Kommentar zum Fehlen eines CSU-Kandidaten in Waldmünchen: „Schlecht für Wettbewerb“

Waldmünchen geht sehr wahrscheinlich ohne CSU-Kandidaten ins Bürgermeisterrennen. Bis jetzt, einen Monat vor dem letztmöglichen Ernennungstermin, hat sich noch kein Kandidat gefunden. Nach zwei CSU-Bürgermeistern, Franz Löffler von 2002 bis 2010 und dem amtierenden Bürgermeister Markus Ackermann seit 2010, ein Einschnitt in die Geschichte des CSU-Ortsverbandes.
Vorher allerdings – auch daran sei erinnert – war Dieter Aumüller von 1984 bis 2002 ein Bürgermeister der Freien Wähler. Dass sich bei der CSU direkt kein Kandidat gefunden hat, ist ein Zeichen der Zeit. Kommunalpolitische Ämter wirken für viele zu anstrengend, zu nervenaufreibend und mit viel zu viel Konfliktpotenzialbehaftet. Das ist schlecht für die Kommunalpolitik, für den Wettbewerb und die Demokratie. Schon insofern fehlt jeder Anlass zur Häme.
Aber es gibt auch wenig Grund für die Mitbewerber der CSU, sich allzu sehr die Hände zu reiben. Sicher, gemeinhin sagt man, mit einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten stärken Parteien ihre Sichtbarkeit und damit ihre Wahlchancen. Aber dafür einen, ein paar Jahre später aussichtsreicheren Kandidaten zu verbrennen, das wollte wohl keiner und opfern wollte sich auch keiner. Eins ist klar, der Favoritenstatus von Wolfgang Kürzinger, der am Sonntag von den Freien Wählern nominiert wurde, macht es schwerer, Gegenkandidaten zu finden. Doch auch Favoriten sind schon gescheitert.
Abgerechnet wird nach der Wahl. Denn auch ein Bürgermeister muss sich seine Mehrheiten suchen. Bei dem einstimmigen Verhalten des Stadtrats bisher kein Problem. Das kann sich nach dem März schnell ändern. Eine Unbekannte gibt es. Mit welchen Kandidaten und ob überhaupt die AfD sich in Waldmünchen präsentieren wird, weiß die Öffentlichkeit noch nicht. Ein klarer Favorit mindert auch ihre Chancen für eine Bürgermeister-Stichwahl.