Neuer Gedenkstein in Bodenwöhr erinnert an einen Raubmord im Jahr 1857

Das mächtige Granitdenkmal, rund 500 Meter westlich von Taxöldern, ist vielen in der Gemeinde Bodenwöhr (Landkreis Schwandorf) und Umgebung bekannt. Es wird umgangssprachlich als „Monument“ bezeichnet und erinnert an den Raubmord an dem Theologiestudenten Heinrich Beck im Jahr 1857.
„Das Monument wurde damals von einem Förster an der frequentierten Straße nach Altenschwand errichtet. Der Tatort war allerdings woanders“, so Stefan Schießl in einer Mitteilung. „Der eigentliche Tatort lag rund 200 Meter entfernt, im Fischweg Richtung Hofenstetten. Da gab es zur damaligen Zeit noch gar keine richtige Straße, es war eher ein Trampelpfad“, ergänzt Harald Seidl.
Am Ort des Verbrechens wurde damals eine Sandsteinsäule mit einem Kreuz errichtet. Beim Straßenbau 1976 wurde diese Säule allerdings beschädigt: Der obere Teil wurde abgebrochen und als kleinerer Gedenkstein wieder aufgestellt. Allerdings wurde dieser Gedenkstein im Jahr 2022 von Unbekannten entwendet.
Gedenkbuch für alle Verstorbenen aus Taxöldern
Nachdem bei der Renovierung der historischen Kirchhofmauer in Taxöldern ein Sandsteinblock überzählig war, seien Schießl und Seidl auf die Idee gekommen, diesen als Gedenkstein für den Fischweg zu verwenden. In Handarbeit wurde ein Kreuz nach dem Vorbild des ursprünglichen Steins eingemeißelt. Zudem erkläre nun ein Metallschild dessen Bedeutung.
Seidl und Schießl arbeiten laut der Mitteilung auch an einem Gedenkbuch, das alle Verstorbenen aus Taxöldern seit dem 17. Jahrhundert beinhaltet. Auch der Mord an Beck werde darin ausführlich behandelt. Bürgermeister Georg Hoffmann freute sich sichtlich über das Engagement und dankte den beiden.