Vom OP-Saal ins himmlische Amt: Sophia aus Buchberg ist Neumarkts neues Christkind

Von Petra Schlierf · 13. November 2025 um 05:00

Sophia Brandmüller ist zwar erst 18 Jahre alt, hat aber schon viele Situationen gemeistert, in denen andere Menschen weiche Knie bekommen hätten: Ob während ihrer Arbeit im Operationssaal oder manch hartem Sturz bei ihrem Hobby, dem Eiskunstlauf – so schnell haut sie nichts um. Vor ihrer neuen Aufgabe ist sie nun aber trotzdem ganz schön aufgeregt: Sie ist das neue Neumarkter Christkind.

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Ihren Alltag verbringt Sophia Brandmüller seit einigen Monaten in zweckmäßiger OP-Schutzkleidung – eine ganz andere Welt als die des pompösen Christkind-Kleids, das sie bereits zu Hause im Schrank hängen hat. Im September hat sie im Klinikum Neumarkt ihre Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin angefangen. Noch steht sie ganz am Anfang, doch wenn sie einmal weiter in der Ausbildung ist, steht sie den operierenden Ärzten zur Seite, reicht ihnen Instrumente an und vieles mehr.

Nicht das erste Christkind in der Familie

Ein Praktikum während der Schule führte sie nicht nur in die Stationen im Krankenhaus, sondern auch in den OP-Bereich. Das faszinierte sie derart, dass sie sich für diesen Beruf entschied. Drei Jahre dauert die Ausbildung, die ihr sehr gut gefällt. Aber für immer? „Irgendwann nach der Ausbildung möchte ich noch studieren, vielleicht sogar Medizin oder Hebammenwissenschaften“, verrät die 18-Jährige.

Ihre Kollegen sind ganz begeistert, dass sie nun ein Christkind im Team haben. Doch Arbeit und Rolle zu vereinbaren, ist gar nicht so einfach. Sophia hat aber Glück: „Ich habe ab Mitte Dezember Urlaub. Das passt ganz gut.“ Statt Erholung warten dann viele Termine auf sie.

In die Rolle des Christkinds zu schlüpfen, ist freilich eine einmalige Erfahrung. Doch Sophia kann auf fundierte Erfahrungsberichte zahlen: „Meine Cousine Hanna Brandmüller war letztes Jahr in Berching Christkind. Mit ihr konnte ich mich schon etwas austauschen.“ Was sie von ihr zu hören bekam, verstärkte Sophias eigene Begeisterung für das himmlische Amt nur noch mehr. „Ich wollte schon als Kind immer Christkind werden“, verrät sie.

Raclette und die Familie dürfen an Weihnachten nicht fehlen

Sophia liebt die Weihnachtszeit, die sie am Liebsten mit ihrer Familie zu Hause in Buchberg verbringt. Der gemeinsame Gang in die Christmette, Besuche bei den Großeltern, zusammen Racletteessen – das gehört für sie einfach dazu. Und als sie noch jünger war, hat sie auch häufig beim Christkind in Neumarkt vorbeigeschaut und dem Prolog gelauscht.

In diesem Jahr wird sie ihn selbst vom Rathaus aus sprechen und hofft, dass alles klappt. Das wird zwar ihr einzigartigster, aber längst nicht ihr einziger Auftritt sein.

Zwei Prologe beim Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus

Ihren Terminplan hat Sophia noch nicht bekommen, doch dass viele Besuche in Kindergärten, Kitas und Seniorenheimen auf dem Programm stehen werden, ist gewiss. 30 bis 40 Termine dürften es wohl auch in dieser Saison wieder sein, die sich über die gesamte Adventszeit verteilen. Darauf freut sie sich schon. Wo immer sie auftaucht, wird sie für große Augen und staunende Gesichter sorgen. Gleiches dürfte für die Auftritte beim Weihnachtsmarkt gelten. Die Familiennachmittage immer donnerstags von 16 bis 19 Uhr gehören zu den Pflichtterminen. Da gibt es auch vergünstigte Preise. Je nachdem, wie die übrigen Termine des Christkinds liegen, kommt es darüber hinaus auch am Wochenende beim Weihnachtsmarkt vorbei, verteilt kleine Geschenke an die Kinder und macht Fotos mit ihnen.

Ein weiterer Höhepunkt dürfte das Finale des Weihnachtsmarkts werden. Am Tag vor dem Heiligen Abend, am Dienstag, 23. Dezember, erhält Sophia noch einmal eine tragende Rolle: Sie wird mit dem Abschlussprolog um 20 Uhr den Markt beenden und damit die tatsächlich stille Zeit einläuten.

Für ihre Hobbys wird Sophia in der Vorweihnachtszeit dieses Jahr angesichts so vieler Termine kaum Zeit haben. Sie spielt nicht nur Tennis und Klavier, sondern wagt sich seit einigen Jahren auch regelmäßig aufs Glatteis. Eiskunstlauf habe sie schon lange fasziniert. Beim TSV Nürnberg trainiert sie inzwischen regelmäßig am Wochenende.