Andreas Rauscher aus Willmering ist in Kelheim zum Allround-Ringer gereift – ATSV unterliegt im Oberliga-Topduell

Seit drei Jahren gehört Andreas Rauscher zum Ringerkader des ATSV Kelheim. Der 25-Jährige aus Willmering (Landkreis Cham) legt sich sportlich mit ganzer Kraft für die Kelheimer ins Zeug, beruflich und privat kümmert er sich mit Herz und Verstand um die Belange von Kindern und Jugendlichen.
Erste Wurfversuche unternahm Rauscher als Fünfjähriger im Heimverein RG Willmering. Sein Vater agierte als Vereinsvorstand, aber noch fand er keinen Gefallen am Kampfsport. Lieber spielte er Fußball. Dennoch war er regelmäßig am Mattenrand dabei, wenn die heimischen Ringer im Einsatz waren. Vor acht Jahren räumte er als Aktiver dem Sport eine zweite Chance ein – und startete mit großer Begeisterung durch: „Ringen fasziniert mich, weil der Sport Geist und Körper gleichzeitig voll beansprucht und alles beinhaltet, was man zum Leben braucht“, erklärt Andreas Rauscher. Dazu gehöre auch der Umgang mit Siegen und Niederlagen.
Ringen fasziniert mich, weil der Sport Geist und Körper gleichzeitig voll beansprucht und alles beinhaltet, was man zum Leben braucht.Andreas Rauscher, Ringer aus Willerming
Das spezifische Training ergänzen Lauf- und Crossfit-Einheiten. „Hauptsache Sport“, sagt Rauscher, der aber auch auf gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensweise setzt. Beruflich ist der Schreinermeister seit zweieinhalb Jahren als pädagogischer Mitarbeiter bei der Volkshochschule in Cham tätig. Der gelernte Handwerker hilft Jugendlichen, ein Praktikum oder eine Ausbildung zu finden.
Engagement für die Jugend
Privat engagiert er sich ebenfalls für die Interessen der jüngeren Generationen. Er möchte den jungen „Antrieb und Spaß am Sport vermitteln“, aber auch die Bedeutung des Miteinanders der Generationen vermitteln. Er sei zwar selbst noch jung, „aber ich habe die Sachen so vorgelebt bekommen“. Daher setze er alles daran, seine Prinzipien an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.
„In Kelheim wurde ich optimal aufgenommen. Ich fühle mich dort richtig wohl, das Umfeld beim ATSV ist wie eine Familie.Andreas Rauscher über die Ringer-Abteilung des ATSV Kelheim
Sportlich landete er nach der ringerischen Grundausbildung an der Seite von Martin Wittmann und Lukas Meyer unter Trainer Andreas Schegerer (TV Geiselhöring) beim ATSV Kelheim. Da er beruflich in der Region war, suchte er einen geeigneten Verein.
„In Kelheim wurde ich optimal aufgenommen“, so Rauscher. „Ich fühle mich dort richtig wohl, das Umfeld beim ATSV ist wie eine Familie.“ Wie die Familie zu ihm steht, bewies das Kelheimer Team zum 24. Geburtstag von Andi Rauscher, der seinen Wiegentag alle vier Jahre am 29. Februar feiert: Die Kelheimer zelebrierten den Geburtstag des Teamkameraden mit 25 Vertretern in dessen elterlicher Gaststätte, der Klostermühle in Altenmarkt.
Beim griechisch-römischen Ringen muss ich nicht auf die Haxen achten.Andreas Rauscher ringt gerne Freistil, bevorzugt aber die klassische Technik – aus gutem Grund
Als Einzelkämpfer sucht er gerne die Kräftemessen bei bayerischen Meisterschaften oder Bezirksturnieren. Als größte Erfolge stehen im Freistil jeweils zweite Plätze bei den Bezirkstitelkämpfen Oberbayern und Niederbayern/Oberpfalz zu Buche. Trotz der Freistil-Erfolge bevorzugt er die klassische Technik. „Beim griechisch-römischen Ringen muss ich nicht auf die Haxen achten“, so der Späteinsteiger. Beim ATSV Kelheim kommt Rauscher in beiden Stilarten in den Gewichtsklassen von 86 Kilogramm bis ins Schwergewicht zum Einsatz. „Da bin ich absolut flexibel und nehme jede Herausforderung an“, betont Rauscher.
Wenn man sich sechs Minuten mit einem bis zu 40 Kilogramm schwereren Gegner auseinandersetzt, dann ist das schon eine ganz besondere Sache.Andreas Rauscher gewinnt auch den ganz schweren Aufgaben die positiven Seiten ab
Spaß möchte er am Sport haben. Da komme es nicht zwingend darauf an, ob man gewinnt oder verliert. „Wenn man sich sechs Minuten mit einem bis zu 40 Kilogramm schwereren Gegner auseinandersetzt, dann ist das schon eine ganz besondere Sache“, sagt Rauscher. Auch das Abnehmen als „Kampf vor dem Kampf“ erfordert oft eine spezielle Disziplin. Seine Flexibilität bewies er am Wochenende: Ursprünglich für den Oberliga-Kampf beim SV Johannis Nürnberg II eingeplant, schwenkte er in den Kader der zweiten Mannschaft um, um das Team im Ringen um den Meistertitel in der Gruppenoberliga in der Spur zu halten.
ATSV II auf Titelkurs
Während Team zwei des ATSV Kelheim mit Rauscher beim RSV Schonungen mit 48:8 deutlich gewann – und mit Siegen in den beiden verbleibenden Runden den Titelgewinn perfekt machen kann –, beugte sich Team eins in der Oberliga dem Spitzenreiter SV Johannis Nürnberg II mit 13:19. Die Kelheimer gewannen fünf der zehn Vergleiche, generierten aber zu wenig Punkte.
Für den ATSV punkteten Bence Juhasz (G, 57) gegen Boris Yengibaryan. (1:0). Goga Dzigua (F, 61) gegen Julian Edel (4:0), Albert Ibragimov (F, 86) gegen Tobias Schmidt (2:0), Lukas Meyer (G, 98) gegen Anthony Sanders (1:0) und Danylo Kartavyi (130, F) gegen Denis Werwein (4:0). Salim Seyonov (G, 66/0:4), Salman Kashiev (F, 71/0:3), Max Wagner (G, 75/0:4), Julian Gohlke (F, 75/0:4) und Felix Henneberger (G, 80/0:4) gingen leer aus.
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Am Samstag kämpfen beide Teams daheim. Andreas Raucher gibt alles: „Egal, ob für Team eins oder Team zwei.“