Mit drei plus X in den Marktrat: Nominierungsversammlung der Freien Wähler Lam

Der Vorsitzende der Freien Wähler Lam, Michael Greil, begrüßte am Montag zur Nominierungsversammlung im Hotel „Bayerwald“ insbesondere MdL Julian Preidl, den Kreisvorsitzenden der Jungen Freien Wähler, Josef Schmaderer, den Kreisvorsitzenden und Landratskandidaten Christian Schindler und Kreisrätin Emmi Kollross.
Christian Schindler fand es super, dass die Freien Wähler nach 2020 erneut in Lam einen Wahlvorschlag über die Freien Wähler Bayern einreichen. Durch das letzte Landtagswahlergebnis kandidieren die Freien Wähler nun auf Platz zwei. „Die Freien Wähler haben ihr eigenes Profil, das wir unter Beweis stellen wollen“, so Schindler. Man verfüge bei der nächsten Kommunalwahl über 20 Bürgermeisterkandidaten.
Nur noch zwölf Kandidaten
Das Landeswahlgesetz schreibe vor, dass man in kleineren Gemeinden nicht mehr 24 Kandidaten/innen auf dem Wahlzettel aufbieten müsse, sondern nur noch zwölf. Dies habe dazu bewegt, in vielen Kommunen eine zweite zusätzliche Liste ins Leben zu rufen, damit die Partei Leute, die sich vor sechs Jahren dazu entschieden haben, die Freien Wähler zu unterstützen, nicht zurückweisen müsse.
„Wir möchten einfach, dass sich die Menschen in der Region weiterhin politisch engagieren“, verdeutlichte Schindler, der sich bei Michael Greil und Wolfgang Bergmann für die Vorgespräche bedankte, die Liste entsprechend zu besetzen, wofür Spirit und Durchhaltevermögen notwendig sind.
Der 32-jährige Christian Schindler tourt derzeit durch den gesamten Landkreis, um mit den Freien Wählern eine möglichst große Bandbreite aufzubauen. Schindler sei seit 2024 bei der Sachgebietsleitung in der Unteren Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt Regensburg beschäftigt, eine interessante und fordernde Aufgabe. Zudem sei er ehrenamtlich als Kreisvorsitzender der Freien Wähler im Landkreis Cham engagiert und ist in der Freizeit aktiver Handballer beim ASV Cham.
MdL Julian Preidl war direkt nach der Kreistagssitzung nach Lam gefahren. „Die Freien Wähler Lam stehen für viele politische Inhalte vor Ort und äußern ihre eigene Meinung auch, wenn es unangenehm wird“, betonte der MdL. Er schätze an den Lamern, dass sie geradeaus sagen, was sie wollen und wofür sie stehen. „Auch ich bin für pragmatische Lösungen“, so Preidl. Er arbeite derzeit daran, die Bürokratie für die Jugendverbände durch die doppelte Förderlaufzeit zu halbieren. „Wir machen eine ehrliche Politik“, so der Abgeordnete. Bei der Umgehung Grafenwiesen gebe es keinerlei Neuerungen bzw. neue Erkenntnisse. „Es wird nur den Bürgern seit Jahrzehnten irgendetwas versprochen, das dann nicht gehalten wird“, sagte der MdL. Dann wundert man sich, wenn die Leute aus Protest die AfD wählen. Die Augenwischerei dürfe sich nicht fortsetzen, weil die Dorfbewohner sonst kein Vertrauen mehr in die Politik haben. Die Mobilitätszentrale in Cham sei von den Bürgern in Lam und Lohberg nicht nutzbar.
„Wir brauchen ein digitales Angebot, damit die Leute mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz erfahren, ob eine Zugverbindung eventuell ausfällt“, plädierte der Redner für eine Online-Anlaufstelle für die Fragen der Bürger vor Ort. Das Ganze könnte man mit Carsharing-Angeboten (Mitfahrgelegenheiten) kombinieren. Nicht förderlich sei ebenso, wenn Schüler aus Lam – wie geschehen - von der Landkreismusikschule abgelehnt werden. „Wir dürfen auch in haushaltspolitisch schwierigen Lagen an Sicherheit und Bildung nicht sparen“, plädierte Preidl. Einen weiteren Erfolg könne er mit der Stärkung des ländlichen Raumes verbuchen, der direkt auch Lam betrifft. Es gebe 22,5 Millionen Euro mehr im Haushalt, womit der Freistaat neue Förderprogramme auflege. „Wir brauchen Geld, das zusätzlich in die Gemeinden fließt“, vertrat der Abgeordnete seinen Standpunkt. Die Freien Wähler machten Politik für die Sache.
100 Prozent Zustimmung
Christian Schindler wurde zum Versammlungsleiter, Josef Schmaderer zum Schriftführer und Emmi Kollross als Wahlausschussmitglied bestimmt. Die wahlberechtigten 15 Personen legten „Freie Wähler Bayern“ mit Kurzbezeichnung „Freie Wähler“ als Kennwort für den Wahlvorschlag fest. Die Gemeinderatskandidaten stellten sich selber vor. Listenführer Wolfgang Bergmann und Listenplatz zwei mit Michael Greil wurden schriftlich mit hundert Prozent bestätigt. In geheimer Wahl holte man über den Vorschlag der Reihung 100 Prozent Zustimmung ein. Wichtig war den Kandidaten, dass sie mit ihren Attributen für Transparenz und gelebte Bürgernähe einstehen und sich mit voller Kraft dafür einsetzen. Als Beauftragte für den Wahlvorschlag und seines Stellvertreters bestimmte die Versammlung Michael Greil und Wolfgang Bergmann. Erwin Pfeffer und Janine Judex unterzeichneten die Niederschrift. Die scheidende Markträtin Emmi Kollross wünschte der Liste viel Erfolg. Christian Schindler bedankte sich bei Emmi Kollross. Der Kreisvorsitzende und der Ortsverbandsvorsitzende wünschten sich, drei plus X Mandate für den Marktrat zu gewinnen.