Er gab zu bedenken, dass es sich nur um „Zwischenstände“ handele.

Laaber: Bahnsteig wird erhöht

Laaber: Bahnsteig wird erhöht Bericht: Bürgermeister Hans Schmid stellte Details zum Ausbau des Bahnhofs Laaber vor. So wird der Weg zur Unterführung überdacht. Der Bahnsteig soll verbreitert und erhöht werden, damit ein barrierefreier Zugang zu den Zügen möglich wird. Der Marktrat stimmte der Planung zwar einstimmig zu, allerdings gab er der Bahn die Anregung mit auf den Weg, auf der Bahnhofsseite Richtung Nürnberg weitere Fahrrad-Abstellplätze zu schaffen.

Überdachung: Wie Bürgermeister Schmid ausführte, soll der obere Bereich der Treppenanlage eine Betondecke bekommen und seitlich geschlossen sein, während der Teil unterhalb der Gleise eine einfache Überdachung bekomme.

Unklarheit: Offen blieb die Frage, ob es sich um einen barrierefreien Ausbau handle, da zwar der Bahnsteig angepasst werde, aber die Stufen nicht barrierefrei seien.