„Eigenart“ gründet Verein

Neutraubling. Im Sommer beantragte die Neutraublinger Theatergruppe die Gemeinnützigkeit und gründete einen Verein. Was zunächst als Liebhaberei von theaterbegeisterten Amateurspielern begann, wird nun auf eine neue Stufe gehoben. Seit über zehn Jahren bereichert die Theatergruppe „Eigenart“ in Stadt und Landkreis Regensburg das kulturelle Angebot.
Es begann im Herbst 2014, als sich Realschul- und Theaterlehrerin Sabine Hrach und die Burgweintingerin Eva Schon mit einigen Ehemaligen der Realschule Obertraubling trafen, um gemeinsam Theater zu spielen. „Jahr für Jahr haben Mitglieder der Schultheatergruppe auf mich eingeredet, auch nach der Schulzeit weiterhin Theater zu spielen“, erinnert sich Hrach. Damals glaubte sie nicht daran, dass die Gruppe recht lange Bestand haben würde – zu intensiv und vielseitig seien die Veränderungen, die auf die Heranwachsenden nach der Realschulzeit einprasseln würden.
Aber so lange, wie es allen Spaß machen würde – warum nicht? Es machte Spaß. Die Gruppe wuchs und entwickelte sich. Einen wesentlichen Anteil hatte daran Pfarrerin Dr. Bärbel Mayer-Schärtel, die der Gruppe eine Proben- und Aufführungsheimat in der evangelischen Kirche Burgweinting gab. Dank der nach und nach angeschafften mobilen Licht- und Tontechnik waren auch Gastspiele im Umkreis von 150 Kilometern möglich. Hauptspielstätte blieb aber die Kirche in Burgweinting.
Ruft man die Homepage theater-eigenart.com auf, so erhält man einen Einblick in die Genres, Bühnenbilder und Gestaltungsmöglichkeiten, denen sich die Gruppe in den vergangenen Jahren gewidmet hat. Sie sicherte sich rasch die Anerkennung einer wachsenden Zuschauerschar.
Dann kam Corona und zerschlug die Premiere eines neuen Theaterprojekts. Doch auch in dieser Zeit blieb die Gruppe bestehen. Und sobald es möglich war, wurde wieder gespielt. Inzwischen ist „Eigenart“ auf etwa 25 Mitwirkende zwischen zehn und 70 Jahren angewachsen. Im Sommer 2025 kam – während der Proben für ein neues Stück – das Gespräch auf die Vorteile eines eingetragenen Vereins. Alle waren Feuer und Flamme für diese Idee, ein neues Kapitel aufzuschlagen, quasi einen Szenenwechsel anzustreben. Parallel zu den Stückvorbereitungen wurde eine Satzung entworfen, das Logo, vor elf Jahren ebenfalls von einem ehemaligen Schüler gestaltet, wurde von diesem überarbeitet und Rechtliches geklärt.
Beim Sommerfest wurde der Verein mit Sitz in Neutraubling offiziell aus der Taufe gehoben. Zur ersten Vorsitzenden wurde Michaela Klemmt gewählt, zweite Vorsitzende ist Moni Hartl, als Schriftführerin fungiert Kirsten Fürstenberg, als Kassier Thomas Eder. „Der Verein gibt uns Struktur und Verlässlichkeit, quasi einen Rahmen, in dem wir uns kreativ austoben können“, freut sich Klemmt, die Regie führt bei der neuen Inszenierung „(St)Erben ist tödlich“. Die Krimikomödie von Christine Steinwasser wird am Freitag und Samstag um 19 Uhr im Kulturhaus aufgeführt. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.